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Die beliebtesten Schoko-Marken zur Weihnachtszeit

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Schokoladenhersteller dürfen sich auf das Weihnachtsgeschäft freuen - eine Marke profitiert besonders. Doch dieses Jahr verzögert sich der Start etwas. Eine Kolumne.

Die schlimmsten Kaloriensünden zu Weihnachten
Kartoffelsalat mit Würstchen kommt bei jedem dritten Deutschen an Weihnachten auf den Tisch. Würstchen und Mayonnaise treiben die Kalorienzahl zwar nach oben, im Vergleich zum Gänsebraten ist es aber geradezu ein Diät-Menü. Auf 100 Gramm Würstchen mit Kartoffelsalat und Senf kommen 146 Kilokalorien. Eine Portion von 450 Gramm bringt es auf 738 Kilokalorien. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Der feierliche Gänsebraten zu den Festtagen ist ein Rettungsring-Garant. Weil die Gans während des Garens im Ofen immer wieder mit Brühe und ausgetretenem Gänsefett begossen wird, ist sie eine wahre Fettbombe - zudem entsteht aus Fett und Brühe auch die Bratensoße - und der Rotkohl dazu wird auch gern im Gänsefett zubereitet. Dazu noch deftige Knödel, und die Kalorienfalle ist perfekt: 2430 Kilokalorien bringt eine Portion. Zum reduzieren der Kalorien bietet es sich an, vor dem Garen das sichtbare Fett der Gans zu entfernen. Während des Bratens sollte die Gans zudem mit einem Spieß eingestochen werden, so tritt viel Fett aus, das dann abgeschöpft und so auf den Hüften eingespart werden kann, rät Ernährungsexpertin Angelika Kirchmaier. Quelle: obs
Ein Gläschen Wein oder Bier gehört für die meisten zum Festtagsschmaus einfach dazu. Doch der Alkohol bringt reichlich Kalorien mit - pro Gramm sogar mehr als Zucker. Bier ist kalorienärmer als Wein. Ein Glas Pils (0,3 Liter) hat etwa 126 Kilokalorien (rund 40 Kalorien pro 100 Milliliter). Altbier hat übrigens in etwa genauso viele Kalorien. Wein bringt etwas mehr Kalorien mit sich. Ein großes Glas trockener Weißwein (0,2 Liter) bringt es auf etwa 138 Kilokalorien. Eine Weißweinschorle spart Kalorien, auf 0,2 Liter kommen dann rund 70 Kilokalorien. Ein leichter Rotwein hat in etwa genauso viele Kalorien wie ein trockener Weißwein, ein schwerer Rotwein bringt allerdings etwas mehr mit: 156 Kilokalorien kommen auf ein 0,2-Liter-Glas. Sekt hat ähnlich viele Kalorien wie Wein: Ein Glas von 100 Millilitern schlägt mit 76 Kilokalorien zu Buche. Quelle: dpa
À propos Wein: Ebenfalls ein beliebtes Wintergetränk ist der Glühwein. Neben den Kalorien aus dem Alkohol liefert er auch noch sehr viel Zucker. So kommt ein Becher von 200 Millilitern auf etwa 210 Kilokalorien - je nachdem, wie gut es der Hersteller oder Weihnachtsbudenbesitzer so mit dem Zucker gemeint hat. Eine Alternative ist alkoholfreier Fruchtpunsch, der rund 100 Kalorien pro Becher (200 ml) liefert. Quelle: dpa
Ein Prosit nach dem schweren, fettigen Essen. Doch Vorsicht: Schnaps räumt entgegen des landläufigen Mythos nicht den Magen auf, sondern verlangsamt im Gegenteil die Verdauung. Und dazu kommen natürlich kräftig Kalorien aus dem hochprozentigen Betthupferl: Ein Schnapsgläschen (2cl) Magenbitter flößen auch rund 50 Kilokalorien ein. Ein Eierlikör bringt es auf 60, ein Schuss Rum sogar auf 70 Kalorien.  Zum Verdauen empfiehlt sich dann lieber ein Kaffee, allerdings kein süßer Milchkaffee oder Latte Macchiato... Quelle: AP
 A cappuccino is prepared at a Nairobi Java House outlet in Nairobi Quelle: REUTERS
Dem Schokoladenweihnachtsmann genüsslich den Kopf abbeißen, was gibt es Schöneres. Dumm nur, dass es zumeist nicht dabei bleibt. Ein Schokokerl bringt es im Schnitt auf 535 Kalorien pro 100 Gramm, allerdings kann das je nach Ausfertigung durch diverse "Extras", zum Beispiel Schokolinsen, Milchcreme, Knusperstückchen und dergleichen ordentlich steigen. Quelle: dpa
Zimtsterne enthalten reichlich gemahlene Nüsse und schlagen daher bei der Fettzufuhr zu. Zimtsterne liefern auf 100 Gramm Gebäck 502 Kilokalorien und satte 27 Gramm Fett. Quelle: dapd
Dominosteine sind wahre Zuckerbomben. Zusammen mit dem für den Gebäckteil verwendeten Mehl bestehen die köstlichen Würfel zu rund 70 Prozent aus Kohlenhydraten (davon 56 Gramm Zucker pro 100 Gramm). Die Schoko-Dominosteine des Discounters Aldi schlagen etwa mit 383 Kilokalorien je 100 Gramm zu Buche. Der Hersteller Bahlsen gibt den Kaloriengehalt seiner Dominosteine mit 407 Kilokalorien pro 100 Gramm an, die vom Discounter Lidl liegen sogar bei 414 kcal. Quelle: dpa
Marzipankartoffeln etwa bestehen ebenfalls zu einem großen Teil aus Zucker: 67 Gramm kommen auf 100 Gramm Produkt. Eine Kartoffel von 8 Gramm schlägt mit 33 Kilokalorien zu Buche (419 Kilokalorien auf 100 Gramm). Ein schokoladenummanteltes Marzipanbrot haut noch mehr rein und bringt es locker auf 470 Kalorien je 100 Gramm. Bei Marzipan gilt übrigens: Je hochwertiger es ist, desto weniger Zucker ist drin. Auf Qualität achten lohnt sich also. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Gefüllte Lebkuchenherzen, etwa mit Aprikosenmarmelade, schaffen es auf 350 Kilokalorien pro 100 g. Nürnberger Oblaten Lebkuchen, zum Beispiel mit Zucker- oder Schokoglasur bringen es gut und gerne auf 396 Kalorien je 100 Gramm. Quelle: dpa/dpaweb
Printen, besonders mit reichlich Nüssen und Schokolade, sind pures Hüftgold. 100 Gramm Aachener Printen mit Bitterschokolade bringen es auf rund 500 Kalorien und 20 Gramm Fett. Besser schneiden da Kräuterprinten ohne Glasur und Schnickschnack ab, sie bringen etwa 373 Kilokalorien je 100 Gramm. Quelle: dpa
Der Christstollen ist für viele an Weihnachten ein Muss. Ein echter Dresdner Stollen bringt dank Rosinen, Nüssen und Puderzucker 410 Kilokalorien je 100 Gramm mit. Quelle: ZB
Was wäre ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt schon ohne gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Maronen und Co. Die Düfte sind einfach zu verführerisch. Dennoch sollte man lieber mehr schnuppern als knabbern: 100 Gramm gebrannte Mandeln kommen auf sage und schreibe 590 Kilokalorien. Das kommt nicht nur von der leckeren knackigen Zuckerkruste, sondern auch von dem Fett der Mandeln: etwa 46 Gramm sind es auf 100 Gramm. Dennoch sind sie von allen Nuss-Leckereien noch die cleverste Wahl: So bringen etwa 100 Gramm Haselnüsse - nicht zuletzt durch fast 62 Gramm Fett - 644 Kilokalorien mit, Paranüsse schaffen gar 670 Kilokalorien, (67 Gramm Fett). Und das alles noch ohne die Zuckerkruste. Zuckerwatte schneidet da schon etwas besser ab: auf 100 Gramm der fluffigen Masse kommen rund 400 Kilokalorien. 100 Gramm Schmalzkuchen liefern 370 Kilokalorien und 23 Gramm Fett und sind damit geradezu eine leichte Alternative. Quelle: dpa
Ruhigen Gewissens verführen lassen darf man sich von heißen Maronen. Sie enthalten reichlich Ballaststoffe und Stärke, dadurch machen sie schneller satt. 100 Gramm enthalten lediglich 192 Kilokalorien und knapp 2 Gramm Fett - damit sind sie die gesündeste Weihnachtsleckerei. Quelle: dpa

Ritter Sport, Milka und Lindt sind mit großem Abstand die beliebtesten Schokoladenmarken in Deutschland. Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex vergeben die befragten Kenner der jeweiligen Marken auf einer Skala von -100 bis +100 an Ritter Sport aktuell +47 Punkte, an Milka +44 und Lindt +43. Mit ähnlichen Werten bilden diese drei Schokoladenhersteller in ihrer Kategorie auch die Top 3 des Rankings „Marke des Jahres 2015“.

Dass Unternehmen, die Schokolade verkaufen, in der Weihnachtszeit an Aufmerksamkeit und Image sowie Kunden gewinnen, liegt auf der Hand. Doch für keine der Marken macht sich Weihnachten so sehr bemerkbar wie für Lindt. So konnte Lindt in der vergangenen Weihnachtssaison die Kundenzahl unter allen, die die Marke kennen, im Vergleich zum August 2014 fast verdreifachen. Der Schweizer Schokoladenproduzent erreicht so kurzfristig Kundenzahlen in der Größenordnung von Milka und Ritter Sport, die das ganze Jahr über in dieser Hinsicht Platz eins und zwei hin- und hertauschen.

Lindt ist Weihnachtsmarke

Der Abstand zu den Konkurrenten ist im Sommer und Herbst dafür umso größer. Von Anfang Juni 2015 bis heute haben im BrandIndex maximal 14 Prozent der Kenner der Marke Lindt angegeben, in den vergangenen 30 Tagen Produkte dieser Marke gekauft zu haben. Bei Ritter Sport und Milka sind es im selben Zeitraum mindestens 23 Prozent.

Lindt ist eine Weihnachts-Schokoladenmarke wie keine andere, was sicherlich auch am Preis liegt. Die Verbraucher, die die Marke kennen, bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis von Lindt deutlich schlechter als das von Ritter Sport und Milka – das dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, dass es in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland stets mehr Ritter Sport- und Milka-Kunden gab als solche von Lindt. Es sieht derzeit nicht danach aus, als würde sich das dieses Weihnachten ändern. Allerdings schneidet Lindt bei der Qualität besser ab. Und so ist wohl auch zu erklären, warum die Kundenzahlen an Weihnachten so stark steigen: Da darf man sich schließlich etwas gönnen.

Süßer die Kassen nie klingeln
Weihnachtsmärkte sind ein Milliardenmarkt und für viele Kaufleute die wichtigste Einnahmequelle im Jahr. „Je nach Branche macht das zwischen 30 und 50 Prozent aus“, sagt Hans-Peter Arens, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schausteller und Marktkaufleute. Insgesamt, so hat der Verband ermittelt, geben Weihnachtsmarktbesucher mehr als 1,8 Milliarden Euro für Essen, Getränke und Einkäufe aus. Quelle: dpa
Einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Centre for Retail Research zufolge könnten die Buden im vergangenen Jahr sogar fast 2,5 Milliarden Euro eingenommen haben. Dieses Jahr fürchten die Schausteller aber, dass wegen der Terroranschläge von Paris aus Angst deutlich weniger Besucher kommen. Quelle: dpa
Verkäufer machen auf den Weihnachtsmärkten besonders gute Geschäfte. Ihre Umsätze halten sie meisten streng geheim – sie müssen laut Arens aber vier- bis fünfmal so viel Standgeld zahlen wie andere Händler. „Die Großverdiener subventionieren die Kleinen“, sagt der Schausteller-Präsident, der auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt selbst Grillschinken verkauft. Quelle: dpa
Händler erwarten dagegen kein so gutes Jahr. Es gebe ein Überangebot, deswegen gingen die Preise runter, heißt es bei den Christbaum-Erzeugern im Sauerland. Sie rechnen mit zehn Millionen Euro weniger Umsatz. Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger rund 23 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Das sind 1,5 Prozent weniger als 2013. Ein Baum kostet je nach Art zwischen acht und 22 Euro pro Meter. Quelle: dpa
Ob Adventskalender, Nikoläuse oder Marzipan - „die Weihnachtszeit ist die wichtigste Zeit im Jahr“, heißt es beim Bundesverband der Süßwarenindustrie. Im vergangenen Jahr wurden allein 146 Millionen Schoko-Nikoläuse produziert. Die weltweit größten Hersteller sitzen nach Verbandsangaben in Deutschland. Quelle: dpa
Hersteller machen ihr Hauptgeschäft ebenfalls in der Weihnachtszeit. Die Aachener Firma Lambertz ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Hersteller von Weihnachtsgebäck. Zu Gewinn und Kiloverkauf schweigt sie. In der vergangenen Weihnachtssaison habe es aber ein Umsatzplus von 2,5 Prozent gegeben. Bei Lebkuchen, der etwas teurer wurde, stagniere der Markt auf einem sehr hohen Niveau. Lebkuchen ist nach Branchenangaben vor Spekulatius, Stollen und Dominosteinen das beliebteste Gebäck in der Weihnachtszeit. Im vergangenen Jahr produzierten deutsche Hersteller 92.640 Tonnen sogenannte feine Backwaren. Quelle: dpa
Geschäfte machen nach Angaben des Bundesverbands Spielwaren-Einzelhandel rund 40 Prozent ihres Umsatzes in der Weihnachtszeit. Für die gerade beginnende Saison sind die Händler optimistisch, vor allem, weil das Geschäft in den vergangenen Monaten gut lief. Doch seit auch Drogerien, Buchhandlungen und Discounter Spielzeug verkaufen, gibt es relativ viel Preiskampf in der Spielwarenwelt. Quelle: REUTERS
Der Einzelhandel fiebert dem Weihnachtsgeschäft generell entgegen. Im November und Dezember erwarten die Läden Umsätze von rund 86,7 Milliarden Euro. Mehr als jeden sechsten Euro erlösen die Händler also in der festlichen Jahreszeit. Quelle: dpa
Zu Weihnachten gehören große Weihnachtsfeiern und Gänseessen dazu. Für Restaurants ein gutes Geschäft. Allerdings sind viele auch schon im Herbst, zur Wildsaison ausgebucht, heißt es beim Dehoga-Bundesverband. „Das Herbst- und Weihnachtsgeschäft bedeutet für unsere Branche traditionell Hochsaison.“ Wie gut es läuft, hänge aber stark vom winterlichen Wetter ab. Quelle: dpa

Mit dem höheren Preis und dem festlichen und eleganten Erscheinungsbild erreicht Lindt eine entsprechende Verbraucherstruktur: Ein besonders gutes Image bescheinigen dem Hersteller Frauen über 51 Jahre mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3000 Euro im Monat. Das Image von Milka wird dagegen von Frauen zwischen 31 und 50 und einem Einkommen von 1500-3000 Euro am besten bewertet. Bei Ritter Sport fällt auf, dass dies die einzige Schokoladenmarke ist, welche von Männern besser bewertet wird als von Frauen. Aber auch hier sind es wie bei Lindt tendenziell eher die älteren und etwas besserverdienenden, die der Marke ein gutes Image bescheinigen.

Werbung ist spät dran

An Weihnachten steigen auch die Werbeaktivitäten von Lindt und Milka. Zu Spitzenzeiten haben in der Weihnachtssaison 2014 bis zu 37 Prozent aller, die die Marke kennen, Werbung von Lindt wahrgenommen. In dieser Saison sind Lindt und Milka allerdings spät dran: Geben zurzeit jeweils 20 Prozent aller Markenkenner an, in den vergangenen zwei Wochen Werbung wahrgenommen zu haben, waren es vor genau einem Jahr bei Milka 21 und bei Lindt schon 26 Prozent.

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Dennoch sieht man bei Lindt seit Ende September einen deutlich Anstieg der Werbewahrnehmung im Vergleich zu den Vormonaten. Falls die Werbeplaner von Lindt die nicht gerade weihnachtlichen Temperaturen in ihre Strategien mit einfließen lassen, wäre das eine mögliche Erklärung für das bisher etwas zaghafte Werbeaufkommen im Vergleich zum Vorjahr.

Auch sprechen die Verbraucher trotz beginnender Weihnachtszeit noch nicht vermehrt über Lindt – über Milka und Ritter Sport aber auch nicht. Die Werte, die angeben über welche Marken sich die Verbraucher mit der Familie oder Freunden in letzter Zeit unterhalten haben, liegen auf dem Niveau vom vergangenen Juni. Man sieht aber auch hier bereits positive Tendenzen für Lindt und Milka. Aber immerhin: Die Zahl derjenigen, die den Kauf von Produkten von Ritter Sport, Milka oder Lindt in Erwägung ziehen, ist seitdem deutlich gestiegen. Das Weihnachtsgeschäft kann also losgehen.

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