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Energiekonzerne Gutes Image mit Ökostrom

Die Stromriesen stehen immer wieder in der Kritik: Neben hohen Preisen belastet die Debatte um Atomstrom das Image der Branche. Aus Verbrauchersicht haben vor allem Ökostrom-Anbieter ein gutes Image, schreibt Holger Geißler von YouGovPsychonomics.

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Logos von EnBW, RWE, Quelle: dpa

Die Energiewirtschaft hat einen schweren Stand in Deutschland: Nicht nur dass einige Verbraucher den großen Konzernen immer wieder unfair kalkulierte Preise vorwerfen, auch das Thema Atomausstieg erregt regelmäßig die Gemüter. Selbst die vor Kurzem im Rahmen des Sparpaketes der Bundesregierung angekündigte Steuer auf Brennelemente wird die Stimmung der Stromkunden nicht dauerhaft verbessern können.

Eine Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, wie schlecht das Image der Stromanbieter ist: Demnach liegen die Imagewerte der vier großen Stromkonzerne E.On, RWE, EnBW und Vattenfall deutlich im negativen Bereich. Die Marken EnBW und Vattenfall schneiden mit minus 39 und minus 51 BrandIndex-Punkten ganz besonders schlecht ab. Nur wenige Marken erreichen in Deutschland schlechtere Imagewerte.

Auch wenn die verschiedenen Anbieter je nach Region besser oder schlechter abschneiden, haben die großen Konzerne zweifelsohne ein Imageproblem. Ein wichtiger Grund für die geringe Wertschätzung der Deutschen dürfte nicht zuletzt die Diskussion um Vor- und Nachteile der Atomenergie sein, die in Deutschland traditionell besonders heftig geführt wird.

Das würde auch erklären, warum Anbieter von Ökostrom bei Verbrauchern außerordentlich beliebt sind. So erreicht der Anbieter Lichtblick derzeit 28 BrandIndex-Punkte, Konkurrent Naturenergie sogar 46 Punkte. Besonders interessant ist zudem, dass die Ökostromanbieter auch im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis aus Sicht der Befragten wesentlich besser abschneiden als die traditionellen Strommarken.

Zu dem guten Abschneiden der Ökoanbieter passt auch, dass der Bonner Solarkonzern Solarworld ebenfalls sehr gute Imagewerte von aktuell 49 BrandIndex-Punkten erreicht. Zum Vergleich: Der russische Gaskonzern Gazprom liegt mit einem äußerst schlechten Wert von minus 65 Punkten am unteren Ende des Imagerankings.

Discounter besser als die Mutterkonzerne

Neben dem Thema „Öko“ scheinen jedoch auch die Preise einen Einfluss auf das Image der Anbieter zu haben. So fällt auf, dass die Stromdiscounter besser abschneiden als ihre Mutterkonzerne EnBW & Co., allerdings bewegen sich diese dennoch auf schwachem Niveau. So erreicht Yello minus 8 und E wie einfach minus 6 Punkte.

Aus Markensicht ist die RWE-Tochter Eprimo unter den Discountern derzeit mit 5 Punkten besonders erfolgreich. Der volatile Imagewerteverlauf im Falle von Eprimo und auch E wie einfach ist allerdings ein Zeichen dafür, dass die Marken bislang nicht besonders effektiv positioniert sind.

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