Druckmaschinen Koenig & Bauer macht mehr Verlust als erwartet

Der krisengeschüttelte Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer hat 2013 tiefrote Zahlen geschrieben. Unterm Strich stand ein dreistelliger Millionenverlust. Die Aktionäre gehen deshalb leer aus.

Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) in der Krise. Quelle: dpa/dpaweb

Vor Steuern türmte der Würzburger Konzern Koenig & Bauer nach Angaben von Freitag einen Verlust von 138,1 Millionen Euro auf. Vor Jahresfrist stand noch ein Plus von 3,7 Millionen in den Büchern. Analysten hatten mit geringeren Verlusten gerechnet. Netto belief sich der Fehlbetrag auf 153,7 Millionen Euro, nach einem Mini-Gewinn von 400.000 Euro im Jahr zuvor. Die Aktionäre gehen deshalb leer aus und bekommen keine Dividende. Beim Umsatz erfüllte der Maschinenbauer die Erwartungen. Die Erlöse gingen um 15 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück.

Koenig & Bauer (KBA) nannte eine Vielzahl von Gründen für die Rückgänge: Krise in Europa, weniger Wachstum in Schwellenländern, negative Währungseffekte und die seit Jahren andauernde Branchenkrise. Als zweitgrößter Druckmaschinenbauer der Welt leiden die Würzburger wie ihre Konkurrenten darunter, dass das Internet Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften oder Katalogen nach und nach das Wasser abgräbt. Schmökern oder Stöbern lässt sich auch online und noch dazu kostenlos. Immer weniger Verlage bestellen daher neue Druckmaschinen. Der Markt für Rotationsanlagen ist laut KBA seit 2006 um fast drei Viertel geschrumpft. 2013 ging zudem der Boom bei Anlagen für den Druck von Banknoten zu Ende, der den Konzern jahrelang in der Gewinnzone gehalten hatte.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa
BoeingDer US-Flugzeugbauer will in den nächsten Monaten rund 4000 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sei die Sparte Verkehrsflugzeuge, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Um Kosten zu sparen, würden auch Hunderte Stellen bei Führungskräften und Managern gestrichen. Insgesamt fallen damit bis Mitte des Jahres 2,5 Prozent der zuletzt rund 160.000 Jobs bei Boeing weg. Im Februar hatte der Chef von Boeings ziviler Flugzeugsparte, Ray Conner, bereits angekündigt, dass ein Personalabbau notwendig sei, um "Wachstum zu finanzieren und ein gesundes Geschäft zu führen". Quelle: dpa
RWERWE-Personalvorstand Uwe Tigges stellt die rund 60.000 Beschäftigten des Essener Energiekonzerns auf weiteren Stellenabbau ein. "Unsere bisherigen mittelfristigen Planungen sehen bis Ende 2018 einen Abbau um etwa 2000 Arbeitsplätze vor, unter anderem auch durch natürliche Fluktuation", sagte Tigges der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Innerhalb der vergangenen drei Jahre hat RWE bereits rund 10.000 Arbeitsplätze verloren. "Bisher ist es uns gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Und wir tun alles dafür, dass es auch weiterhin so bleibt", sagte Tigges. Quelle: dpa
Coca-Cola Quelle: dpa
Nach der Fusion der beiden genossenschaftlichen Zentralbanken sollen 700 der 5700 Stellen gestrichen werden. Das entspricht rund 12 Prozent der Belegschaft. Quelle: dapd
SEBDie Deutschland-Tochter der schwedischen Bank SEB will zehn Prozent ihrer 700 Stellen streichen. „Wir haben entschieden, unsere Standorte in Hamburg und Düsseldorf zu schließen und unsere Kompetenzen in der Zentrale in Frankfurt zu bündeln“, sagte ein Sprecher des Instituts Anfang Februar. Umgesetzt sein sollen die Maßnahmen bis zur Mitte dieses Jahres. Betriebsbedingte Kündigungen will die SEB dabei vermeiden. Neben Frankfurt soll ein kleiner Standort in München erhalten bleiben, von wo aus die SEB Mittelstandskunden in Bayern und Baden-Württemberg bedient. Die SEB macht in Deutschland nur noch Geschäfte mit Firmenkunden und institutionellen Kunden. Das Privatkundengeschäft der deutschen Tochter hatten die Schweden 2011 an die spanische Banco Santander verkauft. Quelle: dpa
General Electric Quelle: dpa
Carlsberg entlässt 2000 Mitarbeiter Quelle: REUTERS
Royal Dutch Shell Quelle: REUTERS
Toshiba Quelle: REUTERS
Rabobank Quelle: REUTERS
Dräger Quelle: dpa

Weil Koenig & Bauer nicht mehr an eine Erholung der Branche glaubt, wird das Unternehmen umgebaut und der strikte Sparkurs samt Job-Kahlschlag geht weiter. Die Zahl der festen Mitarbeiter - ohne die Beschäftigten bei neu dazugekommenen Tochterfirmen - ging zum Jahresende auf 5347 zurück. Deutlich mehr als 1000 weitere Stellen sollen noch wegfallen, hieß es am Freitag. Zuletzt hatte KBA von bis zu 1500 Jobs gesprochen. Zudem will sich das Unternehmen stärker auf Digital- und industriellen Kennzeichnungsdruck sowie auf das Bedrucken von Verpackungen aus Karton, Blech oder Glas konzentrieren. Die Neuausrichtung werde auch 2014 Kosten verursachen, teilte KBA mit. 2013 schlug sie mit gut 155 Millionen Euro zu Buche.

Wegen dieser Sonderlasten werde auch in diesem Jahr vor Steuern ein Verlust anfallen. Beim Umsatz rechnen die Franken mit einem Rückgang auf einen Wert zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Euro. "Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel wirtschaften", bekräftigte Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann.

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