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US-Biotechkonzern Celgene kauft Krebsspezialisten für neun Milliarden Dollar

Pillen Quelle: imago

Der Pharmakonzern Celgene kauft den Krebsspezialisten Juno Therapeutics für neun Milliarden Dollar. Das erste Medikament von Juno soll 2019 auf den Markt kommen. Celgene hofft auf Milliardenumsätze.

Im lukrativen Markt für Krebsimmuntherapien steigt das Übernahmefieber. Der US-Biotechkonzern Celgene schlägt bei Juno Therapeutics zu und übernimmt für neun Milliarden Dollar die restlichen Anteile an dem Krebsspezialisten. Celgene hielt zuvor bereits ein Paket von 9,7 Prozent und bietet den Aktionären nun 87 Dollar je Aktie - ein Aufschlag von mehr als 28 Prozent zum Schlusskurs am Freitag. Der Zukauf soll noch im ersten Quartal abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Juno hat sich auf Immuntherapien zur Behandlung von Krebs spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt Krebstherapien mit genetisch veränderten Abwehrzellen - sogenannte CART-T-Zellen - die den Krebs erkennen und bekämpfen sollen. Noch hat die 2013 gegründete Firma kein Medikament auf dem Markt. Die Zulassung des größten Hoffnungsträgers von Juno, eines Mittels zur Behandlung des B-Zell-Lymphoms, wird für 2019 erwartet - ihm wird ein Spitzenumsatzpotenzial von rund drei Milliarden Dollar zugetraut.

Die Immuntherapie von Krebs gilt als eines der vielversprechendsten Felder der Krebsmedizin. In der Pharmabranche ist ein regelrechtes Wettrennen um die Vorherrschaft in diesem Milliardenmarkt entbrannt. Im vergangenen Sommer übernahm der US-Pharmakonzern Gilead den Juno-Konkurrenten Kite für knapp zwölf Milliarden Dollar. Celgene hatte erst Anfang Januar die Übernahme des Blutkrebsspezialisten Impact Biomedicines für bis zu sieben Milliarden Dollar angekündigt. Das erste Juno-Paket hatte Celgene 2015 übernommen und damals 93 Dolllar je Aktie gezahlt.

Im Sog der Übernahme von Juno stiegen die Anteilsscheine der deutschen Biotechfirma Medigene, die ebenfalls auf Krebsimmuntherapien spezialisiert ist. Die Papiere waren mit einem Plus von mehr als sechs Prozent größter Gewinner im Technologieindex TecDax.

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