Kündigung: Wenn junge Manager gefeuert werden

Kündigung: Wenn junge Manager gefeuert werden

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Sven Paaschburg: Der Hamburger leitete sechs Jahre lang ein Team von 25 Mitarbeitern. Im Jahr 2010 erhielt der zweifache Vater die betriebsbedingte Kündigung. Paaschburg nutzte die unfreiwillige Auszeit zur beruflichen Neuorientierung. Seit Anfang 2012 ist er selbstständiger Kleinunternehmer: In Hamburg eröffnete er eine Filiale des Franchisenetzwerks Mail Boxes Etc. In den Geschäften können Kunden Pakete verschicken oder Dokumente drucken lassen.

von Daniel Rettig

Jahrelang haben sie als Führungskräfte Teams angeleitet, Sonderprojekte gestemmt, unbezahlte Überstunden angehäuft – und plötzlich stehen sie auf der Straße: wie junge Manager mit mit dem Verlust ihres Jobs umgehen.

Den ersten Paukenschlag erlebte er direkt im Jahr seines Dienstantritts: Als Sven Paaschburg 2004 seinen neuen Job bei einem Mittelständler antrat, machten dessen Mitarbeiter bundesweit Schlagzeilen. Um einen Standort zu erhalten, erklärte sich die Belegschaft dazu bereit, künftig wöchentlich 40 statt der im Tarifvertrag vereinbarten 35 Stunden zu arbeiten – ohne Lohnausgleich. Damit sicherten die Angestellten dem Unternehmen eine Zehn-Millionen-Euro-Investition der Muttergesellschaft.

Paaschburg selbst startete mit Schwung in den neuen Job: Er übernahm die Leitung eines Teams von 25 Mitarbeitern, engagierte sich in Projekten, tüftelte über Strategien, machte Überstunden, verdiente gutes Geld.

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Nach seiner Elektrikerlehre hatte er parallel zu seiner damaligen Stelle Betriebswirtschaftslehre studiert und erfolgreich abgeschlossen. Diese Mühen schienen sich nun auszuzahlen – bis Ende 2010 der Schock kam: Paaschburg wurde betriebsbedingt gekündigt. Nach insgesamt 19 Jahren im Unternehmensverbund, davon die letzten sechs als Teamleiter, stand er mit 43 Jahren plötzlich auf der Straße.

Eine Situation, die für ihn nicht nur ungewohnt war, sondern auch existenziell – Paaschburg hatte eine Frau und zwei kleine Kinder zu ernähren.

Auf dem Prüfstand

Raus mit Mitte 40 – eine Erfahrung, die Paaschburg jüngst mit vielen anderen Managern teilte: Erst jahrelang Woche für Woche 60, 70, 80 Stunden arbeiten, bis spät abends im Büro sitzen oder auf Dienstreisen unterwegs sein, Mitarbeiter instruieren, Projekte planen, Strategien aushecken – um dieses Engagement plötzlich von 100 auf null zurückfahren zu müssen, weil der Arbeitgeber die Stelle gestrichen hat. Die Abfindung erscheint höchstens auf den ersten Blick üppig, spätestens nach Abzug der Steuer wird klar: Auf Dauer reicht das Geld nicht mehr für Zweitwagen und Skiurlaub, die Raten fürs Häuschen und die Ausbildung der Kinder.

Gedanken, die sich auch in den kommenden Monaten viele Angestellte machen müssen. Zahlreiche Unternehmen haben bereits umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt, quer durch alle Branchen und Hierarchieebenen. Nicht nur einzelne Positionen, sondern ganze Abteilungen stehen auf dem Prüfstand.

Allgemeiner Stellenabbau

Die Deutsche Bank will sich in den kommenden Monaten von jeder zehnten Stelle im Investmentbanking trennen, Landesbanken wie die HSH streichen Abteilungen zusammen oder setzen sie gleich komplett auf die Straße. Der Düsseldorfer Energiekonzern E.On verkündete bereits im Sommer, dass er etwa 11.000 Mitarbeiter freistellt, vor wenigen Wochen meldete Konkurrent RWE, sich von 8.000 Mitarbeitern trennen zu wollen. Nokia Siemens Networks will seine Belegschaft in Deutschland bis Ende 2013 um 3.000 Positionen verringern, auch der Anlagenbauer Ferrostaal und der Biotechkonzern Qiagen trennen sich von Mitarbeitern. Nicht nur von einfachen Arbeitern oder Angestellten auf unteren Hierarchieebenen – sondern auch von Führungskräften.

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