Gfk-Kaufkraft-Studie: Schnitzel und Bohrmaschinen reißen Löcher in die Haushaltskasse
Die Nürnberger Gfk-Konsumforscher haben in einer aktuellen Kaufkraft-Studie untersucht, wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben. Fest steht: Im Schnitt haben die Verbraucher im Jahr 5.413 Euro, um sie in den Einzelhandel zu stecken. Dabei wird hierzulande vor allem am Kind gespart: Mit 12 Euro pro Kopf liegen Baby- und Kinderartikel am Ende der so genannten „Sortimentskaufkrafttabelle“.
Durchschnittlich 33 Euro geben die Deutschen im Jahr für Telekommunikation aus; dazu zählen Handys, Telefon- und Faxgeräte. Ob da schon das neue iPhone (schon durch das Vorgängermodell für 629 Euro kann schnell mal ein respektables Loch in der Haushaltskasse entstehen), das mutmaßlich im September in die Regale kommt, bereits eingerechnet ist?
Auch wenn Eurokrise und Konjunkturschwäche den Deutschen noch auf die Kauflaune drückt, eines geht immer: Für Uhren und Schmuck werden im Jahr 57 Euro investiert.
Für Hausrat, dazu gehört neben Kochgeschirr auch Glas und Porzellan, stehen im Jahr 2012 laut GfK-Prognose 80 Euro je Einwohner an Kaufkraft zur Verfügung.
Mückenstiche, Rückenschmerzen, undichtes Zelt - all das ist für viele Urlauber nichts. Doch Campen kann, das hat die Caravan-Salon vor kurzem in Düsseldorf gezeigt, inzwischen auch ganz anders sein. 1,8 Prozent ihrer Kaufkraft investieren Verbraucher in den Bereich Sportbedarf und Camping. Das sind gut 100 Euro im Jahr.
Informationstechnologie kann heutzutage vieles sein. Die Gfk-Experten zählen dazu Computer, Software und so genannte Peripheriegeräte, also Mäuse oder auch externe CD-Laufwerke. Durchschnittlich 110 Euro geben die Deutschen dafür pro Kopf und pro Jahr aus.
109 Euro pro Jahr geben die Deutschen für Schuhe und Lederwaren aus. Das entspricht laut Gfk zwei Prozent ihrer Kaufkraft.
Wie viel Geld würden Sie für einen Fotoapparat ausgeben? Die Gfk hat ermittelt, dass es im Jahr - für das Sortiment Foto und Optik - rund 116 Euro sind. Das entspricht 2,1 Prozent der Kaufkraft. Genau genommen gehören unter anderem auch noch Kontaktlinsen und Sonnenbrillen dazu.
Spielwaren und Hobbys: Mit 118 Euro lassen die Deutschen 2,2 Prozent ihrer Kaufkraft im Spielzeugladen. Seit Jahren freut sich die Branche über steigende Pro-Kopf-Ausgaben. Rein rechnerisch zählen Konsolen und Computerspiele nicht dazu, sondern überwiegend Puppen, Plüschtiere und Brettspiele. Auch Münz- und Briefmarkensammlungen tauchen noch auf.
Durchschnittlich 171 Euro investieren Verbraucher pro Jahr in Elektrohaushaltsgeräte, wozu neben Toastern, Kaffeemaschinen und Staubsaugern auch Kühl- und Gefrierschränke zählen.
Daddeln und Zocken: Die Gfk-Forscher sprechen vom Sortiment Unterhaltungselektronik und elektronische Medien, für dass die Deutschen pro Jahr 3,6 Prozent ihrer Kaufkraft und damit 194 Euro ausgeben.
Gute Nachrichten: Die Deutschen geben mehr Geld für Bücher, Zeitungen und Magazine als für Computerspiele aus. Pro Jahr werden hier 226 Euro und damit 4,2 Prozent der Kaufkraft investiert.
Durchschnittlich 427 Euro geben deutsche Verbraucher für Gesundheits-, Kosmetik- und Hygieneprodukte aus – rund ein Fünftel dessen, was für Lebensmittel jährlich ausgegeben wird. Nur in die Sortimente Baumarkt, Bekleidung und Einrichtungsbedarf wird mehr Geld gesteckt.
Gemeinsames Bett, aber getrennte Matratzen - wenn die Regel „Paare sollten im Doppelbett immer zwei Liegeflächen haben“ dient das nicht nur dem privaten Wohlbefinden, sondern auch der Einrichtungsbranche. Die freut sich über jährlich 440 Euro pro Verbraucher – das entspricht 8,1 Prozent der gesamten Kaufkraft.
Wie viel geben die Deutschen im Jahr für Strümpfe, T-Shirts, Hosen oder Mäntel aus? Ob Fashion-Liebhaber oder Modemuffel: Die Gfk hat ermittelt, dass die Verbraucher durchschnittlich 8,6 Prozent ihrer Kaufkraft in Bekleidung investieren. Im Schnitt 468 Euro.
Mein Teich, mein Baum, mein Beet: Der eigene Garten hat bei den Deutschen inzwischen einen hohen Stellenwert eingenommen. Entsprechend viel wird investiert: Die Nürnberger Konsumforscher kommen pro Kopf auf Ausgaben von 586 Euro. In diese Kategorie (Baumarktspezifisches Sortiment) fällt aber nicht nur das „Outdoor-Wohnzimmer“, sondern es zählen auch die Ausgaben für zwei weitere Lieblingshobbys dazu: Auto-Tuning und Heimwerken. Insgesamt 10,8 Prozent der Kaufkraft lassen die Deutschen dafür, hat die Gfk ermittelt.
Mahlzeit! Für Lebensmittel investieren die Deutschen 40 Prozent ihrer Kaufkraft im Jahr. Weil Essen den Verbrauchern sehr wichtig ist, landet mit 2.164 Euro der überragende Teil ihrer Kaufkraft im Supermarkt. Übrigens suchen wir, wenn wir mit dem Auto kommen, 120 Mal einen Parkplatz, ärgern uns über 1,3 Einkaufsbeulen in unserem Auto und verbrauchen 260 Liter Benzin – und das bei derzeit 1,70 Euro pro Liter. Das ist noch nicht alles...
Das Portal Allyouneed.com hat ermittelt, dass wir im Supermarkt jedes Einkaufsjahr tapfer 45 Kilometer an Regalen entlang (mehr als ein Marathon) laufen und dabei 10.000 Produkte beschauen.
Insgesamt verbringen wir 5 Tage im Supermarkt, davon einen an der Kasse, plus zwei Tage für An- und Abreise – ganz gleich ob im Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß.
In der Summe also braucht es laut Allyouneed.com 7 Tage pro Jahr, um in einem traditionellen Supermarkt einkaufen zu gehen – und das bei gerade einmal 25 Tagen Urlaub im Schnitt.