1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel
  4. Das Insolvenzverfahren von Adler startet in Eigenverantwortung

TextilhändlerAdler Mode darf sich in Eigenregie sanieren

Der Textilhändler Adler hatte angesichts geschlossener Läden während der Coronakrise Insolvenz angemeldet. Nun kann das Verfahren in Eigenverwaltung starten. 12.01.2021 - 18:10 Uhr

Adler Modemärkte hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Foto: dpa

Der Billig-Textilhändler Adler Modemärkte darf sich in Eigenregie sanieren. Das Amtsgericht Aschaffenburg gab dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung statt, wie Adler am Dienstag mitteilte. Damit bleibt der Vorstand im Amt, jedoch unter der Aufsicht eines Sachwalters, der die Interessen der Gläubiger vertritt. Damit sei der Rechtsanwalt Tobias Wahl von der Mannheimer Kanzlei Anchor beauftragt worden, der als Insolvenzverwalter unter anderem den Buchgroßhändler KNV saniert hat. Er hatte für das Gericht bereits ein Gutachten über die Lage bei Adler Mode angefertigt. Adler will sich nun über einen Insolvenzplan sanieren, das Geschäft soll weitergeführt werden – allerdings zunächst hinter geschlossenen Ladentüren.

Das Unternehmen aus dem unterfränkischen Haibach hatte am Montag angesichts geschlossener Läden während der Coronakrise Insolvenz wegen Überschuldung angemeldet und den Sanierungsexperten Christian Gerloff angeheuert. Die angeordnete Schließung fast aller 171 Geschäfte habe zu einem neuerlichen Umsatzeinbruch und einer „Liquiditätslücke“ geführt, hatte Adler erklärt. Es sei nicht gelungen, frisches Geld von Investoren oder Staatshilfen zu bekommen. Adler hat sich auf Kunden über 55 Jahre spezialisiert und hat es deshalb schwer, auf den Online-Handel auszuweichen. Der Umsatz war in den ersten neun Monaten - also schon von dem zweiten „Lockdown“ in Deutschland – um ein Drittel eingebrochen, der Verlust summierte sich bis dahin auf 63 Millionen Euro.

Überschuldung liegt vor, wenn ein Unternehmen in absehbarer Zeit seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann. Offenbar hatte Adler angesichts der prekären Lage keine positive Fortführungsprognose von einem externen Experten mehr attestiert bekommen. Mit dieser Bestätigung guter Sanierungschancen hätte sich eine Insolvenz wegen Überschuldung abwenden lassen. Adler hatte im Frühjahr einen Hilfskredit über 69 Millionen Euro erhalten, der mit einer Staatsbürgschaft abgesichert war. Bis Ende Oktober hatte das Unternehmen mit seinen 3350 Mitarbeitern aber nur zwei Drittel davon in Anspruch genommen.

Mehr zum Thema: Das Landgericht Aschaffenburg hat am Montag den Eingang eines Insolvenzantrages der Adler Modemärkte bestätigt.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick