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Russische TechnikDas Yotaphone drängt auf den Weltmarkt

Ein Smartphone aus Russland? Für seine Pläne wurde Yota Devices anfangs nur belächelt. Jetzt setzten die Russen von Deutschland aus zur Eroberung des Weltmarkts an.Maxim Kireev 18.12.2013 - 06:14 Uhr

Das Gelächter war groß in Russland. Vor gut drei Jahren überreichte der Chef des staatlichen Technologiekonzerns Rostec Sergej Tschemesow dem damaligen Präsidenten des Landes Dimitri Medwedew eine rätselhafte Plastikschachtel. Der Prototyp eines Smartphones mit zwei Displays sollte es sein, entwickelt und designed in Russland. Der angebliche iPhone-Killer avancierte im Internet umgehend zu einem Spottobjekt. Von einheimischem High-Tech halten Russen offenbar nicht besonders viel. Bestenfalls wurde das Gerät als Propaganda abgeschrieben. Schließlich sprach Medwedew unermüdlich von der Modernisierung, die Russlands Wirtschaft dringend brauche. Sicherlich werde Yota, die Telekom-Tochter von Rostec, einfach ein chinesisches Handy mit seinem Logo versehen und auf den Markt werfen, sagten Beobachter.

Gut drei Jahre später sitzt der Deutsche Jens Uwe Theumer, Europa-Chef von Yota Devices, in seinem Büro in der Nähe von Erfurt und arbeitet daran, dass die Yotaphones weltweit in die Läden kommen. Vor knapp zwei Wochen startete bereits der Verkauf der Geräte über den Onlineshop des Herstellers. „Wir waren derzeit überrascht von der Anzahl der Vorbestellungen, dass wir mit der Produktion nicht hinterherkommen“, erklärt Theumer. 10.000 Vorbestellungen sollen es gewesen sein, ein Fünftel davon aus Europa. Wie viele Geräte tatsächlich ausgeliefert wurden, verrät das Unternehmen nicht. Allerdings ist klar, dass zum Verkaufsstart wohl eine geringe Stückzahl im vierstelligen Bereich verfügbar war.

Smartphones sollen Exportschlager werden

Trotz aller Vorsicht will das Moskauer Unternehmen das schaffen, woran die meisten russischen Hersteller kläglich scheitern: Seine Produkte sollen sich weltweit verkaufen. Bereits im August hat Yota Devices einen LTE-Router auf den deutschen Markt gebracht. Rund sechs Prozent des Weltmarktes für LTE-fähige Modems und Router beanspruchen die Russen nach eigenen Angaben für sich. Nun soll dies auch mit Smartphones gelingen.

Wichtigstes Kaufargument des Yotaphones ist sein E-Ink Display auf der Rückseite, nach Vorbild eines E-Books. Darauf sollen Nutzer nicht nur lesen, sondern auch wichtige Benachrichtigungen  über Mails oder SMS sehen, ohne das Gerät einzuschalten. „Wir machen keinen Hehl daraus, dass es sich in Sachen Design und Software um ein russisches Produkt handelt“, sagt Theumer. „IT-Spezialisten und Programmierer aus Russland sind weltweit bekannt für ihre gute Qualifikation, sodass wir nicht mit negativen Vorurteilen zu kämpfen haben“. Zusammengebaut wird das neue Handy dagegen von einem Vertragsfertiger in China, während Entwicklerteams von Yota in Russland, Singapur und in Finnland arbeiten. Unabhängige Entwickler sollen schon bald eigene Apps für das hintere Display über den Google Store anbieten.

iPhone 5

Beim iPhone 5 hat Apple erstmals den Display etwas vergrößert. Er beträgt nun 5 Zoll im 16:9-Format. Das Gerät ging im Herbst 2013 in den Verkauf und gilt als das am besten verkaufte iPhone aller Zeiten. Genau lässt sich das nicht überprüfen, da Apple die Anzahl der verkauften iPhones nie nach Versionen aufgeschlüsselt veröffentlicht.

Für das Apple iPhone 5 (mit 32 Gigabyte Speicher) bekommen Verkäufer bei Flip4New bis zu 420 Euro. (Stand: September 2013).

Foto: dpa

iPhone 4S

Mit dem iPhone 4S hat Apple erstmals die Spracherkennungsfunktion Siri eingeführt. Ansonsten lässt sich das Gerät kaum von dem Vorgänger unterscheiden.

Für das Apple iPhone 4S mit 16 Gigabyte Speicher werden bei Flip4New noch bis zu 255 Euro fällig. (Stand: September 2013).

Foto: WirtschaftsWoche

iPhone 3GS

2009 stellte Apple das dritte iPhone vor. Erstmals eingebaut wurde hier der digitale Kompass. Die Kamera nimmt Bilder mit 3-Megapixel auf. Der Bildschirm umfasst 3,5 Zoll.

Selbst für dieses relativ alte Modell ist laut Flip4New immer noch bis zu 120 Euro wert. (Stand: September 2013)

Foto: REUTERS

Sony Xperia S
Als erste Neuerscheinung nach der angekündigten Komplettübernahme des Handyproduzenten Sony Ericsson hat Sony das neue Top-Smartphone Xperia S unter dem neuen, alten Markennamen „Sony“ angekündigt. Mit Doppel-Kern-Prozessor und 4,3-Zoll-Bildschirm spielt es in der ersten Handy-Liga ganz oben mit. Die Display-Auflösung liegt über der des hoch gelobten Retina-Displays von Apples iPhones der 4. Genration. Die Zwölf-Megapixel-Fotokamera markiert einen neuen Spitzenwert für Fotohandys. Videos soll das Xperia S in Full-HD-Qualität aufzeichnen (1920x1080 Pixel), die Wiedergabe am Fernseher läuft über den eingebauten HDMI-Anschluss.

Zum Verkaufsstart kostete das Gerät etwa 500 Euro. Bei Flip4New sind noch etwa 130 Euro zu bekommen. (Stand: September 2013)

Foto: dapd

Samsung Galaxy S2

Trotz des Riesendisplays ermöglicht das Top-Gerät aus dem Jahr 2011 knapp sechs Stunden Dauertelefonieren. Wegen seines Plastikgehäuses wirkt das extrem schlanke Handy allerdings nicht sehr wertig und fast schon zerbrechlich. Die Bildauflösung beträgt 800 x 480 Bildpunkte. Videos können im FullHD-Format aufgenommen werden.

Das Smartphone ging im Herbst 2011 noch für 440 Euro über die Ladentheke. Inzwischen sind immernoch etwa 130 Euro für ein Galaxy S2 zu bekommen. (Stand: September 2013)

Foto: Samsung

Samsung Galaxy Mega

Das Samsung Galaxy Mega gibt es in zwei Größen: 5,8 und 6,3 Zoll. Die größere Variante hat einen 1,7 Gigahertz-Prozessor eingebaut und verfügt über eine 8 Megapixel-Kamera (1,9 Front). Über eine Micro-SD-Karte ist der Speicher auf bis zu 64 Gigabyte erweiterbar.

Auf Flip4News lässt sich die 6,3-Zoll-Variante noch für 290 Euro verkaufen. (Stand: September 2013).

Foto: AP

Samsung Galaxy S4

Die Kamera ist mit 13 Megapixeln wesentlich hochauflösender als  beim Vorgängermodell, auch der Prozessor ist mit acht Rechenkernen schnellere. Der Akku hält deutlich mehr Strom bereit als der des iPhone 5. Er muss allerdings auch einen Bildschirm versorgen,  der mit fünf Zoll noch einmal gewachsen und erheblich schärfer geworden ist (441 Pixel per Inch statt 306).

Das Galaxy S4 ist inzwischen für etwa 300 Euro erhältlich. (Stand September 2013)

Foto: dpa

Nokia Lumia 920

Das Smartphone der Finnen enthält eine hervorragende Kamera, die ähnlich gute Bilder wie die 41-Megapixel-Kamera in Nokias Pureview 808 liefert. Dank neuer Stabilisator-Technik sollen Wackelbilder vermieden werden. Ebenfalls positiv ist die kabellose Ladestation in Form eines Kissens, auch wenn das Laden mit dem Kabel immernoch deutlich schneller geht. Weitere Informationen zum Lumia 920 im direkten Vergleich mit Apples iPhone5.

Für das Nokia Lumia 920 sind bei Flip4New bis zu 170 Euro drin. (Stand: September 2013)

Foto: REUTERS

Nokia Lumia 925

Das Lumia 925 von Nokia liefert selbst im Halbdunkel noch farbechte, scharfe Bilder. Durch die niedrige Brennweite passt viel Landschaft aufs Foto. Vorinstallierte Apps bieten vom bewegten Foto (Cinemagraph) bis zur Best-Shot-Funktion (besten Aufnahme aus zehn Fotos) viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Netz sind für das Modell mit 16 GB noch bis zu 280 Euro zu bekommen. (Stand: September 2013)

Foto: dpa

Das HTC Sensation XL

Mit dem ein größeren Bildschirm als seine Vorgänger wollte HTC die Wiedergabe von Videos verbessern. Seit Herbst 2011 ist es am Markt.

Für etwa 120 Euro lässt sich das Smartphone bei Flip4New noch verkaufen. (Stand: 2013)

Foto: Presse

HTC One X+

Das neue Flaggschiff HTC One X+ ist seit Oktober 2012 mit dem neuen Android-System Jelly Bean auf dem Markt. Kurz zuvor hatte das Unternehmen sein erstes Gerät mit Microsofts neuem Betriebssystem Windows Phone 8 vorgestellt. Die Batterieleistung des Gerätes ist um rund 30 Prozent verbessert worden. Innen arbeitet ein Quadcore-Chip, als interner Speicher stehen 64 Gigabyte zur Verfügung. Neben der Audio-Qualität mit Beats Audio legte HTC Wert auf die Verbesserung der Kamera.

Das Gerät wurde zum Verkaufsstart über alle führenden Provider in Deutschland für 649 Euro angeboten. Inzwischen bekommt man für das gebrauchte Gerät noch etwa 150 Euro. (Stand: September 2013)

Foto: REUTERS

HTC One

Durch die vier Megapixel fällt bei der riesigen Linse des HTC One mehr Licht auf jeden Pixel. In der Praxis bedeutet das: Selbst bei schlechtem Licht macht das Smartphone noch gute Fotos. Das 4,7 Zoll große Display steckt in einem Aluminium-Gehäuse.

Für das HTC One bekommen Sie bei Flip4New bis zu 330 Euro. (Stand: September 2013)

Foto: AP

Von Deutschland aus, verhandelt Theumer mit Partnern in ganz Europa und im Nahen Osten, die das Yotaphone vertreiben wollen. Hierzulande hat Yota die Brodos AG als Vertriebspartner gewonnen. Das Unternehmen ist etwa als Lieferant von Media Markt gelistet und ist Franchisegeber für über 75 Handyläden. Auch mit den Telekommunikationsanbietern ist Theumer im Gespräch. Nach Russland ist die Bundesrepublik das zweite Land, wo das Yotaphone auch in die Regale der Elektronikläden kommt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Theumer in Deutschland  bereits für Motorola und Blackberry gearbeitet hat und in der hiesigen Mobilfunkbranche bestens vernetzt ist. 

Kurz vor Weihnachten soll es soweit sein, vorausgesetzt Yota bekommt seine Lieferprobleme in den Griff. Andere Märkte, wie Frankreich oder Großbritannien sollen dagegen erst im Januar beliefert werden. Auch wenn das Weihnachtsgeschäft für Yota somit bereits gelaufen sein dürfte, ihre Spötter haben die Russen widerlegt. Bei seiner Premiere Frühjahr auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas kassierte das Yotaphone viel Lob von Experten und holte den von Technikjournalisten vergebenen Best-of-CES-Preis. Der rückseitig integrierte E-Ink-Bildschirm war seit langem die erste echte Neuigkeit auf dem umkämpften Smartphone-Markt.

Ob aus den Spöttern allerdings Käufer werden, ist mehr als fraglich. Viele Experten waren zur Markteinführung enttäuscht über die Umsetzung des E-Ink Bildschirms, der kein Touchscreen ist und nur eine geringe Auflösung hat. Zudem verzichtet Yota fast vollständig auf eine Werbekampagne zu dem neuen Gerät. Gleichzeitig scheint der Preis, der Anfangs bei etwa 500 Euro liegen soll ziemlich saftig, denn vergleichbare Geräte ohne einen zweiten Bildschirm, dafür aber mit bekannter Marke, sind günstiger. Ein HTC One mini, mit nur etwas schwächeren Parametern kostet gerade ein Mal 350 Euro.

Yota Devices dagegen behauptet, bewusst auf die neusten Komponenten, wie einen Vierkern-Prozessor verzichtet zu haben. Die meiste Leistung solcher Geräte bleibe ungenutzt. Bei einem Auftritt in Frankreich verriet Unternehmenschef Vladislav Martynov im Sommer, dass er ohnehin nicht an den finanziellen Erfolg des ersten Yotaphones glaube. Es gehe vielmehr um das Feedback der ersten Kunden. Den Durchbruch soll vielmehr die zweite Generation des Yotaphones bringen. An ihr wird bereits getüftelt, damit sie wie geplant, in einem Jahr in die Läden kommt.

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