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BrandIndex Saubere Übergabe bei Haribo

Thomas Gottschalk war an dem positiven Image Haribos in den letzten Jahren nicht ganz unbeteiligt. Jetzt übernimmt als Werbeträger Michael Bully Herbig. Wie die Chancen für einen Erfolg stehen.

Von Einstein bis Gottschalk - skurrile Fakten über Haribo
Erstes Fabrikgebäude war eine Waschküche1920 gründete der gelernte Bonbonkocher Hans Riegel Senior die Firma Haribo in einer Hinterhof-Waschküche in der Bergstraße in Bonn-Kessenich. Am 13. Dezember 1920 lässt er Haribo (als Akronym für Hans Riegel Bonn) ins Handelsregister der Stadt Bonn eintragen. 1921 heiratet Riegel, seine Frau Gertrud wird die erste Haribo-Mitarbeiterin. Quelle: Presse
Startkapital: Ein Sack Zucker und ein TopfDas Startkapital des Gründers Hans Riegel bestand übrigens aus einem Sack Zucker, einer Marmorplatte, einem Hocker, einem gemauerten Herd, einem Kupferkessel und einer Walze. Mit diesen Mitteln schuf er in besagter Bonner Waschküche ein mittlerweile weltweit bekanntes Unternehmen. Quelle: dapd
100 Millionen GummibärchenMittlerweile produziert das Familienunternehmen pro Tag 100 Millionen seiner Goldbären. Würde man die einzelnen Bären aus der Produktion eines Jahres nebeneinander stellen, hätte man eine Goldbärenkette von 160.306 Kilometer Länge. Mit der einer Jahresproduktion an Gummibärchen könnte man also vier mal die Erde umrunden. Verkauft werden die Goldbären übrigens weltweit, beispielsweise als "Gold-Bears", "Ositos de Oro" oder "Zlote Misie". Quelle: dpa/dpaweb
Fast 470.000 Kilometer LakritzWürde man übrigens die gesamte Jahresproduktion an Lakritzschnecken von Haribo aufrollen und aneinander reihen, hätte man einen Lakritzstrang von 468.000 Kilometer Länge. Damit ließe sich die Distanz zwischen der Erde und dem Mond überbrücken. Quelle: dpa/dpaweb
SloganSeit den 1930er Jahren wirbt Haribo damit, Kinder froh zu machen. Mitte der 60er ergänzte Unternehmensgründer Hans Riegel die Werbebotschaft um den Zusatz "und Erwachsene ebenso". Mit Erfolg: Laut Angaben des Unternehmens kennen 98 Prozent der Deutschen den Werbeslogan und verbinden das Unternehmen aus Bonn auch damit. Quelle: Presse
WerbepartnerschaftEbenfalls ein cleverer Schachzug des Unternehmens war die Verpflichtung des Moderators und Showmasters Thomas Gottschalk als Werbegesicht. Ab 1991 macht Gottschalk Reklame für Goldbären, Colorado und Lakritz, das ist die längste Werbepartnerschaft der Welt. Sie bescherte sowohl Gottschalk als auch Haribo neben den entsprechenden Einnahmen auch einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. 2014 kündigten Gottschalk und Haribo das Ende der Zusammenarbeit an. Quelle: obs
Berühmte FansDoch auch schon bevor Gottschalk begann, für Haribo zu werben, konnte die Marke viele Fans gewinnen. Kaiser Wilhelm II. beispielsweise schrieb aus seinem Exil in Doorn, dass die Gummibärchen aus Bonn das Beste seien, was die Weimarer Republik hervorgebracht habe. Auch Albert Einstein, Erich Kästner, Heinz Rühmann, Konrad Adenauer und Hans-Dietrich Genscher hatten immer Goldbären bei sich. Und auch in Übersee erfreuen sich Goldbären großer Beliebtheit. So sagte die US-Schauspielerin Reese Witherspoon, deren Vater sechs Jahre Militärarzt in Wiesbaden war, in einem Interview, dass Deutschland "die tollsten Süßigkeiten" habe und dass Gummibären "doch die beste Erfindung" seien. Quelle: dpa

Thomas Gottschalk hat für Haribo 24 Jahre lang Werbung gemacht. Diese Zusammenarbeit steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde als die längste Werbepartnerschaft. Die Wirksamkeit und Effizienz von Werbung ist schwer zu messen, aber es gibt einige Indizien dafür, dass Gottschalk als Werbefigur für Haribo ein Erfolg war. Zu finden sind sie im Markenmonitor BrandIndex des Marktforschungsinstituts YouGov.

Da wäre zum Beispiel dieser beachtliche Wert: Während des Jahres 2014 gaben fast durchgängig mehr als 30 Prozent aller von uns repräsentativ befragten Deutschen an, in den vergangenen zwei Wochen Werbung von Haribo wahrgenommen zu haben. Das ist mehr als bei anderen Süßwaren-Herstellern wie Ritter Sport, Milka oder Lindt.

Der Expansionskurs von Haribo von 85 bis heute

Und: Haribos Werbung erreicht ähnlich viele Menschen wie die Dauerwerber Samsung, Sparkasse, Volkswagen oder Telekom – der Bonner Süßwaren-Produzent gehört damit insgesamt zu den in der Werbung präsentesten Marken.

Bekannt und sympathisch

Haribo hat sich eine hohe Bekanntheit aufgebaut. Mehr als neun von zehn Deutschen geben an, Haribo zu kennen. Und ganz aktuell hat jeder Fünfte auch etwas von der Marke gehört. Mehr Aufmerksamkeit generieren in der Kategorie Süßwaren derzeit nur Lindt und Ritter Sport – die allerdings noch mehr von Weihnachten profitiert haben dürften als die Goldbären-Marke.

Haribo und seine Werbung werden also sowohl langfristig als auch kurzfristig wahrgenommen. Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob Thomas Gottschalk das Ziel tatsächlich erreicht hat: Haribo als sympathische, Vertrauen erweckende Marke zu etablieren.

Doch auch darauf liefert der BrandIndex eine Antwort: eindeutig ja. Menschen, die die Marke kennen, haben mit +51 Punkten (auf einer Skala von -100 bis +100) einen sehr positiven allgemeinen Eindruck von ihr. Auch von der Qualität und dem Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie überzeugt. Und nach Ritter Sport wird Haribo am häufigsten ins Relevant Set beim Kauf von Süßwaren genommen.

Erster TV-Spot kommt gut an

Nun wirbt nicht mehr Thomas Gottschalk für die Goldbären, Lakritz-Schnecken und den Color-Rado-Mix. Michael Bully Herbig hat übernommen. Sein erster TV-Spot (noch gemeinsam mit Gottschalk) läuft seit dem Jahreswechsel im Fernsehen und bei Youtube, wo er überwiegend positiv bewertet wird. Registriert wird die Werbung in der Bevölkerung – seit dem Jahreswechsel ist die Werbewahrnehmung um vier Prozentpunkte gestiegen. Das ist ein deutlicher Anstieg. Auch reden die Verbraucher heute mehr über Haribo als noch zum Jahreswechsel.

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Bully Herbig erbt eine prima Ausgangslage. Haribo ist bekannt, gehört im Süß- und Zuckerwarenbereich zu den beliebtesten Marken und hat viele zufriedene Kunden. Vom Comedian Herbig geriet bisher nichts an die Öffentlichkeit, was seine Sympathiewerte gefährden könnte. Es müsste schon einiges schief laufen, wenn Haribo nach 24 Jahren Gottschalk-Werbung mit Bully Herbig nicht ähnlich bekannt und beliebt bleiben sollte wie in der Vergangenheit.

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