Zahlen: Thyssenkrupp zahlt Dividende und warnt vor Gewinnrückgang
Ein Schild mit dem Schriftzug und dem Logo des Stahlkonzerns steht an der Konzernzentrale.
Foto: dpaDer Industriekonzern Thyssenkrupp will nach Zuwächsen im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seit Jahren wieder eine Dividende ausschütten. Die Anleger sollen 15 Cent je Aktie erhalten, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende September) mit. Zuletzt hatte der Traditionskonzern für das Geschäftsjahr 2017/18 eine Dividende von ebenfalls 15 Cent je Anteilsschein gezahlt. Dank starker Ergebnisse der Stahlsparte und im Materialhandelsgeschäft konnte Thyssenkrupp im vergangenen Geschäftsjahr das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) auf 2,1 Milliarden Euro fast verdreifachen. Unter dem Strich blieben nach Anteilen Dritter 1,1 Milliarden Euro in der Kasse nach einem Verlust von 115 Millionen Euro im Vorjahr.
Beim Ausblick geht Thyssenkrupp unter anderem wegen der inzwischen gesunkenen Stahlpreise von einem schwierigen Geschäftsjahr 2022/23 aus. So erwartet das Unternehmen nur ein operatives Ergebnis im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für den Jahresüberschuss rechnet das Management mit einem mindestens ausgeglichenen Wert. Ursache hierfür seien geringere Preise bei Steel Europe und Materials Services. Hinzu kämen höhere Kosten etwa für Energie, die hohe Inflation und steigende Zinsen.
Finanzchef: Bereiten uns auf das schwierigste Szenario vor
„Unser Schwung beim Veränderungsprozess wurde zwar gebremst, aber wir haben drei externe Schocks – Pandemie, Halbleitermangel und Krieg – vergleichsweise robust wegstecken können“, sagte Vorstandschefin Martina Merz. Finanzchef Klaus Keysberg betonte, es könne noch niemand sagen, wie groß die Herausforderungen würden und wie lange sie anhalten. „Wir bereiten uns aber auch auf das schwierigste Szenario vor“, sagte er. Ziel bleibe bei dem vom Markt stark beachteten Free Cashflow vor M&A einen ausgeglichenen Wert zu erreichen. Trotz Verbesserungen lag dieser im abgelaufenen Geschäftsjahr noch bei minus 476 Millionen Euro.
Im Stahlgeschäft konnte der deutsche Marktführer mit höheren Preisen eine schwächere Nachfrage der von Material- und Lieferengpässen heimgesuchten Automobilbranche wettmachen. Operativ fuhr die Sparte einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro ein - nach 116 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Überlegungen für eine Abspaltung des Stahlgeschäfts kommen angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen offenbar eher zurückhaltend voran. Thyssenkrupp gehe weiter davon aus, dass eine eigenständige Aufstellung dem Stahlgeschäft gute Zukunftsperspektiven eröffne. „Die konkrete Ausgestaltung muss aber aufgrund der aktuell unsicheren geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Lage offenbleiben.“
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