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NebenwerteKräftig verdienen mit den kleinen Starken

Großinvestoren lassen die Aktien der deutschen Mittelständler häufig links liegen. Ein Fehler, denn außerhalb des Dax finden sich zahlreiche Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell, stetigem Wachstum und attraktiven Dividenden. Und obendrauf gibt’s häufig noch eine Prise Übernahmefantasie. 03.07.2012 - 06:00 Uhr

Die nach Marktkapitalisierung an der Börse kleineren Aktiengesellschaften in MDax und SDax spielen in Krisenjahren ihre Stärken aus

Foto: dpa, Montage

Die Eröffnungsfeier fiel ins Wasser. Ein Gewitterguss hatte in der Nacht zum 21. Juni, dem Tag der Wiedereröffnung, das Firmengelände in eine unbetretbare Schlammwüste verwandelt. Anleger ließen sich die Laune davon nicht verderben. Seit der Neustart von Deutschlands einziger Grafitmine Graphit Kropfmühl an der Börse durchgesickert war und der Hauptaktionär verlauten ließ, er wolle mehr Aktien des Unternehmens kaufen, ist der Kurs um gut 35 Prozent gestiegen.

Sieben Jahre lag die Mine im hintersten Zipfel des Bayerwaldes still – die Chinesen produzieren billiger. Nur Schulklassen und Rentner hatten sich noch durch das Schaubergwerk geschleust. Den Förderverein zu dessen Erhaltung brauchen sie in Hauzenberg jetzt nicht mehr. Echte Kumpel fördern wieder Grafit in 200 Meter Tiefe nicht nur für Bleistifte, sondern für Schlüsseltechnologien: ultraleichte Kunststoffe, oder Batterien für E-Autos und Windstrom-Speicherung. Der Grafitpreis hat sich seit 2007 auf 2700 Dollar je Tonne verdreifacht; die EU setzte das Mineral auf ihre Liste der strategisch knappen Rohstoffe.

Gegen die Masse

Es sind Geschichten wie die aus Kropfmühl, die den Reiz der Mittelständler an der Börse ausmachen: Die Hoffnung auf die Meldung vom Gewinnsprung oder von der geplanten Übernahme, die den Kurs nach oben reißt. Oder auch nur die Chance, von der Masse noch unentdeckte Werte zu heben. Er versuche, sich durch fleißiges Analysieren einen Vorteil gegenüber dem Gros der Anleger zu verschaffen, sagt der auf deutsche Nebenwerte spezialisierte Fondsmanager Christian Krahe. Die Chance ist gegeben, „anders als bei einem Dax-Wert, der von 80 oder 90 Analysten ständig durchleuchtet wird“.

Wer sich die Mühe macht, in die Aktienprovinz hinunterzusteigen, findet vielfach verborgene Perlen: Weltmarktführer in Nischen, Spezialisten mit bei jeder Konjunkturlage gefragten Produkten, Firmen mit stetigen Einnahmen, soliden Bilanzen und kontinuierlich steigenden Dividenden.

Großanleger interessieren sich wenig für Mittelständler

Doch Großanleger lassen derzeit selbst Mittelständler mit seit Jahrzehnten bewährtem Geschäftsmodell links liegen. Die 30 Dax-Werte werden täglich rauf und runter gehandelt. Ihre Kurse laufen häufig parallel, oft ohne Rücksicht auf die Lage des Unternehmens. Bei kleineren Firmen zählt die individuelle Leistung mehr. Das ist Chance und Risiko zugleich: Läuft das Geschäft, liegen die Aktien stabil im fallenden Markt, sie bringen Anlegern mitunter hohe Gewinne ein. Kommen aber schlechte Nachrichten, finden die Aktienkurse oft keinen Halt mehr, weil nur wenige Stücke den Kurs bestimmen.

Versicherungen und Pensionsfonds scheuen solche heftigen Kursschwankungen. Sie vertragen sich nicht mit ihren Risikomodellen, in denen, vereinfacht, hohe zwischenzeitliche Verluste mit Risiko gleichgesetzt werden. Für viele Großanleger lohnt zudem der Aufwand nicht, kleine Aktien zu analysieren. „Wenn sie damit fertig sind und endlich ein Prozent ihres Portfolios investieren, sind das immer noch zwei- bis dreistellige Millionenbeträge; damit treibt man sich bei kleinen Aktien selbst den Kaufkurs nach oben“, so Krahe.

Die Sieger und Finalisten des Deutschen Innovationspreises im Bereich Mittelstand im Porträt.

Vorteil Nebenwerte: Dax, MDax und SDax im Vergleich (Klicken Sie auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht)

Foto: WirtschaftsWoche

Video: Sieger und Finalisten des Deutschen Innovationspreises

Diese Abneigung gegenüber Mittelständler-Aktien können geduldige Privatanleger nutzen: Viele Nebenwerte sind günstig bewertet. So kostet der Kabelproduzent Leoni (siehe Chartgalerie) nur den fünffachen Gewinn von 2011, die Dividendenrendite liegt bei 5,2 Prozent. „Wenn die Welt nicht untergeht“, meint Reiner Sachs, Vorstand der Shareholder Value AG, „müssten das Kaufkurse sein.“ Aktuell allerdings sei „wegen der Euro-Panik noch viel Psychologie im Spiel“, räumt Sachs ein, „auch eine Aktie mit einem KGV von sieben kann in so einem Markt noch billiger werden.“

Dennoch: Bei einigen deutschen Mittelständlern brummt trotz der Euro-Krise das Geschäft. Unternehmen wie Schaltbau, ein Hersteller von Verkehrsleittechnik, haben zuletzt trotz Euro-Krise und berechtigter Sorgen um einen erneuten Einbruch der Weltkonjunktur ihre Umsatz- und Gewinn-Prognosen angehoben. „Diese Unternehmen haben eine ökonomische Nische gefunden, in der eine eigene Branchenkonjunktur herrscht und die weitgehend unabhängig ist vom Auf und Ab der Weltwirtschaft“, sagt Sachs.

Platz 20

Die Aktionäre von Deutschlands zweitgrößter Bank haben es nicht leicht. Der Frustfaktor der Aktie ist hoch, von Erholung kaum eine Spur - nur wer nahe des Tiefs bei knapp über einem Euro eingestiegen ist, hat wirklich Spaß an der Aktie. Zertifikate-Anleger suchten scheinbar den Extra-Kick und setzten auf ein gehebeltes Papier. Der Commerzbank Faktor 4x Long DAXF Index war in der Gunst der Anleger recht hoch. Papiere für 9,5 Millionen Euro wurden im April an der Stuttgarter Börse gehandelt. Übrigens nicht die einzige Platzierung der Commerzbank....

Quelle: Börse Stuttgart

Foto: dpa

19. Platz

Bei Thyssen-Krupp hat sich die Lage zuletzt zwar spürbar gebessert. Der Umsatz stieg deutlich – alle Bereiche liegen operativ im Plus. Allerdings belasten die neuen Werke in den USA und Brasilien sowie der steigende Schuldenstand. Zertifikate-Anleger störte das nicht, sie handelten Papiere mit Basiswert Thyssen-Krupp im Wert von 10,4 Millionen Euro. Vor allem Discount-Zertifikate waren beliebt.

Foto: dpa

Platz 18

Ob die Commerzbank-Aktie sich jemals erholt oder weiter abschmiert, beschäftigt nicht nur die Anteilseigner der Bank. Auch die Zertifikate-Anleger spekulieren fröhlich auf steigende und fallende Kurse bei der gelben Bank. Mit einem Volumen von 10,5 Millionen Euro schafft es der Commerzbank Faktor 4x Short DAXF Index auf Platz 18 der beliebtesten Basiswerte.

Foto: dpa

Platz 17

Der milde Winter hat deutliche Spuren in der Bilanz des Kasseler Düngemittelspezialisten K+S hinterlassen. Wegen des schwachen Auftausalzgeschäfts ging der Umsatz von Januar bis Ende März deutlich zurück. Kein Wunder, dass der Aktienkurs zuletzt unter Druck geriet. Zertifikate-Anleger griffen trotzdem zu. Sie zockten mit Papieren auf K+S im Wert von 11,1 Millionen Euro - immerhin 6,4 Millionen Euro entfielen auf Discount-Zertifikate.

Foto: dpa

Platz 16

Der Gewinn sinkt, aber immerhin bestätigt RWE die Prognose. Im ersten Quartal lähmte den Energieriesen weiter das schwache Gasgeschäft und die Kosten des Atomausstiegs. Bei Zertifikate-Anlegern ist die Aktie als Basiswert trotzdem beliebt, sie kauften und verkauften RWE-Zertifikate im Wert von 12,5 Millionen Euro. Wenig überraschend: Mit 8,5 Millionen Euro entfällt ein Großteil auf die beliebten Discounter.

Foto: dpa

Platz 15

Auch bei Eon ist das Thema Nummer eins der Atomausstieg. Für fast 13,5 Millionen Euro handelten Zertifkate-Anleger Eon-Papiere. Neben den Discountern (6,5 Millionen Euro) waren vor allem Aktienanleihen beliebt, die für gut vier Millionen Euro gehandelt wurden.

Foto: dpa

Platz 14

Auf Indizes spekulieren die Anleger am allerliebsten mit Indexzertifikaten. Von den 13,7 Millionen Euro, für die im April insgesamt MDax-Zertifikate gehandelt wurden, entfielen 12,4 Millionen Euro auf Indexpapiere.

Foto: dpa

Platz 13

Und schon wieder die Commerzbank - dieses mal allerdings einfach nur die Aktie. Sie schafft es in der Liste der beliebtesten Basiswerte auf Platz 13. Im April wurden an der Börse Stuttgart Zertifikate mit Basiswert Commerzbank im Wert von 15,5 Millionen Euro ge- und verkauft.

Foto: dpa

Platz 12

Im Vergleich zum Vorjahr konnte BMW im April weltweit mehr Autos verkaufen. Auch bei Anlegern kam der Münchener Konzern im April gut an. Sie handelten Zertifikate mit Basiswert BMW für 15,8 Millionen Euro.

Foto: Reuters

Platz 11

Für das erste Quartal hat Bayer starke Zahlen vorgelegt. Den Aktionären fehlt es allerdings an Vertrauen in das Potenzial des Chemie- und Pharmakonzerns. Zertifikate-Anleger sind scheinbar weniger skeptisch, schließlich handelten sie Papiere mit Basiswert Bayer im Wert von 16,5 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 10

Vor einem Jahr hatten Naturkatastrophen in Asien der Rückversicherung noch einen herben Verlust eingetragen. Inzwischen sind die Zahlen schwarz, die Munich Re verdient wieder gut. Bei Zertifikate-Anlegern ist die Aktie des Rückversicherers als Basiswert beliebt. Sie zockten im April an der Börse Stuttgart mit entsprechenden Papieren im Wert von 18,4 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 9

Fast zehn Prozent liegt das einst als Volksaktie angepriesene Telekom-Papier seit Jahresstart im Minus. Top-Manager griffen zuletzt trotzdem zu und kauften Aktien des Konzern. Auch Zertifikate-Anleger ließen sich vom schlechten Jahresstart der T-Aktie nicht beirren und handelten Papiere mit Basiswert Telekom für 19,7 Millionen Euro. Vor allem Bonuspapiere, aber auch Discounter waren gefragt - sie wurden jeweils für mehr als acht Millionen Euro ge- und verkauft.

Foto: Reuters

Platz 8

Bei Volkswagen läuft es rund. In den USA feierten die Wolfsburger zuletzt Verkaufsrekorde. Europas größter Autobauer konnte seinen US-Absatz im April um knapp 32 Prozent steigern. Damit lief das Geschäft so gut wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Nicht nur die Autos kommen an, auch Zertifikate mit Basiswert VW. Anleger handelten im April mit Papieren im Volumen von 22,7 Millionen Euro.

Foto: Reuters

Platz 7

Für die Siemens-Aktie gab es zuletzt überwiegend Kaufempfehlungen. Auch Zertifikate-Fans griffen zu. Papiere mit Basiswert Siemens wurden im April für 29,1 Millionen Euro gehandelt. Etwas mehr als 20 Millionen steckten Anleger in Discounter.

Foto: dapd

Platz 6

Der Gewinn bei BASF ist im ersten Quartal um gut sieben Prozent gesunken. Dennoch hat das Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen. Mit Zuwächsen rechnet der Chemiekonzern erst wieder im zweiten Halbjahr. Anleger scheinen ebenfalls optimistisch zu sein, sie zockten für 32,1 Millionen Euro mit BASF-Zertifikaten.

Foto: obs

Platz 5

Der Aktienkurs der Deutschen Bank kommt nicht so recht in die Gänge. Zertifikate-Anleger setzten trotzdem auf das Papier des Branchenprimus: Für 16,9 Millionen Euro handelten sie Discounter, für knapp sieben Millionen Bonus-Zertifikate und für 8,4 Millionen Euro Aktienanleihen. Insgesamt kauften und verkauften sie Deutsche-Bank-Zertifikate für 33,7 Millionen Euro.

Foto: Reuters

Platz 4

Das Klima für die Allianz ist rau: Gewinne an den Kapitalmärkten werden immer schwieriger, Naturkatastrophen reißen große Löcher in die Kassen. Der Konzern muss nun an vielen Stellen gleichzeitig gegenhalten. Investoren scheinen dem Versicherer das zuzutrauen, denn die Aktie ist als Basiswert für Zertifikate beliebt. Mit einem Handelsvolumen von 46,4 Millionen Euro sichert sich der Konzern Platz vier in der Liste der beliebtesten Basiswerte.

Foto: dpa

Platz 3

Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind - kein Wunder, dass es auch ein Autowert ganz nach vorne auf die Liste der beliebtesten Basiswerte geschafft hat: Daimler-Zertifikate wurden im April für 49,2 Millionen Euro gehandelt. Damit ist Daimler die beliebteste Einzelaktie.

Foto: dpa

Platz 2

Der Index der europäischen Standardwerte, der Euro Stoxx 50, schafft es auf den zweiten Platz. Anleger handelten mit Zertifikaten auf ihn im Volumen von fast 170 Millionen Euro. Besonders gefragt waren einmal mehr Discounter, die für 84,8 Millionen Euro gehandelt wurden.

Foto: dpa

Platz 1

Traditionell belegt der Dax den ersten Platz in der Umsatzstatistik der Börse Stuttgart. Für immerhin 397,1 Millionen Euro handelten Anleger mit Zertifikaten des Leitindex.

Foto: dpa

Gesunde Eigenkapitalquote, geringe Verschuldung

„Wer Zeit und Geld hat, kann sich durchaus ein paar solide Nebenwerte ins Depot legen“, sagt Klaus Schlote, Chefanalyst des auf Profianleger spezialisierten Beraters Solventis in Frankfurt, „vor allem, wenn diese die Haltezeit mit vier oder fünf Prozent Dividendenrendite versüßen.“ Allerdings sollte man auf eine solide Bilanz achten. Gesunde Eigenkapitalquote und geringe Verschuldung steigern die Überlebenschancen erheblich, wenn es „doch noch einmal hässlicher werden sollte“, meint Schlote. Wenn aber selbst im Katastrophenjahr 2009 das Schlimmste, was dem Unternehmen passierte, ein stagnierender Umsatz und ein Gewinnrückgang je Aktie um sieben Prozent gegenüber 2008 war, wie beim Geschmacksstoffehersteller Symrise, zeugt das von einem stabilen Geschäftsmodell und Krisenfestigkeit.

Anleger müssen aber bereit sein, notfalls noch ein paar Jahre mit heftigen Schwankungen auszuhalten. Immerhin: Die niedrigen Kurse ziehen Aufsichtsräte und Vorstände an, die die Aktien des eigenen Unternehmen mit privatem Geld kaufen. So griffen Insider bei Lanxess, Leoni oder Cewe Color zu. Zwar haben die Insiderkäufe insgesamt (nach Anzahl der Käufe und deren Volumen) in den vergangenen Monaten stark nachgelassen, sagt Robert Hable vom Research-Haus 2IQ. Dafür sind starke Käufe bei einzelnen Unternehmen in Schwächephasen umso aussagekräftiger.

Lieblinge der Insider

„Ideal ist ein Vorstand, der persönlich mehr Nutzen vom steigenden Aktienkurs und hohen Dividenden hat als von seinem Vorstandsgehalt“, sagt Stephan Simmroß vom Fondsmanager FPS. So wie beim Damenschneider Gerry Weber, dessen Kursanstieg das Vermögen von Gründer Gerhard Weber (er hält 28 Prozent der Aktien) in drei Jahren um rund 30 Millionen Euro gemehrt haben dürfte.

Investoren, die bei niedrigen Kursen zuschlagen, müssen nicht immer aus dem Unternehmen selbst kommen. „Es können Investoren von außen sein, die ein langfristiges Engagement anstreben“, sagt Simmroß. So balgen sich gleich vier Großinvestoren um SGL Carbon (siehe Seite 8). „Eine solche Konstellation schützt in Crashphasen vor dem Ausverkauf“, meint Simmroß, weil Anteilseigner mit strategischem Interesse dann aufstocken.

Platz 10: Siemens

879 Millionen Aktien hat der Münchner Technologie-Konzern Siemens derzeit ausgegeben und landet damit auf Platz 10 bei den Dax-Werten mit den meisten Aktien. So viel zur Gegenwart. Unter den Sammlern alter (ungültiger) Aktien, auch Nonvaleurs genannt, sind die Siemens-Papier äußerst begehrt, gibt es von den DM-Stücken doch nur je Ausgabe drei bis fünf. Im Bild ein Muster aus dem Jahr 1975 mit einem Nennwert von 50 DM.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 9: BASF

919 Millionen Aktien gibt es vom Ludwigshafener Chemie-Konzern BASF, der sich bis 1973 Badische Anilin- & Soda-Fabrik nannte. Historische Papiere des Unternehmens existieren in Massen. Von Juli 1995 bis Dezember 2001 gibt es 35 verschiedene Ausgaben über 100, 200, 500 oder 1000 DM sowie 10, 100 oder 500 Stückaktien von denen in den meisten Fällen heute noch 500 bis 1000 Stück im Umlauf unter Sammlern sind.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 8: Deutsche Bank

922 Millionen Deutsche-Bank-Aktien bedeuten Rang 8 für das Frankfurter Kreditinstitut. Eine alte, ungültige Aktie über 50 DM aus dem Jahr 1966 ist laut Suppes-Sammler-Katalog 60 Euro wert. Bei einer heute vorhandenen Anzahl von 500 Stück macht das eine Sammlermarktkapitalisierung von 30.000 Euro. Addiert man sämtliche DM-Stücke der Deutschen Bank auf dem Markt, kommt man laut Katalog zu einem Sammlerbörsenwert von rund 145.000 Euro.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 7: Daimler

1,07 Milliarden Aktien hat der Autobauer Daimler derzeit ausgegeben. Von dem alten Papier aus dem Jahr 1996 - damals noch unter dem Namen Daimler-Benz AG, später bekanntlich ja auch zeitweilig DaimlerChrysler - soll es noch bis zu 250 Stück geben. Wert laut Sammler-Katalog: 100 Euro pro Papier. Die "echte", gültige Daimler-Aktie notiert dagegen nur bei rund 35 Euro.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Rang 6: Infineon

1,09 Milliarden Aktien hat Halbleiterproduzent Infineon Technologies ausgegeben, was ihm Platz 6 einbringt. Von Infineon existieren auf dem Sammlermarkt nur Papiere der Zweilistung an der New Yorker Börse, sogenannte ADR (American Depositary Receipt ), die auf Dollar lauten und von den US-Banken ausgegeben wurden. Deutsche Stücke gibt es nicht.

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Platz 5: SAP

1,19 Milliarden SAP-Aktien gibt es derzeit (Rang 5). Eine entwertete Vorzugsaktie (Hochformat) der Walldorfer Softwareschmiede über 5 DM aus dem Juli 1995 ist laut Suppes 75 Euro wert. Beim Online-Auktionshaus Ebay geht ein solches Stück auch schon mal für einen Bruchteil dessen weg. Realistischer Wert unter Sammlern: 15 Euro. An der Börse ist die SAP-Aktie übrigens gerade rund 44 Euro wert.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 4: Deutsche Post

1,21 Milliarden Aktien hat die Deutsche Post ausgegeben, was dem Bonner Logistikunternehmen im Ranking Platz 4 beschert. Sammler können sich nur über Musterstücke erfreuen, die es zu Werbezwecken zum Börsengang Ende 2000 gab. Dem Suppes-Katalog zufolge sollen heute nur noch 25 Stücke verfügbar sein, deren Wert bei 125 Euro liegen. Das zweifeln Experten allerdings stark an.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 3: E.On

1,9 Milliarden Aktien existieren vom Energieriesen E.On, der durch die Fusion von VEBA und VIAG im September 2000 entstand. Das bedeutet Bronze für E.On und für Sammler historischer Wertpapiere, dass es nur VEBA- und VIAG-Stücke gibt. Die Papiere gehören auch eher zu den Massenprodukten im Sammlermarkt. Die Preise dafür liegen bei deutlich unter 50 Euro.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 2: Deutsche Telekom

4,32 Milliarden Aktien hat die Deutsche Telekom ausgegeben. Damit rangiert die T-Aktie auf Platz 2 und macht ihrem Namen als Volksaktie alle Ehre. Sammler können sich entweder ein Nachdruck des raren Musterstücks zulegen, dass es zum Börsengang 1996 gab (im Bild) oder auf ein amerikanisches Papier, ein ADR, zurückgreifen. Katalogwert des deutschen Musterstücks: 60 Euro. Aktueller Börsenwert der T-Aktie: Rund acht Euro.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Platz 1: Commerzbank

5,59 Milliarden Aktien hat die Commerzbank ausgegeben und ist damit der Spitzenreiter unter den Dax-Konzernen. Die Aktien der teilverstaatlichen Bank sind an der Börse allerdings auch fast ein Pennystock, die Marktkapitalisierung der Coba dementsprechend mickrig. Für Sammler gibt es nur eine einzige Ausgabe aus Frankfurt, die 5-DM-Aktie von 1996, hatte die Bank ihren Sitz doch lange in Düsseldorf und Hamburg. Wert laut Suppes-Katalog: 40 Euro. Vorhandene Anzahl: zirka 500 Stück.

Foto: sammleraktien-online.de/Joachim Hahn

Seitdem Symrise vor knapp sechs Jahren an die Börse kam, steigt der Umsatz kontinuierlich. Die Gewinne legen ebenfalls stetig zu, selbst im Krisenjahr 2009 gingen sie nur leicht zurück. Für 2012 sind die Aussichten gut. „Das Marktumfeld hat sich besser entwickelt, als wir ursprünglich zu Jahresbeginn erwartet hatten“, sagt Konzernlenker Heinz-Jürgen Bertram. „Nun streben wir für dieses Jahr ein Umsatzplus zwischen drei und fünf Prozent an und eine Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda, von rund 20 Prozent.“

Symrise, entstanden aus den Holzmindener Traditionsunternehmen Dragoco und Haarmann & Reimer, stellt Duft- und Geschmacksstoffe und Aromen her, etwa für die Kosmetikindustrie, für Konsumchemiker oder Lebensmittelhersteller. „Bei all unseren Kunden sehen wir eine dynamische Nachfrage“, so Bertram. Statt kurzfristiger Konjunkturschwankungen zählen lange Trends. „Vor allem bauen wir unsere Präsenz in den schnell wachsenden Schwellenländern aus, die schon heute 46 Prozent unseres Umsatzes ausmachen“, sagt Bertram. Entweder kauft Symrise hier zu, wie zuletzt in Brasilien; oder das Unternehmen verstärkt am Stammsitz in Holzminden die Produktion begehrter Stoffe wie Menthol. Symrise ist hier weltweit führend, bei zweistelligen Wachstumsraten.

Immer reicher

Das Vermögen der Deutschen wächst und wächst. Seit Jahrzehnten steigert sich das Geldvermögen der Privathaushalte fast stetig - zuletzt gab es zu Beginn der Finanzkrise 2008 eine Delle in der Kurve. Nach der Wiedervereinigung lag das Geldvermögen noch bei 1,751 Billionen Euro, fünf Jahre später hatte es schon einen Wert von vier Billionen Euro. 2011 stieg das Vermögen um rund 57 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr an. Die positive Konjunktur und die stabile Lage am Arbeitsmarkt hätten das verfügbare Einkommen gesteigert und damit die Vermögensbildung begünstigt, erklärten die Währungshüter. Gebremst wurde die Entwicklung durch Kursverluste an den Kapitalmärkten

Foto: ap

Bargeld und Sichteinlagen

Den größte Teil des Vermögens der deutschen Privathaushalte liegt noch immer auf dem Konto und in Bargeld vor. Fast zwei Billionen Euro in Geldnoten und Sichteinlagen befindet sich im Besitz der Deutschen. Rund 608 Milliarden Euro davon waren im vergangenen Jahr in Spareinlagen angelegt, berichtet die deutsche Bundesbank.

Foto: gms

Termingelder

Zugelegt im Bereich der Sichteinlagen haben erstmals seit Beginn der Finanzkrise im Herbst 2008 das Volumen bei Termineinlagen. Mit 280,5 Milliarden Euro haben Deutsche in diesem Jahr 18 Milliarden Euro mehr in den kurz- und mittelfristigen Anlagen bei Banken und Geldinstituten angelegt. Hintergründe sind laut Bundesbank die wieder größere Zinsspanne im Vergleich zu den täglich fälligen Einlagen und die schwindende Rendite bei festverzinslichen Wertpapieren.

Foto: ap

Versicherungen

Auch die Versicherer vom wachsenden Vermögen. Neben den Banken sind sie die größten Verwalter: Mit fast 1,4 Billionen Euro Ansprüchen der Versicherten ist ein Großteil des Geldes bei ihnen angelegt. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs 2011 das Vermögen, das insbesondere in langfristigen Produkten wie Lebensversicherungen angelegt ist um 45 Milliarden Euro.

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Aktien

An der Börse hingegen sind die Deutschen vorsichtiger geworden. 2010 lagen noch 243,5 Milliarden Euro des Vermögen der deutschen Privathaushalte in Aktien, ein Jahr später sind es nur noch 221,4 Milliarden Euro - rund 22 Milliarden Euro weniger.

Foto: dapd

Zertifikate

Zertifikate locken auch wegen des höheren Risikos mit mehr Erträgen im Vergleich zu Aktien. Bei den Deutschen siegte jedoch die Vorsicht: Auch das Vermögen in Zertifikaten ging deutlich zurück. Während 2010 noch rund 435 Milliarden Euro des Vermögens der deutschen Privathaushalte in Investmentzertifikate angelegt war, sind es 2011 nur noch knapp 395 Milliarden Euro (minus 40 Milliarden). Das lässt sich zum Teil auch durch die teils hohen Kursverluste erklären.

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Festverzinsliche Wertpapiere

247 Milliarden Euro befinden sich in festverzinslichen Wertpapieren wie Schuldbriefe oder Anleihen. Ein Jahr zuvor waren das mit 259,6 Milliarden Euro noch ein wenig mehr.

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Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

Wenig verändert hat sich hingegen das Vermögen der Deutschen in Form von Pensionsrückstellungen, also die Ansprüche auf die betriebliche Altersvorsorge. 2010 lagen 281,2 Milliarden Euro in Pensionsrückstellungen, 2011 waren es acht Milliarden mehr.

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Mit Bekleidung in Deutschland Geld zu verdienen ist schwierig bis unmöglich, so die landläufige Einstellung, seit Billiganbieter aus der Türkei und Asien der deutschen Textilindustrie schon in den Sechzigern und Siebzigern das Wasser abgruben. Gerry Weber ficht das nicht an. Zwar lässt auch Weber im Ausland weben und nähen. Dabei hat das Unternehmen aber seit der Gründung 1973 immer der Verlockung widerstanden, die Kosten zulasten der Qualität zu stark zu drücken. Gerry Weber hat sich eine profitable Marktnische erarbeitet.

Die Zielgruppe – Damen etwas fortgeschrittenen Alters, aber stil- und qualitätsbewusst – weiß die Kombination aus schlicht, hochwertig und vernünftigem Preis zu schätzen. Zuletzt trieb Weber die Expansion in Osteuropa und im Nahen Osten voran. In den vergangenen Jahren steigerte Gerry Weber den Umsatz durchschnittlich um acht Prozent pro Jahr auf zuletzt 703 Millionen Euro. Für die kommenden Jahre erwarten Analysten ein Wachstum um 13 Prozent pro Jahr. Weber arbeitet profitabel und erreichte 2011 einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 14 Prozent des Umsatzes. Ein Manko ist die relativ hohe Bewertung. Dafür ist Weber mit einer Eigenkapitalquote von 75 Prozent solide finanziert und netto schuldenfrei. Die Gründer halten noch immer rund die Hälfte der Aktien. Das soll so bleiben: „Wir wollen nicht, dass ein Finanzinvestor irgendwann das Sagen hat“, sagt Co-Gründer Gerhard Weber.

Lebensmittel und Luxusgüter gehen immer – auch wenn die Konjunktur nachlässt. Dazu kommt ein Trend zu höherwertigen Weinen in Deutschland, der den Kurs des Hamburger Weinhändlers Hawesko Holding („Jacques’ Wein-Depot“, „Wein & Vinos“) eigentlich stützen sollte. Sinnbild für diesen Trend: Im ersten Quartal 2012 nahm laut Marktforscher AC Nielsen die Absatzmenge im deutschen Weinmarkt zwar um 1,8 Prozent ab, der Umsatz wegen höherer Preise aber um 3,2 Prozent zu. Sprich: Die Deutschen trinken teurere Weine.

Hawesko steigerte seinen Umsatz im gleichen Zeitraum um elf Prozent auf 103,4 Millionen Euro. Das Kontor musste aber auch mehr für Personal und Werbemaßnahmen ausgeben. Deshalb sank die Gewinnmarge von 4,9 auf 4,4 Prozent. Hawesko ist eher ein teurer Tropfen an der Börse. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 liegt bei 16,9, deutlich über dem Gesamtmarkt. Die nächste Dividende soll laut Analystenschätzung bei 1,80 Euro oder 4,9 Prozent Rendite liegen. Wegen der üppigen Bewertung sollten Anleger aber nur an schwachen Tagen zugreifen.

Mit beiden Beinen im Geschäft Egal, ob Elektro, Diesel oder Brennstoffzelle: Elring-Chef Wolf hat die Komponenten

Foto: Deniz Saylan für WirtschaftsWoche

Die Allianz hat heute die vierte Ausgabe ihres "Global Wealth Reports" vorgestellt, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. Der Bericht zeigt, dass die Vermögensentwicklung in Deutschland im vergangenen Jahr ausgesprochen solide war. Das Brutto-Geldvermögen legte um 4,9 Prozent zu, das Netto-Geldvermögen um 6,8 Prozent.

Damit befindet sich Deutschland im europäischen Mittelfeld. Im globalen Vergleich verharrte Deutschland dennoch mit einem durchschnittlichen Netto-Geldvermögen pro Kopf von 41.950 Euro Ende 2012 auf Platz 17 der Rangliste der reichsten Länder. Die Abstände zu den (noch) besser platzierten Nationen wie beispielsweise Frankreich und Italien sind dabei aber deutlich geschrumpft. Dafür ist die Zahl der Millionäre in Deutschland binnen eines Jahres um acht Prozent gestiegen: 345.000 Millionärshaushalte gab es in Deutschland im Jahr 2011. Im Vorjahr waren es noch 320.000.

Foto: AP

Platz 15: Frankreich

In Frankreich ist das Nettogeldvermögen im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent auf 44.310 Euro pro Haushalt gestiegen. Beim Bruttovermögen (66.130 Euro) betrug der Anstieg 4,5 Prozent. Laut einem anderen Global Wealth Report, nämlich dem der Boston Consulting Group lebten in Frankreich Ende 2011 außerdem 200.000 Menschen, die mehr als eine Million Dollar zur Verfügung haben. Im Vorjahr gab es dagegen "nur" 199.000 Millionärshaushalte.

Foto: REUTERS

Platz 14: Italien

Das italienische Nettovermögen ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 45.770 Euro angewachsen. Beim Anstieg des Bruttovermögens hat es für Italien allerdings nur für Platz 19 gereicht. Hier wuchs das Vermögen um 4,3 Prozent auf 61.060 Euro. Die Millionärsdichte in Italien liegt unterhalb der zwei Prozent. Mit 270.000 Millionärshaushalten schafft es das südeuropäische Land aber auf Platz sieben im internationalen Vergleich. Die Zahl der Reichen ging allerdings im Vergleich zu 2010 leicht zurück. Vor zwei Jahren war Italien noch die Heimat von 274.000 Millionären.

Foto: KNA-Bild

Platz 13: Israel

Das Nettovermögen der Haushalte in Israel ist binnen eines Jahres um 7,8 Prozent gestiegen. Mit 49.390 Euro pro Haushalt reicht es für Platz 13 im Ranking der reichsten Staaten.

Foto: dpa

Platz zwölf: Dänemark

Auch in Dänemark ist das Vermögen der Privathaushalte gestiegen. Um ganze 18,1 Prozent ging es nach oben, so dass jeder Haushalt im Schnitt über ein Nettovermögen von 53.370 Euro verfügt. Das Bruttovermögen der Dänen betrug 2012 stolze 117.710 euro pro Haushalt. Das entspricht einem Plus von 7,7 Prozent.

Foto: dpa

Platz elf: Schweden

Auch die schwedischen Haushalte haben beim Nettovermögen ein zweistelliges Wachstum verzeichnen können. Um 13,6 Prozent ging es hoch auf 54.065 Euro. Auch beim Bruttovermögen ging es um 9,1 Prozent aufwärts auf 92.460 Euro.

Foto: dpa

Platz zehn: Australien

Australien verzeichnet unter den Top 20 das höchste Wachstum: Das Nettovermögen der dortigen Privathaushalte hat 2012 um 25,3 Prozent zugenommen - mit durchschnittlich 57.400 Euro pro Haushalt reicht es dennoch nur für Platz zehn. Beim Anstieg des Bruttovermögens haben es die Australier mit einem Plus von 13,1 Prozent und einem Vermögen von 114.990 Euro pro Haushalt aber immerhin auf Platz fünf geschafft.

Foto: dpa

Platz neun: Großbritannien

In Großbritannien stieg das Nettovermögen der Haushalte um 7,7 Prozent auf 58.905 Euro. Dagegen blieb die Zahl der Haushalte, die über mindestens eine Million Dollar (rund 807.000 Euro) verfügen, konstant. 411.000 Briten zählten im Jahr 2011 zu den Dollar-Millionären.

Foto: dpa/dpaweb

Platz acht: Taiwan

2012 stieg das Nettovermögen der Haushalte in Taiwan um 6,9 Prozent auf durchschnittlich 65.080 Euro. 2011 lebten in Taiwan darüber hinaus insgesamt 246.000 Millionäre, im Vorjahr gab es noch einen Millionärshaushalt mehr. Den Statistiken der Boston Consulting Group zufolge hatten im Jahr 2011 3,2 Prozent der Bevölkerung eine Million Dollar oder mehr in Form von Bargeld, Immobilien, Aktien oder Fonds zur Verfügung.

Foto: REUTERS

Platz sieben: Singapur

Auch der siebte Platz geht nach Asien: Das Nettovermögen der Privathaushalte in Singapur ist im vergangenen Jahr nämlich um 7,9 Prozent auf durchschnittlich 66.400 Euro gestiegen. Beim Zuwachs des Bruttovermögens reichte es mit plus 8,1 Prozent auf 97.190 Euro für Platz acht.

Foto: dpa

Platz sechs: Kanada

Die kanadischen Privathaushalte landen mit einem Wachstum von 8,6 Prozent und einem durchschnittlichen Nettovermögen von 66.550 Euro auf Platz sechs.

Foto: dpa

Platz fünf: Niederlande

Mit einem Nettovermögen von 68.760 Euro (plus 12,1 Prozent) liegen die Niederlande auf Platz fünf der reichsten Staaten. Beim Bruttovermögen der Privathaushalte hat es mit 118.710 Euro (plus acht Prozent) sogar für Platz drei gereicht.

Foto: AP

Platz vier: Belgien

Der vierte Platz geht an die Belgier mit einem durchschnittlichen Nettovermögen von 73.520 Euro. Das ist ein Anstieg von 7,4 Prozent.

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Platz drei: Japan

Die weltweite Nummer drei ist Japan. Dort stieg das Nettovermögen der Privathaushalte binnen eines Jahres um 4,5 Prozent auf durchschnittlich 83.610 Euro. Außerdem sind 1,587 Millionen Menschen in Japan Dollarmillionäre. Allerdings ist die Zahl der Reichen in Japan binnen eines Jahres gesunken. 2010 gab es dort noch 1,640 Millionen Haushalte, die ein Vermögen von einer Million Dollar und mehr besitzen.

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Platz zwei: USA

Die Silbermedaille geht an die USA. Das Nettovermögen amerikanischer Haushalte ist im Jahr 2012 um 10,3 Prozent auf 100.710 Euro gestiegen. Dieser hohe Durchschnittswert rührt allerdings auch daher, dass die USA die höchste Millionärsdichte der Welt hat. Ende 2011 zählte die Boston Consulting Group in den USA 5,134 Millionen Haushalte, die eine Million Dollar oder mehr zur Verfügung haben. Das entspricht einer Millionärsquote von 4,3 Prozent. Allerdings ist auch in den Staaten die Zahl der Millionärshaushalte rückläufig. Im Jahr 2010 waren es noch 5,263 Millionen Reiche.

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Platz eins: Schweiz

Die vermögendsten Privathaushalte - sowohl nach Brutto- als auch nach Nettovermögen - gibt es in der Schweiz. Das dortige Durchschnittsnettovermögen beträgt 141.895 Euro, was einem Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Beim Bruttovermögen ging es um 5,1 Prozent rauf auf 218.100 Euro pro Haushalt. Die Studie der Boston Consulting Gruppe aus dem Jahr 2012 zeigt außerdem, dass Ende 2011 322.000 Millionäre ihren Wohnsitz in der Alpenrepublik hatten. Das sind 5000 Haushalte mehr als noch im Jahr 2010. In der Schweiz verfügt rund jeder zehnte Haushalt (9,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung sind Millionäre) über mindestens eine Million Dollar – nur Kuwait, Qatar und Sinagpur haben eine höhere Quote.

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Kaum eine Aktie aus den deutschen Auswahlindizes hat seit dem Finanzkrisentief vom März 2009 so viel zugelegt wie die Vorzüge von Sartorius. Das Plus von 750 Prozent bescherte dem Göttinger Anbieter von Labor- und Prozesstechnologie vor zwei Wochen sogar den Aufstieg in den TecDax. Das bedeutet häufig das Ende einer Kursrally, denn im Vorfeld von Indexeinstiegen greifen institutionelle Anleger, die den Index abbilden, meist in Scharen zu und treiben so den Kurs.

Gegen ein Ende einer zumindest über Jahre aussichtsreichen Kursentwicklung spricht jedoch, dass Sartorius, vor allem bekannt wegen seiner High-Tech-Laborwaagen für die Pharma- und Biotech-Industrie, relativ stabil auch durch Konjunktur- und Schuldenkrisen kommen sollte. Zumindest trimmt Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg das Unternehmen weiter auf Wachstum. 2014 soll der Umsatz auf rund eine Milliarde Euro steigen, „für 2020 peilen wir einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro an“, sagte Kreuzburg dem „Handelsblatt“. Das wäre dann knapp das Dreifache des letztjährigen Umsatzes von 733 Millionen Euro, mit dem Sartorius einen Nettogewinn von 41,6 Millionen Euro erwirtschaftete. Gleich drei Aktiengattungen von Sartorius sind börsennotiert: die stimmberechtigten Stammaktien, von denen gut 50 Prozent einer Erbengemeinschaft und 30 Prozent der amerikanischen Bio-Rad Laboratories gehören; die in Paris notierte Biotech-Tochter Sartorius Stedim (Mutter-Anteil 67 Prozent) und die gerade in den TecDax aufgestiegenen stimmrechtslosen Vorzüge, die sich für private Anleger als bestes Investment eignen, da sie nahezu komplett handelbar sind.

Der Vorstandsvorsitzende der Lanxess AG, Axel Claus Heitmann, auf der Hauptversammlung des Konzerns

Foto: dapd

KWS Saat

Knapp eine Milliarde Menschen hungern, obwohl die 1,5 Milliarden Hektar (ein Hektar = 10.000 Quadratmeter) an derzeit bewirtschafteter Anbaufläche eigentlich reichen müssten, um jeden Erdenbürger zu versorgen. Wegen schlecht ausgenutzter Flächen und Verteilungsproblemen funktioniert die Nahrungsmittelausnutzung jedoch nicht. Um für das erste Problem Abhilfe zu schaffen, entwickelt KWS Saat schon seit 1856 ertragreichere Kulturen und robustere Pflanzen, heute mit mehr als 60 Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 70 Ländern. Die Geschäfte laufend glänzend. Bei der Vorlage der Neunmonatszahlen zum 31. März erhöhte KWS erneut seine Prognose für das Geschäftsjahr 2011/12 deutlich. Statt 940 sollen nun 980 Millionen an Umsatz bei einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von rund 140 Millionen Euro herausspringen. Das hat die Börse schon honoriert: Während der MDax, in dem KWS notiert ist, seit Jahresanfang neun Prozent zulegt hat, stieg der Kurs des Saatgutherstellers um fast ein Drittel.

Die Aktien sind nicht nur begehrt, weil KWS wenig konjunkturzyklisch ist, sondern auch weil es nicht allzu viele Papiere gibt. Die Familien Büchting, Oetker und Giesecke halten 56,1 Prozent und die Tessner Beteiligungs GmbH 13,8 Prozent der Aktien. Bei einem Börsenwert von derzeit 1,3 Milliarden Euro bekommen Anleger das Papier nicht geschenkt. Investoren, die zu Jahresbeginn oder im Frühjahr eingestiegen sind, liegen 25 oder 30 Prozent im Plus (WirtschaftsWoche 4 und 13/2012). Bei Kurs-Rückschlägen auf 180 bis 200 Euro bleibt die Aktie kaufenswert.

Weiche gestellt: Schaltbau-Chef Cammann will in der Bahntechnik zukaufen – ohne die Bilanz zu strapazieren

Foto: Wirtschaftswoche Print

ElringKlinger

Noch steht Vorstandschef Stefan Wolf mit den 2000 Aktien, die er von seinem Unternehmen in den vergangenen Wochen gekauft hat, leicht im Minus. Doch die Chancen auf einen langfristigen Zugewinn stehen gut. „Bei einem Wachstum der globalen Fahrzeugindustrie von etwa ein bis zwei Prozent werden wir 2012 im Konzernumsatz organisch um fünf bis sieben Prozent zulegen“, sagt Wolf. Das wären rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz und ist angesichts des dicken Auftragspolsters eine realistische Prognose. Dank stabiler Margen sollte der Gewinn ähnlich steigen und auf über 100 Millionen Euro klettern. ElringKlinger ist Marktführer bei Zylinderkopfdichtungen und beliefert alle namhaften Fahrzeughersteller. Daneben baut Elring Gehäuseteile für Motoren oder Getriebe. Mit dem weiteren Geschäftsbereich Abgasanlagen profitiert Elring von immer strengeren Emissionsvorschriften. Dazu passt der im vergangenen Jahr erworbene Abgasspezialist Hug aus der Schweiz.

Dessen Integration verläuft zwar etwas zäh, dafür hat sich Elring den wichtigen Markt für Dieselpartikelfilter erschlossen. Dass die Euphorie für das Elektroauto abflaut, ist für Elring kein Nachteil. Festgelegt auf eine Antriebsart sind die Dettinger aber nicht. Wolf: „Wir entwickeln Komponenten sowohl für den verbrauchsoptimierten Verbrennungsmotor als auch für E-Mobility im batteriegespeisten Elektromotor oder der Brennstoffzelle.“ ElringKlinger-Aktien macht das zu einem langfristigen Investment unter deutschen Spezialwerten.

Intershop

Am 16. Juli 1998 führte der erst 27-jährige Stephan Schambach seine ostdeutsche Softwarefirma an die Börse. Die 50-fach überzeichnete Aktie wurde zu 100 Mark verkauft und schoss am ersten Tag gleich auf 260 Mark. Intershop kam eigentlich nie über den Status eines Startups hinaus und wurde dennoch mit bis zu 11,3 Milliarden Euro bewertet. Heutiger Wert: 80 Millionen Euro.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

Lycos Europe

Die Aktie der Suchmaschine kam, zwei Tage bevor der Absturz des Neuen Marktes begann, für 24 Euro an die Börse. Die Emission war 30-fach überzeichnet, vorbörslich notierte das Papier schon bei 50 Euro – Anleger bewerteten Lycos so mit zwölf Milliarden Euro oder dem gut 100-fachen Umsatz. Gewinne gab es nur für Altaktionäre wie Lycos USA, den Bertelsmann-Konzern und -Erbe Christoph Mohn.

Quelle: Bloomberg

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T-Online

Bis heute das größte Internet-IPO aller Zeiten, was das Einspielergebnis betrifft: Umgerechnet 2,9 Milliarden Dollar nahm die Telekom-Tochter im April 2000 ein. 27 Euro je Aktie bezahlten Anleger. 2004 bot die Telekom 8,99 Euro als Rücknahmepreis. Ex-Aktionäre erstritten 2010 erst eine Nachzahlung über 1,38 Euro; 2011 wies sie das Bundesverfassungsgericht dann ab.

Quelle: Bloomberg

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Groupon

Der Rabatthändler startete mit einer ambitionierten Bewertung im vergangenen Jahr an der Börse. Den Ausgabekurs haben Aktionäre der ersten Stunde seither nicht wieder gesehen. Und dabei konnte Groupon erst vor kurzem den ersten Gewinn vermelden. Aber die Zweifel am Geschäftsmodell nehmen zu.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

Pandora

Nightmare on Wall Street: Der Kurs des Internet-Radiobetreibers Pandora hat sich schnell halbiert. Wegen Urheberrechtsprobleme hat sich Pandora auch vom deutschen Markt zurückgezogen.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

Yandex

Die russische Suchmaschine lässt Google im Heimatmarkt keine Chance. Nach dramatischen Kursverlusten 2011 erholt sich die Aktie seit Jahresbeginn wieder, liegt aber immer noch fast die Hälfte unter dem Kurs bei Erstnotiz.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

Yelp

Noch recht frisch an der Börse, hat die Yelp-Aktie bereits einige Kurskapriolen hinter sich und liegt derzeit deutlich im Minus.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

Zynga

Der Online-Spielehersteller ist auf Facebook sehr populär - und zugleich eine der wichtigsten Einnahmequellen für das soziale Netzwerk. Auch eine Übernahme durch Facebook wird immer wieder unter Branchenkennern diskutiert. Nach einem ersten Höhenflug ist die Aktie wieder unter den Kurs bei Erstnotiz gesunken.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

LinkedIn

Das Karrierenetzwerk ist das größte der Welt. Inzwischen hat sich auch der Aktienkurs wieder berappelt. 2011 hatten die ersten Aktionäre wenig Freude an dem Papier.

Quelle: Bloomberg

Foto: WirtschaftsWoche

CEWE Color

Das schnöde analoge Zeitalter ist endgültig passé. Fotoaufträge kommen online. Der Oldenburger Fotodienstleister entwickelt Fotoarbeiten für Handelsketten für insgesamt 45 000 Geschäfte in Europa, seine gedruckten Fotobücher und Kalender sowie bedruckten Tassen und Mousepads sind gefragter denn je. Mit dem Kauf der Dresdner Online-Druckerei Saxoprint im Februar ist Cewe nun in einen neuen Wachstumsmarkt eingestiegen. Saxoprint hat 2011 rund 31 Millionen Euro mit Druckerzeugnissen für Online- und Geschäftskunden umgesetzt. Der Markt soll laut Cewe bis 2015 jährlich zweistellig zulegen. Er liegt dem bisherigen Kerngeschäft von Cewe aber vor allem sehr nahe. „Der Kauf von Saxoprint steigert den Unternehmenswert“, betonte denn auch Cewe-Vorstandschef Rolf Hollander nach Bekanntgabe. 2012 wolle man durch den Zukauf erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro Umsatz erzielen.

In Deutschland hat der Dienstleister gut 50 Prozent Marktanteil, in Europa liegt dieser bei rund 40 Prozent. Cewe Color ist also Marktführer. Und als solcher und trotz gut laufendem sowie innovativem Geschäftsmodell an der Börse noch günstig bewertet. Das hat auch Aufsichtsratsmitglied Johann Christian Jacobs, Partner der Rechtsanwaltskanzlei White & Case aus Hamburg, erkannt. Der Insider hat Anfang Juni rund 4200 Aktien für Kurse um 29 bis 29,50 Euro gekauft. Insgesamt besitzen der Vorstand und der Aufsichtsrat ohne die Erbengemeinschaft von Gründer Heinz Neumüller rund 8,1 Prozent der Cewe-Anteile. 27,4 Prozent halten die Erben.

Ein Mitarbeiter des Werkzeugmaschinenherstellers Gildemeister in Bielefeld

Foto: dpa

Der Spezialchemiekonzern Lanxess besitzt Wachstumspotenzial, der Leverkusener Hersteller von Chemikalien, Kunststoff und Kautschuk insbesondere für die Automobilindustrie will etwa in der Türkei weiter zulegen. Dort setzte Lanxess im vergangenen Jahr mit rund 125 Millionen Euro fast dreimal so viel um wie noch 2009. Um die Wachstumspläne Wirklichkeit werden zu lassen, hat der Konzern eine türkische Tochtergesellschaft gegründet. „Ein Meilenstein auf unserem globalen Wachstumskurs“, sagt Vorstandschef Axel Heitmann. Nach Continental wird das MDax-Unternehmen darüber hinaus als heißester Aufstiegskandidat in den Dax im September gehandelt.

Vorstandschef Heitmann hat schon einmal kräftig zugegriffen: 5000 Aktien zu 54,68 Euro im Februar, 22.000 Aktien im März zu 60,27 Euro und im April nochmals 4780 Aktien zu 57,44 Euro. Das ist mehr als nur Kurskosmetik. Aktuell notiert das Lanxess-Papier deutlich unter 50 Euro – Anleger können also günstiger zum Zug kommen als Insider Heitmann. Da die Aktie auch richtig günstig bewertet ist, wird der seit Mai laufende Abwärtstrend nicht mehr ewig anhalten.

Leoni

Über den jüngsten Kauf von Aktien des eigenen Unternehmens kann sich Leoni-Chef Klaus Probst noch nicht so recht freuen. 6000 Stück kaufte er zu knapp 32 Euro. Heute notiert die Leoni-Aktie unter 30 Euro. Doch wenn Probst die Aktie zum Kurs Mitte Mai schon günstig fand, ist das ein gutes Zeichen. Finanzvorstand Dieter Bellé kaufte am gleichen Tag ebenfalls Leoni-Aktien. Technikvorstand Uwe Lamann schlug drei Tage später zu.

Kein Wunder ist die Leoni-Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 von 5,5 ein wahres Schnäppchen. Die Bordnetz-Systeme, die die gesamte Autoelektronik steuern, verkaufen sich gut, mit VW arbeitet Leoni an Projekten zum Elektroauto, die Nachfrage in China und anderen Schwellenländern scheint ungebremst. Anfang 2012 stand Leoni jedenfalls nicht auf der Leitung. Der Konzernüberschuss stieg im ersten Quartal um 77 Prozent auf 64,6 Millionen Euro. Die derzeitige Kursschwäche sollten Anleger zum Einstieg nutzen, genau so wie Probst.

Schaltbau

Euro-Krise, Konjunktursorgen? – Das alles ficht Jürgen Cammann nicht an. Der Vorstandssprecher der Münchner Schaltbau-Holding wirkt optimistisch und angriffslustig. Optimistisch, weil der Anbieter von Komponenten und Systemen für Verkehrstechnik an seiner Prognose, dieses Jahr 350 (2011: 318) Millionen Euro Umsatz bei einem Nettokonzerngewinn von 20,8 Millionen Euro zu erzielen, festhält. Angriffslustig, weil Cammann seinen Anlegern in Aussicht stellt, zusätzlich noch neues Geschäft über einen Zukauf hereinzuholen. „Wir schauen uns parallel mehrere Ziele an“, so Cammann. Größenordnung: 10 bis 30 Millionen Euro Jahresumsatz.

Einen Zukauf etwa in der Bahntechnik können sich die Münchner leisten, ohne die Bilanz zu strapazieren. „Unsere Verschuldungsfaktoren sind moderat, einen Zukauf könnten wir über die Ausnutzung von Bankkreditlinien finanzieren, auch eine Anleiheemission wäre denkbar“, so Cammann. Mit einem Faktor von nur 1,1 des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) zu den Nettofinanzschulden liegt Schaltbau tatsächlich auf einem sehr soliden Niveau. Die Aktionäre will Cammann jedenfalls nicht belasten. „An eine Kapitalerhöhung ist nicht gedacht“, so Cammann. So schont er auch sein eigenes Säckel, denn mit seiner Familie hält er elf Prozent aller Schaltbau-Papiere. Und „weil das Wohl des Unternehmens an erster Stelle steht“, bleibt er konservativ, was die Ausschüttung betrifft. „Wir planen, in den nächsten Jahren eine Dividende von rund 25 Prozent des Konzerngewinns an die Aktionäre auszuschütten.“ Dieses Jahr flossen an die Aktionäre 1,80 Euro je Aktie – eine Rendite von 2,3 Prozent, gemessen am aktuellen Kurs. Der 58-Jährige hat die Hoffnung, dass Neugeschäft in China und neue Produkte wie etwa Bremssysteme für Windkrafträder Schaltbau auch in konjunkturellen Schwächephasen gute Geschäfte einbringen werden. „In China etwa wollen wir unseren Umsatz von derzeit rund 25 Millionen Euro verdoppeln.“ Doch auch von der alten Konjunkturlokomotive USA, die er erst vergangene Woche besucht hat, ist Cammann „positiv überrascht“. Es deute vieles darauf hin, dass dortige Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur „für dieses Jahr und auch in den nächsten Jahren“ stabile Aufträge nach München spülen sollten.

Hermle

Weil die Maschinenfabrik Berthold Hermle so rentabel ist wie kaum ein anderer Maschinenbauer auf der Welt, wird sie auch als „Wunder von der Schwäbischen Alb“ bezeichnet. Das 1938 gegründete Familienunternehmen schrieb selbst im Katastrophenjahr 2009, als sich Umsatz und Auftragseingänge mehr als halbierten, noch schwarze Zahlen. 2011 erreichte der Hersteller von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren mit 269 Millionen Umsatz und 41 Millionen Euro Gewinn fast wieder das Rekordniveau von 2008. Hermles Erfolgsrezept basiert vor allem auf einer kompakten Modellpalette, die in einem hochflexiblen Produktionsprozess an nur einem Standort gefertigt wird, sowie auf über 900 hoch motivierten Mitarbeitern.

Nach drei Monaten 2012 erhöhte sich der Umsatz um gut 26 Prozent auf 61 Millionen Euro. Dieses Wachstumstempo wird sicher nicht halten angesichts der nachgebenden Konjunktur. Doch mit Blick auf den hohen Auftragsbestand, der Ende März mit 95 Millionen Euro 14 Prozent über dem Vorjahr lag, hat Hermle gerade das Versprechen, 2012 einen Umsatz- und Ergebniszuwachs zu erzielen, erneuert. Somit winkt Aktionären auch für 2012 eine überdurchschnittliche Dividende. Für 2011 bekommen Vorzugsaktionäre 0,85 Euro je Vorzugsaktie und einen Bonus von 5,20 Euro. Sämtliche Stammaktien werden von der Familie Hermle kontrolliert.

Herausragend für einen Zykliker sind Hermles sehr solide Bilanzkennzahlen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 68 Prozent. Das Zahlenwerk ist frei von Bankverbindlichkeiten. „Mit Banken haben wir gottlob nicht viel zu tun, wir stemmen unsere Investitionen aus dem Cash-Flow“, sagt Vorstandssprecher Dietmar Hermle, der im Notfall auf Barreserven von 84 Millionen Euro zurückgreifen könnte.

Die Aktien gehören zu den Dauerempfehlungen der WirtschaftsWoche. Der erste Kauftipp vom Dezember 1997 liegt mehr als 600 Prozent im Plus – steuerfrei.

WMF

Der Schweizer Finanzinvestor Capvis zahlte 2006 rund 92 Millionen Euro für 52 Prozent der WMF-Stammaktien. Aktuell ist das Paket das Doppelte wert – und Capvis will aussteigen. „Wir suchen einen Käufer“, bestätigt Capvis-Partner und WMF-Aufsichtsrat Daniel Flaig. Möglich sind ein Verkauf an einen anderen Finanzinvestor, eine „breite Platzierung bei institutionellen Investoren an der Börse“ oder Verkauf an einen Wettbewerber. „Es gibt Gespräche“, sagt Flaig, wann Capvis sich von WMF trenne, „hängt von der Börsenstimmung ab“. Man warte auf einen günstigen Zeitpunkt.

Ginge es nur um die Zahlen von WMF, wäre der schon da. Knapp eine Milliarde Euro Umsatz 2011, 57 Prozent Eigenkapitalquote, fünf Prozent plus beim Umsatz und 23 Prozent beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) im ersten Quartal 2011 überzeugen. Geld bringen Kochtöpfe, Ausstattung und Service für Hotels und vor allem Kaffeemaschinen für die Gastronomie. „Dieses Geschäft ist sehr margenstark“, sagt Reiner Sachs, Vorstand der Shareholder Value AG, die WMF-Aktien hält. Für die Wette auf eine Übernahme sind die stimmberechtigten Stammaktien erste Wahl. Ein satter Aufschlag auf den Kurs dürfte drin sein, ein attraktives Angebot für die Vorzüge eher nicht. Bei einer Platzierung des Capvis-Pakets an der Börse wären Käufer der Vorzüge wohl im Vorteil. Flaig sagt, es sei „eine Option“, dass danach Vorzüge in Stämme umgewandelt würden – das spricht wiederum für die Vorzugsaktien.

Gildemeister

Der Bielefelder Hersteller von Werkzeugmaschinen (Drehbänke, Fräs- und Schleifmaschinen) legte glänzende Zahlen vor. Der Umsatz stieg 2011 um 23 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, der Auftragseingang legte sogar um gut 35 Prozent zu. 2012 will das Unternehmen erstmals Aufträge über mehr als zwei Milliarden Euro annehmen. Dabei gilt die Branche als eine der konjunktursensibelsten überhaupt; der Auftragseingang der Branche sank im ersten Quartal um sieben Prozent. Traditionshersteller mussten aufgeben oder bei Konkurrenten unterschlüpfen. Gildemeister aber hat sich eng mit einem der größten Wettbewerber, der japanischen Mori Seiki, verbandelt: Gildemeister hält 5,1 Prozent an Mori, diese besitzen 20,1 Prozent an den Bielefeldern. Die Verbindung trägt Früchte: Im Allgäu montiert Gildemeister Mori-Seiki-Maschinen für Europa. Im November wurde zudem die erste gemeinsam entwickelte Universal-Fräsmaschine vorgestellt. „Mit gebündeltem Know-how und Vertrieb werden die einiges am Markt abgrasen“, fürchtet der Manager eines Wettbewerbers.

SGL Carbon

Grafit, die Grundlage für Karbonfasern, ermöglicht die sehr leichten und extrem stabilen Konstruktionen bei Windrädern oder Autos. SGL Carbon stellt diese Basis künstlich aus kohlenstoffhaltigen Materialien wie Braunkohle oder Erdöl her. Auch für moderne Batterien wird Karbon benötigt. 80 Prozent des natürlichen Grafits besitzt China – und belegt es mit hohen Exportzöllen. Deshalb steigt die Bedeutung künstlich hergestellten Minerals. Auch SGL leidet unter der sich abkühlenden Weltkonjunktur, obwohl der Umsatz im ersten Quartal um fünf Prozent auf 382 Millionen Euro stieg. Strategische Investoren hat SGL en Masse: BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält rund 28 Prozent der Anteile; Konkurrent VW und der Technologiekonzern Voith besitzen je rund neun Prozent. Die Aktie hat ihre überzogene Bewertung abgebaut; zuletzt kauften Insider. Spekulative Privatanleger dürfen mitmischen.

Celesio

Der Pharmahändler steckt in den roten Zahlen und verschreckte Anleger zuletzt auch noch mit Führungsstreitereien. Haupteigner mit 54,6 Prozent ist die Familie Haniel. Auf der Haniel-Gruppe lasten 4,8 Milliarden Euro Schulden; ihre Kernbeteiligung Metro läuft nicht besonders rund, sodass Celesio auf die Verkaufsrampe geschoben werden könnte. Auf 18 Euro je Aktie taxieren Analysten einen Übernahmepreis – 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Mächtig Fantasie ist in diese Spekulation erst diesen Juni gekommen, als die US-Drogeriekette Walgreen ankündigte, 45 Prozent am europäischen Pharmahandelsriesen Alliance Boots zu übernehmen. Alliance Boots wiederum gab bekannt, inzwischen mehr als 95 Prozent am deutschen Pharmahändler Anzag zu halten und nun die Restaktionäre abfinden zu wollen. Genügend Stoff also für eine Celesio-Wette.

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