Stipendien für Studierende: Wo der Durchschnittsstudent gefördert wird
Stipendienprogramme für Studenten
Stipendien kassieren nur Streber oder Hochbegabte? Von wegen. Das Social Start-up myStipendium hat eine riesige Liste mit Programmen für Studenten mit durchschnittlichen Leistungen oder ungewöhnlichen Lebensläufen. Das zeigt, gute Noten braucht man nicht immer, um ein Stipendium zu ergattern. Macnhe Stiftungen wollen auch „normale“ Studenten oder ungewöhnliche Lebensmodelle fördern. Ein Überblick über kuriose Stipendien von jungen Menschen, die nicht in das Schema des Elite-Studenten passen.
Foto: dpaStipendium für Nerds und das Anderssein
Wer an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen studieren möchte, der hat ebenfalls ohne Strebernoten Chancen auf ein Stipendium. Denn die ZU erlässt mithilfe ihres Stipendiums Menschen mit ungewöhnlichen Lebensläufen die Studiengebühren, die sich pro Bachelorprogram auf über 30.000 Euro belaufen. Zwölf angehende Studierende bekommen jedes Jahr so eine Förderung, wenn sie die Grundvoraussetzung erfüllen und irgendwie anders sind. Das heißt Langzeitstudenten, Ausbildungsabbrecher, Gründerpleitiers, und Sitzenbleiber sind beispielsweise ebenso herzlich willkommen wie Mütter und Legastheniker – Hauptsache anders.
Foto: FotoliaStipendium für „untadelige Knaben und Mädchen“
Untadeliges Verhalten gehört sich bei den meisten großen Stiftungen, die Stipendien vergeben - ebenso wie gute Noten. Nirgendwo ist es aber so explizit gewünscht wie bei der Urban-, Brigitte- und Johannes-Goll-Stiftung. Dieses Stipendium wird nämlich ausschließlich an „untadelige Knaben und Mädchen“ vergeben. Wer also brav ist, hat eine Chance - zumindest wenn er oder sie auch noch Pädagogik, Sozialpädagogik oder Theologie studiert und aus dem kleinen baden-württembergischen Örtchen Öfingen stammt,
Foto: FotoliaStipendium für Träumer
Auch für Studenten, die vom Unmöglichen träumen und ihre Blicke auf neue Horizonte richten, gibt es Stipendien. Zum Beispiel das "Dream NEW"-Stipendium, mit dem Abenteuerlustige sich für ein Auslandssemester in Neuseeland bewerben können und Träume Realität werden lassen. Ausgeschrieben wird das Stipendium für EU-Studenten von der Bildungsorganisation "Education New Zealand".
Foto: dpaHilfe für Arztkinder
Es klingt komisch, da man ausgerechnet Kinder von Ärzten nicht als finanziell benachteiligt sehen würde - aber für sie gibt es spezielle Studiumsförderprogamme. Die Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“, unterstützt seit einem halben Jahrhundert in Not geratene Arztfamilien - und deren Kinder. Dahinter steckt die Idee der kollegialen Hilfe. Das kommt insbesondere Kindern von in finanzielle Not geratenen Ärzten zugute. Sie bekommen finanzielle Unterstützung. Ein ähnliches Projekt gibt es auch für Arztkinder von der Rosa-Schneider-Stiftung.
Foto: dpaLinkshänder-Stipendium
Kein deutsches Angebot, aber trotzdem unterhaltsam: Am Juniata College in den USA gibt es bereits seit 1979 ein Stipendium für Linkshänder. Mehr als 40 Studierende sind schon in den Genuss dieser Förderung gekommen, berichtet das College aus Huntingdon im US-Bundestaat Pennsylvania. Stipendiaten bekommen für ein Studienjahr zwischen 1000 und 1500 Dollar für Lebenshaltungskosten, Bücher und Co. Linkshänder sein reicht allerdings nicht aus für das Stipendium. In der Regel handelt es sich bei den Stipendiaten um Linkshänder mit außergewöhnlich guten akademischen Leistungen.
In den USA ist so ein Stipendium übrigens keine Seltenheit. Hier gibt es eine ganze Reihe Stipendien für Linkshänder.
Foto: dpaStipendium fürs Nichtstun
Leider ist das heute nicht mehr zu haben, aber tatsächlich bot die Privat-Universität Witten/Herdecke eine Zeit lang mit ihrem „Pfad.Finder-Stipendium“ eine finanzielle Förderung fürs Nichtstun.
Angehende Studenten konnten sich mithilfe des Stipendiums erst einmal ein Jahr Auszeit gönnen, um eine Weltreise zu machen, ein Buch zu schreiben oder was auch immer zu machen. 700 Euro gab es dafür pro Monat für zwölf Monate. „Gemeinsam schenkten wir jungen Menschen Zeit sowie finanzielle und ideelle Unterstützung, um über die Umsetzung einer eigenen Idee, ihren Pfad zu finden und erste Schritte zu tun“, heißt es bei der Uni Witten/Herdecke. Im vergangenen Jahr war’s dann aber vorbei mit dem süßen Nichtstun: Im Frühjahr 2016 wurde das Stipendium letztmalig ausgeschrieben.
Studieren ist teuer. Laut dem Deutschen Studentenwerk geben deutsche Studierende im Schnitt fast 750 Euro pro Monat aus. Für Miete, Ernährung, Lernmittel, Freizeit – Studiengebühren noch nicht einberechnet. 874 Euro stehen ihnen durchschnittlich zu Verfügung. Für viele ein Leben am Limit des Girokontos.
Dabei ist viel Geld da, das Studierenden hierzulande mehr Flexibilität ermöglichen soll. Das Zauberwort heißt Stipendium. Allein die 13 Begabtenförderungswerke, die in Deutschland Stipendien an Studierende und Promovierende vergeben, förderten im vergangenen Jahr 28.900 Studierende. Die Haushalsmittel der Werke beliefen sich 2016 insgesamt auf 243,9 Millionen Euro. Weiterhin liegen sie damit unter ihrem eigentlichen Ziel, ein Prozent aller Studierenden als Stipendiaten zu fördern. Ihrer Meinung nach vor allem auch, weil es immer mehr Studenten gibt.
Ein anderer Grund könnte sein: „Begabt“ ist für viele ein abschreckendes Wort. Vor einigen Jahren gab das Reemtsma Begabtenförderungswerk beim Meinungsforschungsinstitut Allensbach eine Studie zur Nutzung von Stipendien in Auftrag. Das Ergebnis 2014: Nur jeder fünfte Student bewirbt sich überhaupt jemals für ein Stipendium. So manch ein Studienförderwerk oder Stipendienprogramm bleibt deshalb hier und da auf seinem Fördergeld sitzen.
Denn für die weiterhin wachsende Studentenzahlen gibt es trotzdem eine Fülle an Stipendien, die mitunter nicht ausgeschöpft wird – vielleicht auch, weil viele sich ein Stipendium aufgrund „nur guter“ und nicht „überdurchschnittlicher“ Leistungen gar nicht zutrauen.
Dabei gibt es neben den bekannten Begabtenförderungswerken mehrere tausend Stipendienprogramme. Etwa der Bundesländer, so mancher Hochschule, aber auch von Banken, Unternehmen oder Privatpersonen und ihren Stiftungen. Und diese zielen nicht zwangsläufig auf die klügsten oder wie sie sich lieber ausdrücken „leistungsorientierten“ oder „überdurchschnittlichen“ Schüler und Studenten ab.
Einige Stiftungen fördern beispielsweise Studierende in bestimmten Lebensumständen. So gibt es besondere Förderungsprogramme für Halb- und Vollwaisen oder Studierende mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Auch bestimmte Studienfächer, eine Religionszugehörigkeit, ein Forschungsschwerpunkt oder das Interesse an bestimmten Jobs können Zugang zu einem Stipendium bringen. Wer einfach eine Finanzierung für sein Studium benötigt, für den gibt es zudem Stipendien, die schlichtweg zinslose Darlehen bewilligen, die entsprechend des Verdienstes nach dem Studium – ähnlich wie Bafög – zurückgezahlt werden müssen. Besonders interessant für diejenigen, die durch das Bafög-Raster fallen.
Unsere Auswahl stellt einige besondere Stipendien-Arten vor und soll aufzeigen – eine intensive Recherche im Umfeld des Heimatorts, der Eltern und der Studienfachwahl kann sich auszahlen – finanziell und ideell. Ein Überblick.
Stipendien der eigenen Hochschule
Manche Hochschule bietet bedürftigen Studierenden, die ohne finanzielle Unterstützung nur schwer oder gegebenenfalls gar nicht ihr Studium absolvieren können, über Stiftungsmittel eigene Stipendien an. So beispielsweise die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Dort werden jeweils zum Sommer- und Wintersemester Studien-Beihilfen aus insgesamt 15 Stipendienstiftungen vergeben. Chancen auf eine Förderung haben an der LMU immatrikulierte Studenten, die "würdig und bedürftig" sind.
"Bedürftig" bedeutet, dass im eigenen Haushalt und dem der Eltern nur wenig Geld zur Finanzierung des Studiums zur Verfügung stehen. "Würdig" sind Studenten, die gute bis durchschnittliche Noten im Studium haben und wahrscheinlich die Regelstudienzeit einhalten werden. Darüber hinaus haben die verschiedenen Stiftungen individuelle soziale Kriterien, die über eine erfolgreiche Bewerbung entscheiden. Ein soziales Engagement wirkt sich ebenfalls positiv aus. Wer sich bewerben möchte, wird zunächst zu einem persönlichen Gespräch mit dem Stipendienreferat gebeten. Im Anschluss daran wird entschieden, ob es Aussichten auf eines der zahlreichen Stipendien gibt. Wenn ja, können sich Studierende online bewerben. Nach einem Punktesystem wird eine Rangliste erstellt, die darüber entscheidet, wer eine Förderung erhält und wer nicht.
Auch viele private Hochschulen bieten speziell auf ihre Studiengänge zugeschnittene Stipendien oder zumindest besondere Zahlungsvereinbarungen an. Etwa eine Zahlung der Studiengebühren erst nach Abschluss – sozusagen vom ersten Lohnzettel. Die private Zeppelin-Universität (ZU) in Friedrichshafen bietet seinen Bachelor-Studierenden eine besondere Förderung: das „Anti-Streber-Stipendium“. Damit winkt der Erlass der Studiengebühren in Höhe von 75 oder 100 Prozent für die Regelstudienzeit des Bachelors. Wer das Stipendium ergattert und gar keine Studiengebühren entrichten muss, dem bleiben im Bachelorprogramm Gesamtgebühren für das achtsemestrige Studium bei semesterweiser Zahlung von 31.200 Euro erspart.
Für das etwas feiner, auch „Diversitätsstipendium“ genannte Förderprogramm kann sich quasi jeder bewerben, der nicht den gradlinigen Weg gegangen ist oder aufgrund seiner Lebensumstände „etwas besonders“ ist. Gefördert werden laut der ZU unter anderem Ausbildungsabbrecher, Sitzenbleiber, Nicht-Akademiker-Kinder, Bachelorstudenten mit Kind, Menschen auf dem zweiten oder dritten Bildungsweg oder auch Studienabbrecher, Nerds, Gründungspleitiers und Legastheniker. „Mit dem ZU Stipendium ermöglicht die Zeppelin Universität auch finanziell benachteiligten Bewerbern eine Investition in die Zukunft“, heißt es zur Erklärung bei der ZU.
Bewerben kann man sich vorm Studienstart an der ZU. Zunächst müssen Bewerber ein Motivationsschreiben für das Stipendium einreichen. Auf dem Auswahltag vor Ort entscheidet dann die Auswahlkommission sowohl über die Zulassung zum Studium als auch über die Bewilligung eines Stipendiums.
Unterstützung für Mitarbeiterkinder
Arbeiten die Eltern bei bestimmten Firmen (besonders häufig bei ehemaligen Staatsunternehmen), so besteht die Chance, dass diese ein eigenes Stipendienprogramm für Mitarbeiterkinder haben. So bietet zum Beispiel das Betreuungswerk Post, Postbank, Telekom Kindern aus einkommensschwachen Familien Unterstützung für das Studium an. Voraussetzung für ein solches Studium sind neben dem Anstellungsverhältnis der Eltern bei Post, Postbank oder Telekom, dass der Bewerber Bafög bezieht, bereits das dritte Fachsemester absolviert hat und als Vollzeitstudent an einer Hochschule eingeschrieben ist. Wer die Kriterien erfüllt und das Stipendium bekommt, der erhält über die Studienhilfe finanzielle Unterstützung zu Lebenshaltungskosten während des Studiums.
Auch die Deutsche Bahn hat durch die Regierungsrat Paul-Meyer-Stiftung ein ähnliches Angebot. „Gefördert werden Töchter und Söhne im Dienst oder im Ruhestand befindlicher oder verstorbener Mitarbeiter von Eisenbahnunternehmen, die nach erfolgreichem Studienabschluss ein Beschäftigungsverhältnis in einem Eisenbahnunternehmen aufnehmen möchten“, heißt es auf der Bewerbungsseite. Ein mögliches Interesse an einem Job bei der Deutschen Bahn ist für eine erfolgreiche Bewerbung also von Vorteil. Dabei werden vor allem Studierende technischer und kaufmännischer Studienrichtungen gefördert, sprich Elektrotechnik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Informatik und Wirtschaftswissenschaften. „Gerne können sich Interessierte anderer Studiengänge nach vorheriger Anfrage bewerben“, so die wenig motivierende Information für Studierende anderer Fächer. Gefördert wird bis zum Ende der Regelstudienzeit.
Studentische Förderung mit Rückzahlung je nach Karrierestufe
Wer in erster Linie gerade nicht das Geld für sein Wunsch-Studium aufbringen kann und damit rechnet später genügend zu haben, um die Summen zurückzahlen zu können, der kann auch Förderungen in Betracht ziehen, die zinslose Darlehen anbieten.
So bietet die Studienförderung der Deutschen Bildung eine Studienfinanzierung unabhängig von der eigenen finanziellen Situation oder dem Einkommen der Eltern. Sie richtet sich „an motivierte Studenten“, kann ergänzend zum Bafög in Anspruch genommen werden und wird ab dem Berufseinstieg in einkommensabhängiger Höhe zurückgezahlt. Gefördert werden deutsche Staatsbürger, die an einer Hochschule eingeschrieben sind, (oder Studierende mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland) und keinen negativen Schufa-Eintrag haben.
Die finanzielle Förderung kann über bis zu 42 Monate genutzt werden und beträgt maximal 15.000 Euro. Darüber hinaus verspricht die Studienförderung WissenPlus eine Art Rund-um-Betreuung während des Studiums. „Wir unterstützen dich mit hochwertigen Soft-Skill-Trainings im Studium und bei der Berufsvorbereitung. Wir beraten dich bei deinen Bewerbungen für Jobs und Praktika. Und wir bringen dich mit attraktiven Arbeitgebern und Experten aus der Praxis zusammen. Zum Beispiel bei unserem jährlichen Symposium zu einem aktuellen Trend-Thema aus der Arbeitswelt“, heißt es auf der Website der Stiftung Deutsche Bildung.
Technische Universität Dresden
Einstellungsrate: 37 %
Gemessen am Arbeitgeberansehen, den Partnerschaften mit Unternehmen, der Alumni Quote, den Unternehmenspräsenzen auf dem Campus und der Beschäftigungsrate der Absolventen gehört die Technische Universität Dresden zu den angesehensten Hochschulen in Deutschland. Sie bietet den rund 37.000 Studenten ein breites Fächerangebot von über 120 Studiengängen an. Dass die Hochschule zu den besten hierzulande gehört, geht allerdings nicht allein auf die Angebotsbreite zurück. Die Universität selbst rühmt sich mit „außeruniversitären Wissenschafts- und Kulturinstitutionen und hat sich zum Ziel gesetzt, eine exzellente Bildungseinrichtung für den deutschen und internationalen Akademiker-Nachwuchs zu sein.“ Das Konzept scheint zu fruchten. Immerhin 37 Prozent der Absolventen finden nach dem Studium eine passende Arbeitsstelle gefunden.
Quelle: QS Graduate Employability Ranking 2016
Foto: WirtschaftsWocheUniversität Mannheim
Einstellungsrate: 39,7 %
Bei Personalerbefragungen erzielt die staatliche Universität in Mannheim regelmäßig sehr gute Bewertungen. Absolventen der Fächer BWL und Wirtschaftsinformatik erfreuen sich hier besonders großer Beliebtheit. Die Universität hat sich der Ausbildung gesellschaftlich verantwortungsvoller Führungskräfte verschrieben. Wirtschaftsethik und soziales Unternehmertum sind fester Bestandteil des Curriculums. Kein Wunder also, dass 39,7 Prozent der Absolventen dieser Kaderschmiede nach dem Abschluss der Einstieg in den Beruf gelingt.
Foto: PRRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
Einstellungsrate: 45,2 %
Die Ruprecht-Karls Universität Heidelberg ist die älteste Hochschule Deutschlands - gegründet wurde sie bereits im Jahr 1386. Seitdem sind elf Nobelpreisträger, 18 Leibniz-Preisträger, 20 Sonderforschungsbereiche und neun Graduiertenkollegs aus ihr hervorgegangen. Die Hochschule bietet über 150 Studiengänge an und verfügt über zahlreiche Kooperationen mit der Industrie. Diese Praxisnähe scheint Studierenden nach dem Abschluss viele Türen zu öffnen: Die Einstellungsrate liegt bei über 45 Prozent.
Foto: WirtschaftsWocheTechnische Universität Berlin
Einstellungsrate: 49 %
Auch im Nordosten von Deutschland genießt eine Universität einen herausragendem Ruf bei Arbeitgebern: die TU Berlin. Sie ist zudem eine der ältesten Hochschulen mit technischem Schwerpunkt. Studierende profitieren jetzt vor allem von dem internationalen Netzwerk sowie von der Einbindung bekannter deutscher Unternehmen in die Forschung und Lehre. Der Praxisbezug wie auch die herausragenden Leistungen tragen dazu bei, dass Absolventen erstklassige Jobchancen haben.
Foto: WirtschaftsWocheLudwig-Maximilians-Universität München
Einstellungsrate: 53,4 %
Die LMU München blickt auf eine 500 Jahre währende Tradition und bewegende Geschichte zurück. Mit fast 200 Studiengängen bietet sie ein so umfangreiches Spektrum an Studienfächern an wie kaum eine andere Universität in Deutschland. Doch die Größe ist kein Hindernis für den Erfolg, die LMU München ist eine der renommiertesten Universitäten Europas. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Universität sehr viel Wert auf Praxisbezug in der Forschung legt. Da verwundert es nicht, dass dem Großteil graduierter Studenten der Eintritt in den Arbeitsmarkt mit Leichtigkeit gelingt.
Foto: PresseTechnische Universität München
Einstellungsrate: 54,3 %
Auf dem dritten Platz liegt eine Universität, deren Schwerpunkt auf dem technisch- und naturwissenschaftlichen Studium liegt. Zahlreiche Nobelpreisträger und Erfinder, wie zum Beispiel Rudolf Diesel, haben dort studiert, gelehrt oder geforscht. Die Förderung von Talenten und jungen Gründern liegt dieser Universität besonders am Herzen. Studenten der TU München können auf ein großes Netzwerk und breites Beratungsangebot zugreifen. Eingebunden in das Elitenetzwerk Bayern, bietet der Abschluss der TU München daher eine gesicherte Zukunft.
Foto: WirtschaftsWocheRheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen)
Einstellungsrate: 61,2 %
1870 eröffnete die RWTH Aachen ihre Türen und ist heute besonders für herausragende Qualität der Lehre in den MINT-Studienfächern und der Betriebswirtschaft bekannt. Bei Hochschulrankings findet sich die RWTH Aachen stets unter den Top drei wieder. Die starke Einbindung der Industrie sorgt auch dafür, dass die Studenten bereits während des Studiums mit zukünftigen Arbeitgebern in Kontakt kommen. Das macht den Einstieg in den Job danach natürlich umso leichter.
Foto: WirtschaftsWocheTechnische Universität Darmstadt
Einstellungsrate: 64,4 %
Mit über 25.000 Studierenden ist die TU Darmstadt vielleicht nicht die größte Universität Deutschlands, trotzdem punktet sie mit ihrem technischen Schwerpunkt und landet regelmäßig bei Rankings auf den vordersten Plätzen. Mit den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik verfügt diese Uni über einen der größten Elekrotechnik-Fachbereiche. Zudem hat sie als erste Universität der Welt eine Abteilung für elektrische Energietechnik eingerichtet. Das zahlt sich aus: Studenten profitieren bei Unternehmen von dem guten Image und können sich nach dem Abschluss die Jobs aussuchen. Mit einer Einstellungsrate von 64,4 Prozent ist die Technische Universität Darmstadt der Spitzenreiter des Rankings.
Foto: Bert Bostelmann für WirtschaftsWocheStanford University
Einstellungsrate: 100 %
Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Universitäten allerdings verhältnismäßig schlecht ab - Die deutsche Spitzen-Hochschule in Darmstadt landet gerade einmal auf Platz 32. Dafür sind gleich sechs US-amerikanische Hochschulen unter den Top Ten. Unangefochtener Spitzenreiter ist die Stanford University im Bundesstaat Kalifornien, die eine Einstellungsrate von 100 Prozent vorweisen kann. Interessenten, die sich für ein Studium an dieser Universität entschieden haben und zugelassen wurden, haben nach dem Abschluss die Qual der Wahl auf dem Arbeitsmarkt.
Foto: REUTERS
Ein ähnliches Angebot gibt es beim Bildungsfonds von Festo. Studierende können zwischen 5000 und 40.000 Euro für Studiengebühren, Lebenshaltungskosten oder Auslandsstudien bekommen. Auch hier ist die Rückzahlung nach dem Berufseinstieg einkommensabhängig. „Dadurch zahlen Sie nie mehr zurück, als sie sich aufgrund Ihres Einkommens auch leisten können“, heißt es bei Festo. Gefördert werden allerdings nur Studierende bestimmter Fachrichtungen – und zwar der sogenannten MINT-Studienrichtungen und angrenzender Wissenschaftsbereiche – also etwa Mathematik, Informatik, Ingenieurswesen, Naturwissenschaften und Technik. Allerdings auch Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaftslehre.
Unternehmen fördern zukünftige Arbeitskräfte
Wer schon konkrete Jobvorstellungen während des Studiums hat oder sich zumindest vorstellen kann, sich auch von einem Unternehmen, das ein möglicher zukünftiger Arbeitgeber sein könnte, fördern zu lassen, für den gibt es ebenfalls häufig interessante Angebote. Zwar nicht mit unterdurchschnittlichen Leistungen, aber der reine Einserschüler muss man dafür häufig nicht sein.
Der Energieriese RWE bietet mit seinem RWE-Fellows-Programm Studierenden Konzern-naher Studiengänge eine Studienförderung. Wer ein Fach studiert, dass eine Bedeutung für die Energiewirtschaft hat, hat Chancen auf ein solches Stipendium. Elektrotechnik, Maschinenbau, Bohrtechnik aber auch Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik oder -mathematik und ähnliche Fächer sind prädestiniert für den RWE-Fellowship. Darüber hinaus wünscht man sich bei RWE eine fachliche und regionale Nähe zu den Konzernstandorten. Wer beispielsweise eine Ausbildung, ein Praktikum oder eine Studienarbeit innerhalb des Konzerns absolviert, hat gute Chancen auf das Stipendium.
Als Stipendiaten bekommen Studierende bei RWE monatlich 500 Euro, einen persönlichen Mentor sowie Persönlichkeitsseminare und Exkursionen in der RWE-Konzernwelt.
Auch Heidenhain, ein oberbayerischer Hersteller mechatronischer Messgeräte, bietet ein Förderprogramm für den akademischen Nachwuchs. Wer als Studierender im Unternehmen mitarbeitet, der kann für sein technisches oder naturwissenschaftliches Studium finanzielle Unterstützung bekommen. Studenten der Ingenieurswissenschaften oder aus den Bereichen Physik, Informatik oder Elektro- und Informationstechnik können eine Chance auf Förderung bei Heidenhain bekommen. Wer ein Stipendium bekommt, der erzählt einen Zuschuss zum Lebensunterhalt in Höhe von 800 Euro.
Beste Universität im Fachbereich VWL: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Für das aktuelle Hochschulranking der WirtschaftsWoche hat die Beratungsgesellschaft Universum 540 Personalverantwortliche von Unternehmen befragt. Aus einer Liste aller Hochschulen konnten sie diejenigen wählen, deren Absolventen ihre Erwartungen am meisten erfüllen. Pro Fach konnten sie mehrere Unis nennen. Der Schwerpunkt des Rankings liegt auf wirtschaftsnahen Fächern wie BWL, Maschinenbau, Informatik oder Jura. Universitäten, die ihre Studenten auf die Digitalisierung vorbereiten, schnitten in der Regel besser ab, als andere.
Das trifft im Fachbereich Volkswirtschaftslehre offenbar voll auf die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zu: 23,8 Prozent der befragten Personaler gaben an, sehr positive Erfahrungen mit den Absolventen dieser Uni gemacht zu haben. Das ist der höchste Wert in diesem Fachbereich. Insofern kann sich die Frankfurter Hochschule getrost als Deutschlands beste Uni für VWL bezeichnen.
Beste Universität im Bereich Wirtschaftsinformatik: Technische Universität Darmstadt
Die Absolventen dieser Universität konnten im Bereich Wirtschaftsinformatik die meisten Personaler von sich überzeugen (28,7 Prozent).
Quelle: Technische Universität Darmstadt / PR
Foto: PRBeste Universität im Bereich Naturwissenschaften: Technische Universität Berlin
22,3 Prozent der befragten Personaler sind von den Absolventen der TU Berlin überzeugt.
Quelle: TU-Pressestelle / Dahl
Foto: PRBeste Universität im Bereich BWL: Universität Mannheim
40,2 Prozent der befragten Personaler haben schon gute Erfahrungen mit Absolventen dieser Universität gemacht.
Foto: PRBeste Universität im Bereich Elektrotechnik: Technische Universität München (TU)
Die meisten Personaler dieser Fachrichtung haben schon gute Erfahrungen mit dieser Universität gehabt (30,8 Prozent).
Foto: TobiasK
Foto: CCBeste Universität im Bereich Jura: LMU München
Die Absolventen der Ludwig-Maximilians-Universität München (kurz LMU) konnten 20,8 Prozent der Personaler von sich überzeugen.
Foto: Rufus46
Foto: CCBeste Uni in den Bereichen Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik und Maschinenbau: RWTH Aachen
Im Vergleich zu den Vorjahren hat Universum die Befragungs-Methode angepasst. Die Antworten der Personaler wurden gewichtet. Das bedeutet: Ihre Antworten beeinflussen das Ranking stärker oder schwächer, je nachdem, ob ihre Branche in der Umfrage im Vergleich zur deutschen Firmenlandschaft über- oder unterrepräsentiert ist. Daher lassen sich die aktuellen Ergebnisse des WiWo-Hochschulrankings nicht direkt mit Umfrageergebnissen aus den Vorjahren vergleichen. Dennoch: Die RWTH Aachen ist immer unter den Top Ten. In diesem Jahr ist sie sogar die erfolgreichste Universität des Rankings. In drei Fachbereichen hat sie den ersten Platz erreicht.
49,3 Prozent der Personaler sind mit den Absolventen des Bereichs Wirtschaftsingenieurwesen zufrieden. Im Fachbereich Maschinenbau konnten die Aachener 35,1 Prozent der Personaler von sich überzeugen. Auch im Bereich Informatik gaben mit 27,9 Prozent die meisten Personaler den Absolventen der RWTH gute Noten. Dazu kommen zwei dritte Plätze in der Elektrotechnik und den Naturwissenschaften.
Quelle: RWTH Aachen / PR - Peter Winandy
Foto: PR
Religionsabhängige Stipendien
Wer einer Religion angehört, der hat unter Umständen auch darüber die Möglichkeit ein Stipendium zu bekommen.
So vergibt das Evangelische Studienwerk Stipendien an Studierende evangelischen Glaubens – egal welcher Studienfächer oder Fachrichtungen. Zu den Voraussetzungen gehören lediglich die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche, ein ehrenamtliches Engagement (egal ob politisch, kirchlich oder gesellschaftlich) und eine Immatrikulation als Vollzeitstudent einer staatlich anerkannten Hochschule.
Die finanzielle Förderung orientiert sich an der Bedürftigkeit (berechnet wie beim Bafög) und beinhaltet bis zu 649 Euro pro Monat plus für jeden (einkommensunabhängig) eine Studienkostenpauschale von 300 Euro. Auslandsaufenthalte werden zusätzlich gefördert.
Ein ähnliches Programm bietet auch die katholische Kirche über die Bischöfliche Studienförderung des Cusanuswerks an. Zu den Voraussetzungen gehören die katholische Konfession, die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes und die Immatrikulation an einer staatlich anerkannten Hochschule. Darüber hinaus wird von Bewerbern erwartet, dass sie „ihren eigenen Glaubensweg ernst nehmen“ und aktiv ihren Glauben Leben und „die Kirche gestalten“ – eine aktive Rolle in der eigenen Gemeinde ist also vonnöten.
Recht ungewöhnlich klingt ein Stipendium einer Mainzer Stiftung – für Studierende jüdischen Glaubens. Die Anni Eisler-Lehmann-Stiftung vergibt Stipendien an Gesangstudierende und jüdischen Glaubens, die entweder an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg-Universität oder in der Studienabteilung des Peter-Cornelius-Konservatoriums der Stadt Mainz Gesang studieren. Werden die Mittel nicht von Sängern ausgeschöpft, so können sich auch andere Musikstudenten jüdischen Glaubens bewerben.
Um ein Stipendium zu erhalten, müssen die Studierenden vorgeschlagen werden. Wer ein Stipendium bekommt, entscheiden dann der Stiftungsvorstand und der Stiftungsbeirat. Die Förderung gilt für mindestens ein Jahr.
Mit regionaler oder lokaler Zugehörigkeit punkten
Manches Stipendium richtet sich an einen sehr kleinen Personenkreis, sind häufig wenig bekannt und dadurch vielleicht leichter zu bekommen.
So können hilfebedürftige Schüler und Studenten, die seit mindestens fünf Jahren in Bayern wohnen, Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern sind und eine gewisse Bedürftigkeit nachweisen können von der Gustav-Schickedanz-Stiftung ein monatliches Stipendium oder zumindest ein zinsloses Darlehen erhalten – „je nach Einzelsituation und nach Maßgabe des Haushaltsplanes“ wie es bei der Stiftung heißt.
Ähnlich sieht es beim Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds aus. Die Stipendien sollen Studierenden dabei helfen, Finanzierungslücken zwischen den Ausbildungskosten und den vorhandenen Eigenmitteln aufzufüllen.
Zu den Voraussetzungen für eine Förderung gehören die Immatrikulation an einer staatlich anerkannten Hochschule und drei absolvierte Fachsemester und eine Durchschnittsnote der Studienleistungen von 2,5 (bei Abiturienten 2,0). Darüber hinaus sollten die Bewerber soziales und gesellschaftliches Engagement zeigen.
„Über die Höhe der Zuschussstipendien wird unter Berücksichtigung der finanziellen und sozialen Situation des Bewerbers entschieden“, heißt es beim Stiftungsfonds. Neben der finanziellen Förderung bekommen die Stipendiaten zudem Bildungs- und Mentoring-Angebote.
Karrierestipendium
Wer sich vor allem ideelle Förderung und einen Karriereschub wünscht – ohne die Leistungen eines Überfliegers zu haben, für den bietet der Verein StepUp Karrierewege ein besonderes Stipendium. Wer das Karrierestipendium bekommt, erhält ein zweijähriges Coachingprogramm für die persönliche Weiterentwicklung und die berufliche Orientierung. mit Karriereberatung, Bewerbungscoaching und Mentorenprogramm „Wir unterstützen dich dabei, dein Potenzial zu entfalten und Kontakte in die Berufswelt zu knüpfen“, so das Versprechen des Vereins, der aus einer Beratungsfirma entstanden ist, die Studien-, Berufs- und Karriereberatungen anbietet.
Bewerben können sich Studenten und Schüler ab der 9. Klasse – im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die in Norddeutschland wohnen (also zwischen Flensburg und Göttingen, Bremerhaven und Berlin). Weitere Voraussetzungen sind konstant gute Leistungen in Schule oder Studium – ein Notendurchschnitt von 2,5 reicht aus. Darüber hinaus wünschen sich die Stipendienanbieter ein soziales Engagement in einem Verein, einer Organisation oder der Schule oder Hochschule. Finanziell sollten die Bewerber nicht in der Lage sein, ein solches Coaching von mehreren tausend Euro selbst zahlen zu können.