Der Test: Was High-End-Hörgeräte mit Bluetooth im Alltag leisten

Der Test: Was High-End-Hörgeräte mit Bluetooth im Alltag leisten

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Phonak Exélia (vergrößert), iCom-Modul

Die Hörgeräte Oticon Epoq und Phonak Exélia übertragen Telefonate via Bluetooth direkt ins Ohr. Eine enorme, aber teure Erleichterung im Alltag, findet Wilfried Eckl-Dorna.

Mit der Werbung für Hörgeräte ist es ähnlich wie mit der Waschmittel-Reklame: Mit jedem neuen Gerät sollen die Kunden noch sauberer hören. Nun stehen Hörhilfen vor einer echten Innovation: Der dänische Marktführer Oticon und der Schweizer Hersteller Phonak haben Hörgeräte auf den Markt gebracht, die Telefonate drahtlos in die Hörgeräte übertragen. Notwendig dazu ist eine kleine Bluetooth-Empfangsstation, die um den Hals gehängt wird und Töne kabellos in die Hörgeräte weiterleitet.

Seit acht Jahren trage ich auf beiden Ohren Hörhilfen. Ich war gespannt, ob Oticons Top-Modell Epoq und Phonaks Konkurrenzprodukt Exélia tatsächlich ihren hohen Preis rechtfertigen.

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Ihre Hör-Innovationen lassen sich die Hersteller teuer bezahlen: Für ein Paar der dänischen Epoq-Geräte samt extra erhältlichem Bluetooth-Empfänger verlangen Hörgeräteakustiker mindestens 5200 Euro, die Schweizer Eléxia-Geräte liegen ebenfalls in dieser Preisklasse. Gesetzlich Versicherte erhalten davon in der Regel nur rund 830 Euro von ihrer Krankenkasse erstattet.

Nach acht Wochen Testzeit steht für mich fest: Die Drahtlos-Hörhilfen sind zwar teuer – sie haben meinen Alltag aber enorm erleichtert.

Bei der gezielten Verstärkung von Sprache schneiden beide Top-Modelle deutlich besser ab als meine bisherigen Hörgeräte, die vor drei Jahren mit 3500 Euro Neupreis zur Oberklasse zählten. Nach einigen Tagen Eingewöhnung konnte ich auch in der Küche verstehen, was mir meine Partnerin aus dem Wohnzimmer zurief. Bislang musste ich da trotz Hörhilfen oft noch einmal nachfragen.

In belebten Bars hatten die Dänen die Nase vorn: Mit Epoq im Ohr konnte ich dem Gespräch mit meinem Gegenüber mühelos folgen und bekam auch noch mit, worüber an den Nebentischen gesprochen wurde. Mit den Schweizer Exélia-Modellen verstand ich zwar meinen Gesprächspartner, doch alles um mich herum ging unter.

Bei den separat erhältlichen Bluetooth-Empfängern setzen Dänen und Schweizer auf unterschiedliche Konzepte. Epoq kombiniert Fernbedienung und Bluetooth-Freisprecheinrichtung in einem einzigen kompakten Gehäuse. Bei Exélia sind diese beiden Zusatzgeräte getrennt voneinander erhältlich.

Oticon Epoq (vergrößert), Kombi-Fernbedienung

Oticon Epoq (vergrößert), Kombi-Fernbedienung

Mir gefällt der erste Ansatz besser: Denn bei den Dänen muss ich nur ein Gerät per Netzkabel laden. Zudem ähnelt das schmale Teil einem schicken MP3-Player.

Die iCom getaufte Bluetooth-Freisprecheinrichtung für das Exélia sieht eher wie ein umgehängter Orden aus. Zudem ist die separate Fernbedienung der Schweizer recht klein geraten. Damit steigt das Risiko, das Teil zu verlieren – wie es mir beim Testgerät prompt passierte.

Bei der Verwendung als Handy-Freisprecheinrichtung lagen beide Geräte klanglich gleichauf.

Phonaks Exélia überzeugte mich bei der drahtlosen Übertragung von Musik. Abspielgeräte lassen sich per Kopfhörer-Ausgang oder drahtlos via Bluetooth an die Empfangsstation anschließen, die Musikstücke werden in Stereoqualität an die Hörgeräte übertragen.

Oticons Epoq schwächelte beim Musik-Klang. Es empfängt Tonsignale nur in Mono-Qualität. So etwas enttäuscht bei einem Gerät dieser Preisklasse. Mein Fazit daher: Wer viel mobil telefoniert und in lauten Umgebungen auch seine Tischnachbarn verstehen will, sollte eher zum Oticon Epoq greifen. Musikfans, die ohne Kabel ihren Lieblingsstücken lauschen wollen, sind mit Phonaks Exélia besser dran.

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