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exklusiv Giorgos Papakonstantinou: Griechischer Ex-Finanzminister sagt Regierung in Athen baldiges Ende voraus

von Silke Wettach

Der frühere griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou setzt wenig Vertrauen in die neugebildete Regierung seines Landes.

Für die griechische Nationalmannschaft gab es lange keinen Spitznamen. Erst, nachdem die Griechen die EM 2004 gewannen, erhielten sie den Spitznamen „To Piratiko“, zu deutsch: das Piratenschiff. Der Name ist eine Anspielung auf die Seefahrernation Portugal, der die Griechen die Trophäe abluchsten.

Bild: dapd

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„Ich hätte mir eine Koalitionsregierung gewünscht, wie wir sie in Deutschland sehen, bei der alle beteiligten Parteien Minister stellen. Mir gefällt das nicht, wie sich Pasok und Dimar in dieser kritischen Zeit nur halbherzig an der Regierung beteiligen. Ich hätte Pasok-Chef Evangelos Venizelos und Dimar-Chef Fotis Kouvelis gerne in einem Ministeramt gesehen“, sagte der griechische Politiker, der von 2009 bis Juni 2011 für die sozialistische Partei Pasok Finanzminister in Athen war, in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

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In der aktuell amtierenden Ministerriege „tauchen viele Minister aus der Versenkung auf, die in ihrer letzten Amtsperiode für Nea Dimokratia nicht gerade erfolgreich waren. Ich hätte mir mehr Technokraten gewünscht, mehr frische Gesichter“, sagt der Pasok-Politiker. Er glaubt auch nicht, dass die Regierung lange Bestand haben wird. „Ich will nicht schwarzmalen, aber ich bin nicht optimistisch, was die Amtsdauer angeht“, so Papakonstantinou.

Den mangelnden Reformfortschritt seines Landes führt der griechische Ex-Finanzminister, der in seiner Amtszeit das erste Rettungspaket für sein Land mit ausgehandelt hat, auf Widerstände in der Regierung und in der Verwaltung zurück. „Wir haben in Griechenland eine laxe Einstellung, wenn es darum geht, die Texte der Gesetzbücher auch umzusetzen“, so der Politiker. Von besonderer Bedeutung sei daher jetzt die Verwaltungsreform. Hier „geht es vor allem um Anreize. Wenn jemand nicht nach seiner Leistung beurteilt wird und auch nicht gefeuert werden kann, dann ist das kein Ansporn“, sagte Papakonstaniou.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 21.07.2012, 13:01 Uhrallesverloren

    Wenn die Regierung fällt, sollten alle Hilfen sofort eingestellt werden.

    Erst eine Pleite erlaubt frische Gesichter und neues Denken.

    Das ist so wie bei den Banken und Firmen.

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