Nebenwerte: Kräftig verdienen mit den kleinen Starken

Nebenwerte: Kräftig verdienen mit den kleinen Starken

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Die nach Marktkapitalisierung an der Börse kleineren Aktiengesellschaften in MDax und SDax spielen in Krisenjahren ihre Stärken aus

Großinvestoren lassen die Aktien der deutschen Mittelständler häufig links liegen. Ein Fehler, denn außerhalb des Dax finden sich zahlreiche Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell, stetigem Wachstum und attraktiven Dividenden. Und obendrauf gibt’s häufig noch eine Prise Übernahmefantasie.

Die Eröffnungsfeier fiel ins Wasser. Ein Gewitterguss hatte in der Nacht zum 21. Juni, dem Tag der Wiedereröffnung, das Firmengelände in eine unbetretbare Schlammwüste verwandelt. Anleger ließen sich die Laune davon nicht verderben. Seit der Neustart von Deutschlands einziger Grafitmine Graphit Kropfmühl an der Börse durchgesickert war und der Hauptaktionär verlauten ließ, er wolle mehr Aktien des Unternehmens kaufen, ist der Kurs um gut 35 Prozent gestiegen.

Sieben Jahre lag die Mine im hintersten Zipfel des Bayerwaldes still – die Chinesen produzieren billiger. Nur Schulklassen und Rentner hatten sich noch durch das Schaubergwerk geschleust. Den Förderverein zu dessen Erhaltung brauchen sie in Hauzenberg jetzt nicht mehr. Echte Kumpel fördern wieder Grafit in 200 Meter Tiefe nicht nur für Bleistifte, sondern für Schlüsseltechnologien: ultraleichte Kunststoffe, oder Batterien für E-Autos und Windstrom-Speicherung. Der Grafitpreis hat sich seit 2007 auf 2700 Dollar je Tonne verdreifacht; die EU setzte das Mineral auf ihre Liste der strategisch knappen Rohstoffe.

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Gegen die Masse

Es sind Geschichten wie die aus Kropfmühl, die den Reiz der Mittelständler an der Börse ausmachen: Die Hoffnung auf die Meldung vom Gewinnsprung oder von der geplanten Übernahme, die den Kurs nach oben reißt. Oder auch nur die Chance, von der Masse noch unentdeckte Werte zu heben. Er versuche, sich durch fleißiges Analysieren einen Vorteil gegenüber dem Gros der Anleger zu verschaffen, sagt der auf deutsche Nebenwerte spezialisierte Fondsmanager Christian Krahe. Die Chance ist gegeben, „anders als bei einem Dax-Wert, der von 80 oder 90 Analysten ständig durchleuchtet wird“.

Wer sich die Mühe macht, in die Aktienprovinz hinunterzusteigen, findet vielfach verborgene Perlen: Weltmarktführer in Nischen, Spezialisten mit bei jeder Konjunkturlage gefragten Produkten, Firmen mit stetigen Einnahmen, soliden Bilanzen und kontinuierlich steigenden Dividenden.

Großanleger interessieren sich wenig für Mittelständler

Doch Großanleger lassen derzeit selbst Mittelständler mit seit Jahrzehnten bewährtem Geschäftsmodell links liegen. Die 30 Dax-Werte werden täglich rauf und runter gehandelt. Ihre Kurse laufen häufig parallel, oft ohne Rücksicht auf die Lage des Unternehmens. Bei kleineren Firmen zählt die individuelle Leistung mehr. Das ist Chance und Risiko zugleich: Läuft das Geschäft, liegen die Aktien stabil im fallenden Markt, sie bringen Anlegern mitunter hohe Gewinne ein. Kommen aber schlechte Nachrichten, finden die Aktienkurse oft keinen Halt mehr, weil nur wenige Stücke den Kurs bestimmen.

Versicherungen und Pensionsfonds scheuen solche heftigen Kursschwankungen. Sie vertragen sich nicht mit ihren Risikomodellen, in denen, vereinfacht, hohe zwischenzeitliche Verluste mit Risiko gleichgesetzt werden. Für viele Großanleger lohnt zudem der Aufwand nicht, kleine Aktien zu analysieren. „Wenn sie damit fertig sind und endlich ein Prozent ihres Portfolios investieren, sind das immer noch zwei- bis dreistellige Millionenbeträge; damit treibt man sich bei kleinen Aktien selbst den Kaufkurs nach oben“, so Krahe.

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