Plötzlicher Optimismus in der Wirtschaft: Jetzt ist Sommer!

Wie gut, dass es mitunter die gleichen Manager sind, die offenbaren, dass Sentimentalitäten in der Wirtschaft, andererseits, mitunter doch fast alles sind. Man erinnere sich an die deutsche Chemieindustrie, als klassischer Frühindikator zugleich eine Art Regenradar der gesamten Wirtschaft, von allen anderen Zweigen orakelhaft beäugt. Noch vor Wochen sah es da düster aus, Unwetter mit Hagelschauern im Anmarsch, mindestens. Der deutsche Standort? Habe strukturelle Schwächen, zu viel Bürokratie, zu hohe Preise, und die Fachkräfte? Auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Abrupter Wetterwechsel
Woher der plötzliche Wetterumschwung kommt? Die Stromsteuer sinke, der Staat investiere, heißt es von Chemiemanagern. Wirklich plausibel ist das eigentlich nicht. Staatliches Geld floss unter der Ampelregierung schließlich bereits mehr als üppig. Und die gesenkte Stromsteuer? Verringert die Gesamtkosten für Energie nur marginal, ist insgesamt eher ein Symbol, mithin: eine Sentimentalität.
Doch auch wenn deren Bedeutung vielleicht nicht zu laut ausgesprochen werden sollte: Ohne sie geht eben gar nichts. Wie der große Fußballer Andreas Brehme es mal ausgedrückt hat: Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß. Dabei konnte der von Robert Habeck, Intel und Northvolt noch gar nichts wissen.
Aber er kannte eben auch die entgegengesetzte Erfahrung. Wen der Flow trägt, der kann fast überall hinkommen. Bei allem Respekt vor der kühlen Ratio: Den Einwand mit der Stromsteuer sollten Sie am besten gleich wieder vergessen. Läuft wieder? Na dann, los: investieren, attackieren, sich selbst stark reden. Sogar die deutsche Autoindustrie, gestern noch bedroht vom Tod durch China, ist jetzt wieder Avantgarde. Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.
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