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Ölkatastrophe Warum sich BP radikal verändern wird

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BP

Eine Analyse durch das „Wall Street Journal“ zeigt, dass dahinter offenbar System steckte. BP nutzte die kostengünstigere Long-String-Technik bei 35 Prozent seiner Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko, der BP-Partner Andarko, der mit 25 Prozent an dem Macondo-Projekt beteiligt ist, sogar bei 42 Prozent. Konkurrent Shell hingegen setzte das preiswerte, aber riskante Verfahren nur in 8 Prozent, Chevron lediglich in 15 Prozent der Tiefseebohrungen ein. Einer der BP-Ingenieure schrieb in einer E-Mail unumwunden, dass das Long-String-Design „eine ganze Menge Zeit und Geld spart“.

Schluss sein dürfte in Zukunft auch mit Kampagnen, für die BP Hunderte von Millionen Dollar ausgab, um Naturschützer und die Öffentlichkeit zu umgarnen. Seit 2001 schmückte sich BP mit dem Slogan „Beyond Petroleum“ – „jenseits vom Öl“ – und versuchte sich an Solar- und Windenergie. Haywards Vorgänger Lord Browne saß von 2000 bis 2006 im Vorstand der Umweltorganisation „Conservation International“. „The Nature Conservancy“, eine der größten US-Umweltschutzorganisationen, die mit dem Naturschutzbund Deutschland kooperiert, steht unter Beschuss, seit bekannt wurde, dass sie fast zehn Millionen Dollar an Spenden von BP erhalten hat.

Dem US-Bundesstaat Louisiana überwies BP 40 Millionen Dollar, um das durch Hurrikans beschädigte Marschland wiederherzustellen. Mit der von BP nun verursachten Ölkatastrophe ist der Artenschutz an Teilen der US-Golf-Küste aber erstmal dahin.

Das wird Konsequenzen haben. „Die Zusammenarbeit mit Unternehmen ist das Markenzeichen unserer Organisation, die sind es, die die Umwelt oft stark belasten“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Europa-Chef von Nature Conservancy. „In Zukunft werden wir aber sehr viel genauer prüfen, von welchen Unternehmen wir Spenden annehmen.“

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