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TV-Debatte in den USAClinton ist gut, Trump ist besser

Donald Trump und Hillary Clinton liefern sich ein packendes erstes TV-Duell. Der umstrittene Republikaner hat am Ende im WiWo-Check die Nase knapp vorn.Tim Rahmann 27.09.2016 - 06:00 Uhr

100 Millionen Amerikaner schauen zu

„Du bekommst nie eine zweite Chance, um einen ersten Eindruck zu machen“, lautet ein altes amerikanisches Sprichwort. Genau das werden Hillary Clinton und Donald Trump jedoch am Abend probieren. Das TV-Duell an der Hofstra University auf Long Island werden wohl mehr als 100 Millionen Amerikaner oder gut 80 Prozent der Wähler live am Fernseher verfolgen. Solche Einschaltquoten erreicht sonst nur der Super Bowl – das Endspiel der Football-Meisterschaft in den USA.

Foto: AP

Clintons Vorsprung ist geschmolzen

Der Republikaner hat den Wind der Meinungsumfragen im Rücken. Landesweit führt die Favoritin Clinton nur noch mit rund drei Prozentpunkten. Die ehemalige First Lady muss nach ihrem Schwächeanfall am 11. September vor den Kameras vor allem fit, warmherzig und authentisch herüber kommen. Trump wird versuchen, präsidial und kompetent zu wirken.

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Wichtige Unterstützung

Allerdings erhielt auch Clinton am Wochenende Unterstützung. Die „New York Times“, eine der größten Zeitungen des Landes, sprach sich für die Wahl der Demokratin aus und nannte Trump „den schlechtesten Präsidentschaftskandidaten aller Zeiten“.

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Zehn Prozent der Wähler sind noch unentschieden

Rund zehn Prozent der Wähler haben sich noch nicht entschieden, wem sie am 8. November ihre Stimme geben wollen. Eine historische Untersuchung der University of Virginia zeigt, dass Präsidentschaftskandidaten insbesondere im ersten TV-Duell mehrere Punkte in den Umfragen gewinnen oder verlieren konnten. Karl Rove, der frühere Berater des US-Präsidenten George W. Bush, warnt allerdings vor allzu großen Erwartungen: „Die TV-Debatten bestätigen in der Regel nur die bisherigen Trends.“

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Die Macht der Bilder

Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass die Debatte vor laufenden Kameras den Ausschlag im Rennen um das mächtigste Amt der Welt gibt. Bereits das allererste TV-Duell 1960 zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon ist ein gutes Beispiel für die Macht der Bilder. Viele, die damals die Debatte im Radio verfolgten, waren der Meinung, der klug argumentierende Nixon habe das Duell gewonnen. Wer jedoch den jugendlich und gut aussehenden Kennedy und den verkrampften, schwitzenden Nixon auf dem Bildschirm beobachtete, wusste, dass das Rennen für JFK gelaufen war.

Foto: AP

Die Strategien der Präsidentschaftsbewerber

„Die Kandidaten sollten vor allem als mitfühlende Menschen und nicht als Politprofis auftreten“, rät Elaine Kamarck von der Denkfabrik Brookings in Washington den Kontrahenten. Die beiden Lager haben jedoch noch etwas ganz anderes im Sinn: Trump wird alles daran setzen, Clinton als kühl und unehrlich aussehen zu lassen. Clinton wird umgekehrt Trump provozieren, um ihn zu einer seiner gefürchteten Entgleisungen zu verleiten.

Foto: REUTERS

Clinton bereitet sich seit Wochen auf das TV-Duell vor

Darauf bereitet sich die Demokratin seit Wochen vor, liest psychologische Dossiers, schaut Videos von Trumps TV-Auftritten und übt mit „Trump-Darstellern“ verbale Attacken ein. Der Republikaner hingegen gibt sich so siegessicher, dass er auf Generalproben verzichtet. Ein Gedankenaustausch mit seinen Beratern soll reichen.

Foto: AP

Entscheidende Themen im Wahlkampf

Durch die jüngsten Terroranschläge in New York und die Rassenunruhen in North Carolina kommen zudem zwei Faktoren in die Debatte, von denen niemand weiß, wie sie die Wähler beeinflussen. Das Foto zeigt Vorbereitungen für das Duell.

Foto: AP

Lester Holt moderiert das Duell

Viel wird davon abhängen, wie sich der Moderator Lester Holt vom Fernsehsender NBC verhält. Zwar werden die Bedingungen und Spielregeln bis hin zur Raumtemperatur auf der Bühne seit 1987 von einer eigenen Kommission vorab festgelegt. Der 57-jährige Holt muss jedoch darauf achten, dass die Kandidaten während der 90 Minuten ihre Redezeiten einhalten und beim Thema bleiben.

Foto: AP

Das Prozedere bei der TV-Debatte

Der Moderator Holt wird Clinton die erste Frage stellen, zwei Minuten darf sie sprechen, dann ist Trump an der Reihe. Anschließend sollen beide für zehn Minuten miteinander diskutieren. Dann kommt der nächste Block. Das Foto zeigt die Hofstra-Universität, in der das TV-Duell stattfinden wird.

Foto: AP

Trumps Gespür für die Stimmung im Saal

Trump wird nachgesagt, dass er die Stimmung in einem Raum sehr genau lesen kann. Wenn er merkt, dass er ein Publikum verliert, improvisiert er. Wenn ihm ein Satz besonders gut gefällt, dreht er sich einmal um die eigene Achse.

Foto: AP

Die Zuschauer müssen schweigen

Aber auf das Publikum kann Trump diesmal nicht setzen. Die Zuschauer im Saal müssen schweigen, Buhen und Klatschen sind tabu. Nur die Bühne ist erhellt.

Foto: dpa

Blaue Girlanden, USA-Fähnchen in den Blumenvasen und Luftballons in den Nationalfarben: Die Bars und Restaurants in New York hatten sich schon Stunden vor der ersten TV-Debatte der beiden Präsidentschaftskandidaten herausgeputzt. Das Interesse der Bürger an dem Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump war bereits im Vorfeld riesig; Kneipen, die den Fernseh-Showdown nicht übertrugen, blieben leer. Die Fernsehsender hofften auf bis zu 100 Millionen Zuschauer. Und so ist die TV-Debatte wenn auch nicht wahlentscheidend, doch von großer Bedeutung. Donald Trump wollte beweisen, dass er sich präsidial geben kann, Hillary Clinton, dass sie kämpferisch und energiegeladen ist.

Wer konnte überzeugen? Wir haben die Debatte in sechs Kategorien untersucht. Die wichtigste – die Frage nach den politischen Standpunkten – haben wir in drei Unterpunkte unterteilt. Insgesamt gab es also zehn Punkte zu holen, und einen Minuspunkt für signifikante Patzer.

Erster Eindruck

Hillary Clinton erklärt, wie sie das Leben der Bürger „besser machen“ will. Um dies zu erreichen, will sie die Infrastruktur fördern, die kleinen Unternehmen steuerlich entlasten. Sie spricht von „equal pay“ und der Umwandlung der Energiewirtschaft. Erster Eindruck: Sehr akademisch. Dann aber zeigt sie auf, dass sie der Kandidat der kleinen Leute ist. Clinton verweist auf ihren Vater – einen Arbeiter. Trump hingegen sei reich aufgewachsen. Kurzum: Er habe keine Ahnung, was die einfachen Leute sorgt. 

Protokoll einer Achterbahnfahrt - Der Wahlkampf in den USA
Trump findet, der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Vietnam-Veteran John McCain sei kein Kriegsheld. „Trump ist nach Beleidigung erledigt“, titelt die „New York Post“ daraufhin.
Bernie Sanders, der für die Demokraten kandidieren will, nimmt seine Konkurrentin Clinton bei einer TV-Debatte in Schutz: „Das amerikanische Volk hat die Diskussion über ihre verdammten Emails satt.“
Clinton muss elf Stunden lang in einem Ausschuss Fragen zum Anschlag von Bengasi beantworten.
Nach einem Terrorangriff in San Bernardino fordert Trump ein komplettes Einreiseverbot für Muslime.
Beim Auftakt der Vorwahlen in Iowa gewinnt bei den Republikanern der texanische Senator Ted Cruz, Trump kommt nur auf den zweiten Platz. Clinton siegt sehr knapp vor Sanders.
Trump sagt, er wolle noch viel schlimmere Verhörmethoden als Waterboarding einsetzen.
Papst Franziskus sagt, Trump verhalte sich unchristlich. Trump sagt, Franziskus sei von Mexikos Regierung irregeleitet worden.
Trump und Clinton gehen als klare Sieger aus dem „Super Tuesday“ mit Vorwahlen in mehreren Bundesstaaten hervor.
Trump siegt in weiteren Staaten. Einige Republikaner reden über eine Kampfabstimmung auf dem Parteitag. Clinton gewinnt auch, hat aber weiter Probleme. Es ist Halbzeit.
Trump sagt, er wolle weniger für die Nato zahlen. Wenige Tage später meint, er es wäre für Japan oder Südkorea besser, wenn sie Atomwaffen besäßen. Dann sagt Trump, Frauen müssten für Abtreibungen bestraft werden.
Trump gewinnt die Vorwahl in Indiana. Cruz und Kasich steigen aus dem Rennen aus. Clinton verliert gegen Sanders.
Trump hat genügend Delegierte für die Präsidentschaftskandidatur zusammen.
Clinton erreicht die notwendige Zahl an Delegierten.
Am Tag nach dem Brexit-Schock preist Trump in Schottland den Ausgang des Referendums.
Das FBI empfiehlt, in der E-Mail-Affäre keine Anklage gegen Clinton zu erheben.
Sanders erklärt seine Unterstützung für Clinton.
Trump macht den Gouverneur Mike Pence zu seinem Vizepräsidentenkandidaten.
Trump ist offiziell Präsidentschaftskandidat.
Clinton macht den ehemaligen Gouverneur Tim Kaine zu ihrem Vizepräsidentenkandidaten.
Wikileaks veröffentlicht gehackte E-Mails der Demokraten. Einen Tag später tritt die Parteivorsitzende Debbie Wasserman Schultz zurück.
Clinton ist offiziell Präsidentschaftskandidatin.
Clinton verlässt eine Gedenkfeier frühzeitig. Sie hat eine Lungenentzündung und muss pausieren.
Trump erkennt erstmals an, dass Präsident Barack Obama in den USA geboren wurde - behauptet aber, Clintons Seite habe die Zweifel daran in die Welt gesetzt.

Donald Trump schaut beim Eingangsstatement geradeaus und mit zugekniffenen Augen in die Kamera. Wirkt sehr tough. So dann auch sein Eingangsstatement. Es dauert keine 30 Sekunden, bis er Mexiko und China attackiert. „Wir verlieren unsere Jobs.“ Er nennt konkrete Beispiele von Unternehmen, etwa Ford, die Jobs ins Ausland verlagern. „Das können wir uns nicht erlauben. Wir müssen aufhören, zuzulassen, dass unsere Jobs gestohlen werden.“ Anschließend erklärt er seinen Steuerplan. Dies sei „ein Jobschaffer“. Trump startet gut, spricht seine Wähler in den umkämpften Swing States mit leicht verständlichen Argumenten und Parolen an – und geht in Führung.

Punktestand: 1:0

 

Politische Standpunkte

Es ist Donald Trumps Steckenpferd. Der Republikaner spricht darüber, wie der Freihandel ganze Bundesstaaten verarmt habe. Diese Botschaft kommt in Michigan, Pennsylvania oder Indianapolis und Ohio sicher an. Clinton kontert, versucht auszuführen, wie sie die USA zum Technologieführer in erneuerbaren Energien machen will. Das schaffe Jobs. „Hillary, du hast seit 30 Jahren Regierungsverantwortung getragen – und keine Jobs geschaffen.“ Die ehemalige US-Senatorin und Außenministerin kann darauf nicht wirklich antworten.

Trump dominiert diesen Teil der Debatte. Ob er die richtigen Instrumente in der Hand hat, bleibt dahingestellt. Die Freihandelsverträge aufzukündigen, die USA abzuschotten, wird insbesondere die Arbeiterklasse und US-Konsumenten treffen. Dennoch: Wer den Ärger und die Enttäuschung der Bürger in den erwähnten Regionen kennt, weiß: Die Wähler sehnen sich nach einem Kandidaten, der die Probleme beim Namen nennt und (einfache) Lösungen verspricht. Klarer Punkt für Trump.

Zwischenstand 2:0 für Trump

TV-Duelle in US-Präsidentschaftswahlkämpfen
Demokrat John F. Kennedy gegen Republikaner Richard Nixon - die erste Präsidentschaftsdebatte, die live im Fernsehen übertragen wurde. Kennedy bestach durch Charme und ein sonnengebräuntes Äußeres. Nixon, der zuvor im Krankenhaus lag, wirkte dagegen unrasiert und so unsympathisch, dass er seine Chancen verspielte. Kennedy konnte die Wähler für sich gewinnen. Bis 1976 wagte sich kein Kandidat mehr an ein öffentliches Duell.
Folgenreiches TV-Duell zwischen dem Demokraten Jimmy Carter und dem amtierenden Präsidenten Gerald Ford. Nach einer erfolgreichen ersten Debatte brachte sich Ford in eine unglücklich Lage. Er behauptete mitten in Zeiten des Kalten Krieges: „Es gibt keine Dominanz der Sowjetunion in Osteuropa, und unter einer Regierung Ford wird es auch keine geben.“ Ford verlor die Wahl.
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jimmy Carter und dem Republikaner Ronald Reagan. Reagan, als erfahrener Schauspieler um einiges besser vor den Kameras, überzeugte die Zuschauer mit Witz und Charisma. Mit der Frage: „Geht es ihnen besser als vor vier Jahren?“, traf er vor allem mit Blick auf die Wirtschaftslage einen Nerv.
Präsident Reagan sticht wortgewandt den Demokraten Walter Mondale aus. Der damals 73-Jährige, im Duell auf sein hohes Alter angesprochen, sagt: „Ich werde Altersfragen in dieser Kampagne nicht thematisieren. Ich werde die Jugend und Unerfahrenheit meines Opponenten nicht politisch ausschlachten.“ Reagan wurde wiedergewählt. Rund 67 Millionen Zuschauer verfolgten das Duell.
Verhängnisvoll war eine Aussage des demokratischen Gouverneurs Michael Dukakis. Er sprach sich im TV-Duell gegen die Todesstrafe aus, selbst wenn seine Frau Opfer eines Gewaltverbrechens würde. Er verlor gegen den Republikaner George H. W. Bush.
Erstmals war neben George H. W. Bush und dem Demokraten Bill Clinton auch ein dritter Kandidat dabei, Ross Perot. Präsident Bush wurde für seinen Auftritt kritisiert, da er ständig auf die Uhr schaute, während die anderen Kandidaten sprachen.
Zwischen dem amtierenden Präsidenten Clinton und dem ehemaligen Senator aus Kansas, dem Republikaner Bob Dole, gab es zwei TV-Debatten. Clinton überzeugte in der Debatte souverän und behauptete sich als Präsident.
Der demokratische Vizepräsident Al Gore konnte in den Debatten die Zuschauer nur wenig überzeugen. Er schüttelte den Kopf oder stöhnte hörbar auf, wenn George W. Bush zu Wort kam. Einige Medien kritisierten Gore als selbstgefällig.
Für John Kerry wurde das TV-Duell zum Verhängnis. Das Thema Irak förderte bei Kerry größere Wissenslücken zu Tage. George W. Bush entschied die Wahl erneut für sich.
Zwischen dem Republikaner John McCain und dem Demokraten Barack Obama gab es drei TV-Debatten. Obama wirkte souverän und kompetent.
Präsident Barack Obama und der frühere Gouverneur aus Massachusetts, Mitt Romney, standen sich in drei hitzigen Debatten gegenüber. Mitt Romney zeigte jedoch Lücken, etwa seine Unkenntnis über die geografische Lage von Syrien, Irak und Iran. Obama präsentierte sich selbstbewusst.

 

Sicherheitsfragen

„Clinton traut sich nicht, die Worte ,Law & Order“ in den Mund zu nehmen“, sagt Donald Trump. Dies macht er in Endlosschleife. Die Innenstädte müssten wieder sicherer werden. Es gäbe zu viele Schießereien – Opfer seien vor allem Minderheiten. Wahr ist: Die Zahl von bewaffneten Überfällen in Städten wie Chicago ist dramatisch hoch. New York City etwa hat seine Sicherheitsprobleme mit überwältigender Präsenz von Polizisten und einer Nulltoleranz-Politik in den Griff bekommen.

Hillary Clinton setzt auf Gemeinsinn. Es könne nicht sein, dass es private Gefängnisse in den USA gebe. Keiner solle davon profitieren, junge Menschen – hauptsächlich Minderheiten – in den Knast zu stecken. Zweiter Punkt: „Es sind zu viele Waffen im Umlauf“. Beide teilen sich die Punkte.

Zwischenstand: 3:1 für Trump

 

Terrorbekämpfung

Clinton will in Zusammenarbeit mit den Alliierten aus Europa wie aus den arabischen Staaten den IS bekämpfen. Sie werde auch alles tun, um Führer des IS auszuschalten. So wie die Obama-Regierung in ihrer Amtszeit als Außenministerin entschieden habe, Al-Kaida-Führer Osama bin Laden umbringen zu lassen.

Hillary Clintons Doppelgängerin

Nach ihrem Schwächeanfall während einer Veranstaltung zum 11. September trat Clinton nur zwei Stunden später wieder in die Öffentlichkeit. Für Verschwörungstheoretiker war das ganz klar eine Doppelgängerin. Sogenannte Beweise wurden in sozialen Medien gesammelt. Ob Nase oder Finger – es seien klare Unterschiede zu sehen. Weitere Spekulationen: Die Doppelgängerin soll Schauspielerin Teresa Lilly Barnwell sein, eine Clinton-Imitatorin.

Foto: AP

Von Hirntumor bis Zungenkrebs – Clintons Krankheiten im Überblick

Epilepsie, Parkinson oder Hirntumor – um Clintons Gesundheit ranken sich die wildesten Spekulationen. Bereits 2015 verkündete die Zeitung „National Enquirer“ das baldige Ableben der Demokratin. In einem Video der Seite „Infowars“ analysieren Experten Clintons Lachen als eine Persönlichkeitsstörung. Der Blog „The Conservative Tree House“ stelle einen Fleck auf Clintons Zunge fest. Diagnose: Zungenkrebs.

Foto: dpa

Der Knopf in Clintons Ohr

„Ein Knopf im Ohr?“, mit dieser Frage löste Schauspieler James Woods eine heftige Diskussion aus. Der Grund: ein Foto, das Clinton bei einem Auftritt im Sender NBC mit einem kleinen Gegenstand im Ohr zeigt. Woods postete auch eine Wikileaks-E-Mail von 2009, in der Clinton-Vertraute Huma Abedin fragt: „Hast du Deinen Knopf im Ohr mitgenommen, oder soll ich ihn holen?“. Die Seite „True Pundit“ mutmaßt, dass Clinton schon früher Ansagen über den Knopf bekam.

Foto: AP

Mysteriöser Begleiter
Er weicht ihr nicht von der Seite: Clintons Begleiter. Einige sehen in ihm keinen Bodyguard, sondern eine Gefahr. Der Autor Mike Cernovich: „Jeder Sicherheitsagent trägt einen Anzug. Hillarys Begleiter ist leger angezogen. Etwas Großes bahnt sich da an.“ Auf einem Foto soll der Begleiter eine Diazepamspritze halten, einen Arzneistoff gegen Panikattacken. Es wurde geraunt, der Mann sei ein Psychiater, der Clinton auch hypnotisiere. Das beweise angeblich ein Video, in dem der Begleiter ihr etwas ins Ohr flüstert.

Foto: AP

Donald Trump – der Antichrist

Der Antichrist – eine Figur aus der Bibel, die Gegenmacht zu Jesus Christus. Laut Bibel soll sich der Mond vor der Ankunft des Antichristen in Blut verwandeln. Die Verbindung zu Trump: An seinem Geburtstag, dem 14. Juni 1946, gab es eine totale Mondfinsternis, auch als „Blutmond“ bekannt. Auch die Zahl des Antichristen (666) tauche in Trumps Leben auf. Eines seiner Gebäude hat er in der 666 Fifth Avenue in New York gekauft. Selbst lebt er im 66. Stock des Trump Towers. Für viele ist das sehr mysteriös.

Foto: dpa

Hillary Rodham Clinton Jimmy

„Es ist alles nur gespielt!“, schreibt der US-amerikanische Journalist Justin Raimondo auf seinem Blog. Donald Trump schauspielere, um seiner Freundin Hillary Clinton zur Präsidentschaft zu verhelfen. Die Gründe: seine gute Beziehung zu den Clintons, seine Unterstützung vergangener demokratische Kampagnen und seine kontroversen Aussagen, mit denen er die Republikaner zu spalten versuche. Rassismus, Hetzparolen und Populismus – Trump könne nur eine Karikatur des Konservatismus sein – erfunden von den Demokraten. Im Bild spielt Jimmy Fallon Donald Trump.

Foto: AP

Die Illuminati und Trump

Die Illuminati, eine Geheimgesellschaft, die im Jahr 1785 verboten wurde, besteht nach Meinung einiger Verschwörer weiter fort. Trump soll nun angeblich gezielt von dem Orden eingesetzt worden sein, um als nächster Präsident ihren Befehlen zu gehorchen. Befolgt er sie nicht, könnte er von den Illuminati umgebracht werden. Dies sei ja schon bei Präsident John F. Kennedy der Fall gewesen. „Beweisvideos“ sollen zeigen, dass Trump zu den Illuminati gehöre. Zu erkennen sei dies etwa an seinen Händen, die er zu einer Pyramide formt – eines der wichtigsten Symbole des Ordens.

Foto: REUTERS

Clinton und Trump sind Reptiloide

So absurd sie klingt, hat die Theorie der Reptiloide doch viele Anhänger. Erfinder David Icke beschreibt Reptiloide als intelligente Wesen, die von reptilienartigen Außerirdischen abstammen. Ihr Ziel: Kontrolle der Weltpolitik. Trump und Clinton sind die neuesten Verdächtigen. Videos sollen beweisen, dass Trump eine Maske trage. Clinton habe indessen Schuppen auf der Stirn. Dass die Videos stark bearbeitet sind, scheint die Anhänger der Theorie nicht im Geringsten zu stören.

Foto: dpa

Donald Trump konzentriert sich darauf, Clinton vorzuhalten, in ihrer Amtszeit sei der IS groß geworden. „Ihr habt ein Kleinkind zu einer großen Gefahr werden lassen“. Was er selbst vor hat, bleibt unklar: „Wir müssen IS wegbomben – und zwar schnell.“

Trump rückt von seiner Nato-Kritik ab. Er verbucht für sich, dass sich das Militärbündnis nach seiner Kritik nun stärker auf die Terrorbekämpfung konzentrieren will. Die Kausalität sei dahingestellt: Trump verkauft sich als starker Führer, rettet eine Punkteteilung.

Zwischenstand: 4:2 für Trump

 

Fitness-Wahn der Amerikaner

Warum ihr Zusammenbruch Clinton den Wahlsieg kosten könnte

Hillary Clinton erlitt einen Schwächeanfall. Ihr Gesundheitszustand könnte sie den Wahlsieg kosten. Denn in den USA gilt Stärke als Voraussetzung, um Präsident werden zu können. Zu oft wurde in der Vergangenheit gelogen.

von Christian Schlesiger

 

Ehrlichkeit

Hillary Clinton entschuldigt sich für ihr Verhalten in der E-Mail-Affäre. „Ich habe einen Fehler gemacht und würde es nicht wieder machen.“ Sie beweist Rückgrat. Anders als Donald Trump, der etwa seine Steuerbescheide zurückhält. Auch auf Kritik, dass Trump mit ehemaligen Mitarbeitern nicht gut umgegangen ist, zeigt er sich uneinsichtig. Der Republikaner wirft Clinton Unehrlichkeit vor. Doch der Eindruck bleibt: Der Einzige, der etwas zu verbergen hat und nicht einsichtig ist, heißt Donald Trump. Punkt für Clinton.

Zwischenstand: 4:3 für Trump

Clintons wirtschaftspolitische Pläne
Clinton will in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit das umfassendste Investitionsprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg in Infrastruktur, Industrie, Forschung und Entwicklung, Klimaschutz und Mittelstandförderung anstoßen. Sie will über fünf Jahre aus staatlichen und privaten Quellen 275 Milliarden Dollar mobilisieren, um die Verkehrs- und Netz-Infrastruktur zu verbessern. Damit und mit anderen Mitteln will sie über zehn Millionen neue Jobs schaffen. Die Industrie soll stärker werden. Gelingen soll das mit einer Partnerschaft von Wirtschaft, Arbeitnehmern, der Regierung und Verwaltungen sowie der Wissenschaft. Firmen sollen sich verpflichten, Jobs und Investitionen statt in Übersee in den USA zu halten. Dafür sollen sie finanzielle Vorteile genießen. Besonders gefördert werden sollen strukturschwache Regionen. Die Position der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften will Clinton stärken. Der Mindestlohn soll von 7,25 Dollar je Stunde auf zwölf, zuletzt war gar von 15 Dollar die Rede, erhöht werden.
Clinton verspricht ein gerechteres und einfacheres Steuersystem. Multi-Millionäre und Milliardäre sollen einen Steueraufschlag zahlen, Arbeitnehmerhaushalte und Familien entlastet werden. Steuerschlupflöcher für Firmen und Privatpersonen will Clinton schließen. Unternehmen, die ihre Gewinne in Steueroasen transferieren, sollen eine Extra-Steuer zahlen. Investitionen von Unternehmen in den USA selbst will sie begünstigen und dabei kleine Firmen besonders entlasten. Gleiches gilt für Familien, die Sonderlasten tragen, weil sie beispielsweise ältere und erkrankte Familienangehörige pflegen.
Die US-Finanzindustrie will Clinton enger an die Leine legen. Wall-Street-Riesen sollen einen Extra-Zuschlag zahlen, der sich nach ihrer Größe und ihrem Risikogewicht für die Branche richtet. Bestehende Möglichkeiten für Großbanken, Kundengelder in Hochrisikofeldern zu investieren, will sie beschneiden. Top-Banker sollen bei Verlusten ihrer Institute mit Bonus-Einbußen rechnen. Der Hochfrequenzhandel soll besteuert werden. Riesige und undurchschaubare Finanzriesen sollen stärker kontrolliert und im Zweifel aufgespalten werden. Clinton will Finanzmanager auch stärker in Mithaftung nehmen, wenn in ihren Instituten gegen geltendes Recht verstoßen wird.
Clinton verspricht, schärfer gegen Länder wie China vorzugehen, wenn diese internationale Freihandelsregeln verletzen und damit amerikanischen Arbeitsplätzen schaden. Sie will Nein sagen zu Handelsabkommen, wie der Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP), die nicht den US-Standards genügen, etwa mit Blick auf die Bezahlung von Arbeitnehmern. Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta will sie neu verhandeln. Zum US-EU-Freihandelsabkommen TTIP, das derzeit verhandelt wird, äußerte sie sich in jüngster Zeit zwar nicht direkt, doch war sie schon früher auch dazu auf Distanz gegangen und will in Freihandelsabkommen generell die amerikanischen Interessen besser zum Tragen kommen lassen. „Amerika fürchtet den Wettbewerb nicht“, gibt sie sich insgesamt kämpferisch.
In Umwelt- und Energiepolitik will Clinton Zeichen setzen. Sie will Amerika zur weltweiten „Supermacht“ des 21. Jahrhunderts in Sachen saubere Energie machen.
Clinton will Schluss damit machen damit, dass sich US-Bürger wegen einer College- oder Universitätsausbildung hoch verschulden. Sie will für eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen sorgen. Bei Krankheit und im Alter soll es mehr soziale Sicherheit geben.

Überraschungsmomente

Trump ist US-weit in der Kritik, dass er – entgegen der Tradition im US-Wahlkampf – seine Steuerbescheide nicht veröffentlicht. Clinton liefert die Erklärungen gleich mit. „Vielleicht ist er nicht so reich, wie er behauptet. Vielleicht ist er nicht so karitativ, wie er behauptet.“ Trump dreht den Spieß um. „Ich werde gegen den Willen meiner Anwälte die Steuerbescheide veröffentlichen – wenn Hillary Clinton die 35.000 E-Mails freigibt, die sie von ihrem privaten Server gesendet hat“.

Donald Trump wird von den Waffenlobbyisten der NRA unterstützt. Dennoch stimmt Trump während der TV-Debatte zu, dass Bürger, die als gefährlich eingestuft und etwa nicht in Flugzeuge steigen dürfen, keine Waffen bekommen sollen. Trump überrascht positiv und lenkt geschickt von eigenen Schwächen ab. Punkt für Trump.

Zwischenstand: 5:3 für Trump

Kampfgeist

Donald Trump attackiert Clinton, unterbricht sie regelmäßig. So fragt er etwa nach, warum Clinton das Freihandelsabkommen TPP einst „zum Goldstandard“ für Handelsfragen erklärt hatte. Clinton fällt es schwer, zu kontern. Sie wirft Trump Unehrlichkeit vor. „Ich weiß, dass du in deiner eigenen Welt lebst“. Clinton nennt ihren Konkurrenten an einer Stelle „crazy“. Als Trump über die Schwächen der USA spricht, etwa den schlechten Zustand der US-Flughäfen, greift Clinton an. „Das liegt vielleicht daran, dass du nie viel Steuern gezahlt hast.“ Ihre beste Attacke. Doch es ist Trump, der lange die wahren Nadelstiche setzt.

Hillary Clinton

Demokratin will bald wieder in den Wahlkampf einsteigen

Auch vor einer Auseinandersetzung mit dem Moderator schreckt Trump nicht zurück. Er spricht so lange, bis er seinen Punkt gemacht hat. Widerspricht – etwa beim Vorwurf, er sei einst für den Irakkrieg gewesen. Clinton schlägt sich tapfer, aber Trump ist aktiver, aggressiver, kampfeslustiger.

Punkt für Trump, Zwischenstand: 6:3 für Trump

 

Fehler

Donald Trump verteidigt seine Kampagne gegen US-Präsident Barack Obama, der angeblich nicht in den USA geboren sei. Es bleibt unklar, ob Trump an den Vorwürfen festhält. Er sei „zufrieden“, dass Obama seine Geburtsurkunde vorgezeigt habe. „Ich finde, ich habe einen guten Job gemacht“ sagt Trump. Nein, hat er nicht. Eine unsinnige Debatte, von der Trump endlich Abstand nehmen sollte. Es bleibt nicht der einzige Patzer von Trump. Clinton wirft dem Immobilienmogul vor, die Immobilienkrise angefeuert zu haben. Trump unterbrich und ruft. „Das nennt man Geschäfte machen.“

Clinton kommt ohne signifikante Patzer durch den Abend. Klarer Punktsieg für sie in dieser Kategorie. Minuspunkt für Trump.

Zwischenstand: 5:3 für Trump

Nachhaltiges

„Ich bin ein Sieger.“ Donald Trump präsentiert sich während der gesamten Debatte als Gewinnertyp. Er sei ein erfolgreicher Geschäftsmann, er werde auch ein guter Präsident werden. Ein Anti-Politiker-Politiker, der Probleme beim Namen nennt. „Clinton hat Erfahrung. Aber das ist schlechte Erfahrung.“ Donald Trump dominiert die erste Halbzeit der Debatte.

In der zweiten Hälfte gewinnt Clinton an Selbstvertrauen und Format. Sie präsentiert sich als seriöse Kandidatin, als bestens vorbereitet für den Job. Im Endeffekt wenig überraschend: Beide betonen ihre Stärke – ohne ihre Wähler neue Argumente für sich an die Hand zu geben.

Zwischenstand: 6:4 für Trump

Leonardo DiCaprio

Seitens Hollywood erfährt Clinton auch von zahlreichen Schauspielerinnen Unterstützung. Zu den prominenten Spendern ihres „Super-PACs“ gehört der Oscar-Gewinner Leonardo DiCaprio, der sich offen für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzt. Neben DiCaprio stehen auch Tobey Maguire, Dakota Fanning, Ben Affleck und Chris Meledandri auf der Spenderliste.

Foto: dpa

Bill Gates

Bill Gates macht aus seiner politischen Einstellung kein Geheimnis. Er setzt sich für Immigranten in den USA ein und prangert den Klimawandel an. Wen genau er bei den Demokraten unterstützt, ist aber nicht bekannt.

Foto: dpa

Jeffrey Katzenberg

Auch der Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg steht hinter Hillary Clinton. Er hat ihrem „Super-PAC“ eine Millionen Dollar zugeschossen.

Foto: REUTERS

Koch-Brüder

Die Koch-Brüder (im Foto Charles Koch) waren lange Zeit die größten Unterstützer der Republikaner. Sie hatten sich für George Bush und später Mitt Romney engagiert. Bei Letzterem ohne Erfolg. Doch das Problem ist nicht nur das dadurch verlorengegangene Geld. Auch die anhaltend negative Kritik gegen die Brüder macht den Milliardären zu schaffen. Bislang fielen sie daher im aktuellen Wahlkampf kaum auf.

Foto: AP

Mark Zuckerberg

Der Facebook-Gründer macht des Öfteren auf die negativen Effekte des Klimawandels aufmerksam. Außerdem setzt Mark Zuckerberg sich für die Rechte der gleichgeschlechtlichen Ehe ein. Daher dürfte es naheliegend sein, dass er den Wahlkampf der Demokraten unterstützt. Auch die Geschäftsführerin des sozialen Netzwerks sympathisiert mit den Demokraten. Sheryl Sandberg hatte sich offen zu Hillary Clinton bekannt. „Ich würde es begrüßen sie als Präsidentin zu sehen“, sagte sie gegenüber Bloomberg TV im April 2015.

Foto: AP

Harold Hamm

Wie die Kochs gehörte auch der Rohstoffunternehmer Harold Hamm lange zu den zahlungskräftigen Unterstützer der Republikaner. 2012 fungierte Hamm als Energieberater des Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Im aktuellen Wahlkampf macht sich allerdings genauso rar wie die Gebrüder Koch.

Foto: REUTERS

Satya Nadella

Wie sein Vorgänger ist auch der neue Microsoft-Chef Satya Nadella dem demokratischen Lager zuzuordnen. Selbst aus Indien stammend setzt sich Nadella ebenfalls für die Rechte von Immigranten ein.

Foto: REUTERS

Paul Singer

Auffällig viele Hedgefonds-Manager setzen im Wahlkampf auf die Republikaner. Clifford Asness und Kenneth Griffin gehören zu den Spendern. Zu den Geldgebern gehört auch Paul Singer, Chef des Hedgefonds Elliot Management Corporation. Er unterstützt den Wahlkampf von Marco Rubio.

Foto: REUTERS

George Soros

Auch Investorenlegende George Soros mischt mit. Der gebürtige Ungare schießt Clintons Interessenverband (der sogenannte „Super-PAC“) satte acht Millionen Dollar zu.

Foto: REUTERS

Lloyd Blankfein

Jahrelang pflegte die US-Demokratin Hillary Clinton (68) gute Beziehungen zur US-Finanzwelt. Als einer der spendenfreudigsten Unterstützer galt lange Zeit Lloyd Blankfein. Der Goldman-Sachs-Chef unterstützt seit Jahren die Clintons. Für diverse Reden von Hillary Clinton und ihrem Mann Bill bezahlte die Investmentbank allein 2013 rund 875.000 Dollar. Doch die guten Beziehungen zu den Banken sorgt für Gegenwind in Clintons Wahlkampf. Blankfein unterstützt die Demokratin daher nicht mehr öffentlich. Offenbar fließen auch keine Gelder mehr für ihre Kampagne.

Foto: REUTERS

Jamie Dimon

Neben Blankfein galt auch Jamie Dimon als großzügiger Spender der Clintons. Doch ähnlich wie bei Blankfein bekennt sich auch der Chef von JP Morgan nicht mehr öffentlich als Unterstützer Hillary Clintons. Fraglich bleibt aber, ob auch kein Geld mehr zur Unterstützung von ihrem Wahlkampf mehr fließt. 2013 unterstützten diverse Banken die Reden der Clintons noch offenkundiger. Rechnet man alle Honorare zusammen, die Bill und Hillary Clinton für ihre Reden von Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs und der Bank of America erhalten haben, kommt man auf eine Gesamtsumme von 3,9 Millionen Dollar.

Foto: AP

Peter Thiel

Peter Thiel ist einer der wenigen Unterstützer der Republikaner im Silicon Valley. Er unterstützt Ted Cruz bei seinem Wahlkampf.

Foto: REUTERS

Sheldon Adelson

2012 hatte der Casino-Riese Sheldon Adelson noch unfassbare 100 Millionen Dollar eingesetzt, um eine zweite Amtszeit Barack Obamas zu verhindern. Nun hält sich Adelson zurück. Doch es gibt Indizien, dass er den republikanischen Kandidaten Marco Rubio unterstützt. Ein Indiz ist die auffällige Berichterstattung im „Las Vegas Review-Journal“, die einflussreichste Zeitung in Nevada und im Besitz von Adelson. In ihr wird Rubio als geeignetster Präsidentschaftskandidat der Republikaner gepriesen.

Foto: AP

Steven Spielberg

Auch von Oscar-Preisträger Steven Spielberg hat Clinton Geld bekommen. Wie Dreamworks-Chef Katzenberger ist der Regisseur mit einer Millionen Dollar in Hillary Clintons Wahlkampf engagiert.

Foto: AP

  

Präsidiales Auftreten

Hillary Clinton ist bestens für das Präsidentenamt gerüstet. Sie hat das Fachwissen, um die USA zu führen und den Charakter, signifikante Entscheidungen zu treffen. „Ich habe mich auf diese Debatte vorbereitet – und ich bin vorbereitet für das Präsidentenamt.“ Dem wird kaum jemand widersprechen.

Donald Trump attackiert während der TV-Debatte. Er versucht erst gar nicht, präsidial zu wirken. Er sei ein Führer, ja. Aber kein Politiker. Politiker hätten die USA schließlich in die Krise geführt. Keine Frage: Clinton gewinnt diesen Vergleich deutlich.

Zwischenstand: 6:5

Humor

Die Lacher sind auf Donald Trumps Seite. So wirft er Clinton etwa vor, in ihrer Zeit in Regierungsverantwortung wenig für die Bürger getan zu haben. Sie habe auch heute „keinen Plan, wie sie Jobs schaffen will“. Clinton widerspricht. Sie habe viel über diese Problematik nachgedacht. Trump aus der Hüfte heraus: „Ja, 30 Jahre lang.“

Clinton hat später genug von Trumps angriffen. „Ich glaube, ich werde am Ende des Tages für alles Mögliche verantwortlich gemacht“. Trump lapidar: „Warum nicht?“

Zwischenstand: 7:5

Fazit

Donald Trump hat die ersten 30+ Minuten dominiert. Er wirkte kampfeslustig, aggressiv, nah am Wähler. Sein Ziel, sich präsidial zu geben, geht nicht auf. Trump ist Trump: er gefällt sich in der Rolle des Angreifers. Dass er charakterlich geeignet ist, der mächtigste Mann der Welt zu werden, bleibt zweifelhaft.

Hillary Clinton verpatzte die Anfangsphase. Demokraten mussten Schlimmes befürchten. Doch dann drehte sich die Debatte. Trump machte Fehler, die Ex-Außenministerin konnte ihre Stärken – Zuverlässigkeit, Deutungshoheit – ausspielen. Insgesamt waren beide gut, Trump hat durch eine starke Anfangsphase leichte Vorteile.

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