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ErderwärmungWie der Klimawandel die Zukunft der Vanille gefährdet

Bis 2050 könnten manche Vanillepflanzen mehr als die Hälfte ihrer natürlichen Lebensräume verlieren – mit Folgen für Pudding, Eis und andere Speisen. 07.07.2025 - 09:19 Uhr
Vanillepflanzen Foto: Imago Images

Der Klimawandel verändert die Lebensräume von Vanillepflanzen – und könnte so langfristig die weltweite Vanilleproduktion beeinträchtigen. Ein Team der belgischen Universität Leuven und der Universität von Costa Rica berichtet im Fachjournal „Frontiers in Plant Science“, dass zunehmende Klimaextreme die Lebensräume wilder Vanille-Arten – bislang meist in tropischen Regionen Mittelamerikas – und ihrer meist tierischen Bestäuber verändern.

So könnten einige Regionen für die Pflanzen attraktiver werden, für die Insekten, die die Pflanzen bestäuben, hingegen keine geeigneten Lebensbedingungen mehr bieten. Durch diese Veränderungen könnten sich die Lebensräume von Bestäubern und Bestäubten künftig weniger überschneiden – sodass weniger Bestäubung stattfindet.

„Der Erhalt der natürlichen Populationen dieser wilden Arten und damit der großen genetischen Vielfalt, die sie repräsentieren, ist von entscheidender Bedeutung, um die Zukunft der Vanille zu sichern“, schreibt das Team in einer Mitteilung.

Ein Mann kümmert sich um Vanillepflanzen. Foto: dpa

Lebensräume der Bienen besonders betroffen

Die Forschenden analysierten mithilfe von Modellierungen die Verbreitungsgebiete von elf neotropischen Vanille-Arten und sieben beobachteten Bienenarten unter zwei Klimaszenarien bis zum Jahr 2050 – einem mittleren Szenario mit moderatem Klimaschutz und einem Szenario mit mehr Konflikten und weniger globalem Klimaschutz.

Während einige Arten ihre möglichen Lebensräume im Zuge der Erderwärmung sogar ausweiten könnten, droht anderen demnach ein Rückgang um mehr als die Hälfte. Für alle Bienengattungen sagen die Modellierungen einen Rückgang der geeigneten Lebensräume voraus – mit besonders drastischen Folgen im Weniger-Klimaschutz-Szenario.

Während etwa die Vanilla inodora nur in Nebelwäldern und tiefergelegenen Regionen mit starken Niederschlägen wächst, kommen andere Arten nur in heißen Regionen mit langen Trockenphasen vor – und könnten damit profitieren.

Vanille oft auf einzelne Bienenarten angewiesen

„Eine Entkopplung von Pflanzen und ihren Bestäubern könnte das Überleben wilder Vanille-Arten gefährden“, warnt Erstautorin Charlotte Watteyn. Besonders problematisch: Die Arten sind meist auf wenige oder sogar einzelne Bestäuber spezialisiert. Ersatzbeziehungen seien daher kaum möglich. Bei Arten, die auf eine einzelne Bienengattung angewiesen sind, könnte die Überschneidung der Lebensräume gar um 60 bis 90 Prozent schrumpfen. 

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Wilde Vanillepflanzen sind auch für die Landwirtschaft bedeutsam: Kommerziell genutzte Vanille (Vanilla planifolia) verfügt über eine geringe genetische Vielfalt, was sie besonders anfällig für Krankheiten, Trockenheit und Hitze macht – und womit sie ohnehin schon eine Leidtragende der Erderwärmung ist.

Für Vanilleeis, -pudding und andere Süßspeisen könnte sich die Erderwärmung daher ähnlich auswirken wie heute schon bei vielen anderen Lebensmitteln: So sorgen unter anderem bei Kaffee, Schokolade oder Olivenöl immer wieder schlechte Ernten für Knappheit – und damit für höhere Preise.

Mehr Forschung und Schutz notwendig

Als Einschränkung ihrer Studie führen die Autoren an, dass nicht bei allen untersuchten Arten umfassende Informationen über die Bestäubungsmechanismen vorhanden waren.

Das Team ruft zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit und weiterer Forschung auf: Ziel sei es, die Resilienz von Vanilleanbau und damit die Lebensgrundlage vieler Kleinbauern in tropischen Regionen zu sichern.

dpa
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