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PlagiariusDie dreistesten Kopien des Jahres

Dreiste Produkt-Plagiate können Arbeitsplätze gefährden. Auch deswegen wird zum 44. Mal der Negativ-Preis für Ideenklau verliehen. Das sind die zweifelhaften Plagiarius-Preisträger 2020. 07.02.2020 - 13:30 Uhr
Foto: WirtschaftsWoche

Plagiate sind nicht nur dreister Ideenklau, sie können auch Arbeitsplätze gefährden. Den Herstellern des Originals machen sie Umsatz streitig – und schlecht gemachte Kopien können sogar das Image des Herstellers zerkratzen. Deswegen wird zum 44. Mal der Plagiarius verliehen. Nachfolgend sehen Sie die Preisträger des Jahres 2020.

Foto: WirtschaftsWoche

1. Platz: Küchen-Schneidgerät „Nicer Dicer Quick"

Man muss schon genau hinschauen, um die Fälschung zu erkennen. Der falsche Nicer Dicer, rechts, von Ningbo A-Biao Plastic Industry & Trade Co aus China verletzt diverse gewerbliche Schutzrechte von Genius. Er kopiert nicht nur Produkt- und Verpackungsdesign, sondern auch den Firmennamen „Genius“, den Produktnamen „Nicer Dicer Quick“ sowie Text und Abbildungen der englischsprachigen Bedienungsanleitung. Lediglich das Genius-Logo wurde wegretuschiert. Die billigen Materialien spiegeln die minderwertige Qualität wider: Die Schneidklingen sind schneller stumpf und nicht so fest verankert – es besteht ein Risiko des Herausbrechens und somit Verletzungsgefahr. Dafür gibt es in diesem Jahr den ersten Preis. Glückwünsche sind eher nicht angebracht.

Foto: WirtschaftsWoche

2. Platz: Kayser Sahnekapseln

Platz zwei geht an die Fälschung rechts im Bild und stammt von Female Food BV aus den Niederlanden. Ein belgischer Händler hatte die Fälschungen laut eigener Aussage „im guten Glauben“ erworben. Der Fälscher verletzt die Bildmarke „Kayser“ und kopiert 1:1 Produkt und Verpackung. Die Fälschungen erfüllen keinerlei Qualitäts- und Sicherheitsstandards: Die Kappe einer gefälschten Kapsel ist bei normalen Lagerbedingungen und ohne Fremdeinwirkung explodiert. Die Kapseln sind innen verrostet; das Gas in den Kapseln ist verunreinigt und nicht lebensmittelecht.

Foto: WirtschaftsWoche

3. Platz: JULIUS-K9 Hundegeschirr „IDC Powerharness"

Der dritte Platz wird in diesem Jahr gleich zwei Mal vergeben. Beim Hundegeschirr von Julius ist kaum zu erkennen, welches das Original und welches die Fälschung ist. Der Fälscher Shenzhen Dog Favors Pet Supplies (rechts) aus China hat das Produkt sowie die Marke „JULIUS-K9“ gründlich kopiert. Dazu kommt: Die minderwertigen Materialien und Reflektoren wirken sich negativ auf Tragekomfort, Sichtbarkeit und Langlebigkeit aus. JULIUS-K9 Fälschungen werden oftmals über Plattformen wie Alibaba vertrieben. Die JULIUS-K9 Firmengruppe hat internationalen Design- und Markenschutz und setzt diesen konsequent gegen Fake-Hersteller und -Händler durch.

Foto: WirtschaftsWoche

3. Platz: (Laptop-) Rucksack „Wenger Ibex“

Ebenfalls auf dem dritten Platz landet eine Kopie eines chinesischen Herstellers (rechts), der Design und Konstruktion des Originals komplett übernommen. Er vertreibt die Plagiate über ein weltweites Distributionsnetz, unter anderem in Israel. Der Markenname „Wenger“ wird nicht verletzt, aber die von Wenger S.A. geschützte Wenger Emblem Bildmarke (Kreuz auf einem Quadrat). Swiss Bag vertreibt in seinem Shop und auf seiner Website parallel Wenger-Originalprodukte und Wenger-Plagiate.

Foto: WirtschaftsWoche

Auszeichnung: Verpackungsdesign „Maria sole Caffè Espresso“

In diesem Jahr werden zusätzlich sechs gleichrangige Auszeichnungen vergeben. Den Anfang macht Caffè Cultura. Es besitzt seit 2016 die Markenrechte an der seit 2008 eingetragenen Marke „MariaSole“ (links) sowie die exklusiven Nutzungsrechte für das bekannte Verpackungsdesign. Der vorherigen Lizenznehmerin wurden alle Rechte an der Marke entzogen und die betrügerische Nutzung der alten Produktkennungen (EAN) für die nachfolgend an den Markt gebrachten Plagiate untersagt. Trotzdem hat die Rösterei Torrefazione S. Francesco S.A.S. (rechts) Plagiate unter der alten Marke „MariaSole“ und ebenso unter der Bezeichnung „MariaGrazia“ weiter vertrieben. Um eine Abgrenzung zu den Plagiaten vorzunehmen, musste Caffè Cultura sein Verpackungsdesign ändern, obwohl es alle gewerblichen Schutzrechte für das bekannte Design besitzt.

Foto: WirtschaftsWoche

Auszeichnung: Kehrmaschine „haaga 677 Profi"

Und auch Design und Technik dieser Profi-Kehrmaschine wurden kopiert. Achtung: Verwechslungsgefahr! Das Plagiat, rechts im Bild, wurde auf einer Messe in den USA entdeckt. Versuche von Haaga, über Dritte aus China, den USA und Russland an ein Muster des Plagiats zu kommen, blieben bislang erfolglos.

Foto: WirtschaftsWoche

Auszeichnung: Taucherlampe „Ledlenser D14.2"

Wer hat denn hier von wem abgeschaut? Der Nachahmer (rechts) kopiert nicht nur das geschützte Design inklusive 3D-Marke, sondern auch das Taucher-Piktogramm. Der sehr niedrige Preis spiegelt sich in billigen Materialien (Plastik statt Edelstahl), einem nicht ausreichend dimensionierten Kühlkörper und minderwertigen LEDs sowie mangelhafter Funktionalität wider: Trotz zwei Einstellmöglichkeiten für die Lichtstärke ist das Ergebnis beim Plagiat in beiden Positionen das gleiche schwache Licht. Für den Tauchgang also eher ungeeignet.

Foto: WirtschaftsWoche

Auszeichnung: Rasierer „Futur 700"

Wer genau hinschaut, kann sehen, dass an der rechten Klinge oben der Schriftzug fehlt. Ansonsten ist es auch hier sehr schwierig, Fake und Original auseinanderzuhalten. Das Plagiat wurde auf Amazon.de in Text und Bild als Merkur Rasierer beworben. Geliefert hat der chinesische Anbieter das Plagiat von Ming Shi. Dieser kopiert sowohl den Rasierer als auch die Verpackungskonstruktion und wirbt sogar wie Merkur mit „Tradition & Design“.

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Auszeichnung: Pendelleuchte „Tilt Globe"

Hier versucht die Licht-Design Skapetze GmbH & Co. KG aus Simbach (rechts) die Lampe von Hersteller Nyter aus Karlsruhe zu kopieren. Design und Funktion (weitgehend freie Bewegung eines Lampenschirms um ein Leuchtmittel) wurden nahezu 1:1 übernommen, so dass akute Verwechslungsgefahr mit dem Original besteht. Das niedrigpreisige Plagiat ist durch Materialien und Verarbeitung extrem billig und minderwertig. Skapetze bestreitet, dass es sich um ein Plagiat handelt und weigert sich, den Vertrieb einzustellen.

Foto: WirtschaftsWoche

Auszeichnung: 3D-Silikon-Backform „Eleganza“

Und die letzte Auszeichnung bei der diesjährigen Plagiarius-Verleihung geht an einen chinesischen Händler, der auf Messen und über Amazon die Kopie der Backform (rechts) verkauft. Das geschützte Produktdesign von Silikomart wurde übernommen, der Gesamteindruck von Original und Plagiat ist trotz Größenunterschied identisch. Silikomart verwendet für all seine Produkte hochwertiges, elastisches und flüssiges Rohsilikon - zertifiziert als geeignet für den direkten Lebensmittelkontakt. Das Plagiat ist aus festerem Rohsilikon hergestellt, die Form ist härter. Und das Plagiat ist sogar teurer als das Original.

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