Elon Musk: "Elektroautos gehört die Zukunft"
Der US-Unternehmer Elon Musk, 42, im Interview mit WirtschaftsWoche.
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WirtschaftsWoche: Herr Musk, Sie investieren Ihr Vermögen in Elektroautos und Raketen. Wie passt das zusammen? Werden Raketen eines Tages elektrisch durchs All fliegen?
Musk: Es ist unmöglich, Elektroraketen zu bauen. Alle anderen motorisierten Transportmittel aber werden über kurz oder lang mit Strom betrieben. Und auch Raketen ließen sich nachhaltiger antreiben, durch elektrisch erzeugtes Methan beispielsweise. Das Gas lässt sich schon heute mithilfe von grünem Strom aus Wasserstoff und Kohlendioxid erzeugen.
Das ist mir zu technisch. Ich dachte eher an eine Vision, die beide Projekte eint. Oder treibt Sie nur Abenteuerlust?
Wenn man nach der risikobereinigten Rendite ginge, dann gäbe es sicher bessere Investments. Ich hätte genauso gut noch eine Internet-Firma mit den besten Technikern im Land gründen können. Aber mir stand der Sinn nach etwas Neuem. Meinen Beitrag zur Entwicklung des Internets habe ich schon geleistet. Ich wollte etwas tun, an das sich keiner wagte.
Jeff Bezos
Die Triebwerke, die den legendären US-Astronauten Neil Armstrong und seine Kollegen 1969 zum Mond brachten, sollen auf dem Grund des Atlantischen Ozeans aufgespürt worden sein. Die Motoren der "Saturn-V"-Rakete lägen in einer Tiefe von 4267 Metern und seien nun geortet worden sein, schreibt der Amazon-Chef und Raumfahrtfan Jeff Bezos in seinem Blog BezosExpeditions.com. Nun prüfe er, ob er einen oder mehrere davon heraufholen könne. Nach eigenen Angaben wolle er die Aktion aus eigenen Mitteln finanzieren. Sollte er dabei zwei Triebwerke bergen, werde er die Nasa bitten, eines dem Luftfahrtmuseum in Seattle zu geben, so Bezos. In der Stadt im Nordwesten der USA hat Amazon seinen Sitz.
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James Cameron
Bekannt und reich geworden ist James Cameron als Regisseur von Filmen wie „Titanic“ oder "Avatar". Ende März hat der Amerikaner wieder Schlagzeilen gemacht, allerdings nicht auf der Leinwand. Cameron hat eine Reise zum tiefsten Punkt der Erde gemacht. Als erster Mensch seit 1960 tauchte der 57-Jährige mit einem speziellen U-Boot in den Marianengraben im Westpazifik. Dort nahm er in mehr als drei Stunden zu Forschungszwecken Proben und filmte die Unterwasserwelt.
Foto: dapdDennis Tito
International bekannt wurde der US-Unternehmer und Multimillionär Dennis Tito im Jahr 2001 als erster Weltraumtourist in der Raumfahrtgeschichte. Mit einer russischen Sojus-Rakete hob der damals 60-Jährige vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. 20 Millionen US-Dollar zahlte der Amerikaner damals für dieses Privileg. Weltraumfans bewerteten den Flug des Multimillionärs als Start in den kommerziellen All-Tourismus.
Foto: APFrancis Ford Coppola
Der Regisseur Francis Ford Coppola gönnt sich ein exklusives Hobby. Mit dem Rubicon Estate Winery in Napa Valley kauft er sich 1975 in den Kreis der exklusiven Weinproduzenten ein. Das Flaggschiff des Weingutes ist der Rubicon Cabernet Sauvignon, von dem eine Flasche nicht unter 100 Euro zu haben ist.
Foto: dpaRoman Abramowitsch
Internationale Schlagzeilen machte der sportbegeisterte Abramowitsch mit dem Einkauf des Fußball-Clubs "FC Chelsea" für 210 Millionen Euro wie mit dem Erwerb der größten Privatjachten der Welt. Unter anderem besitzt er die in der Hamburger Blohm + Voss-Werft gebaute „Eclipse“, die bei einer Messe in London zur Yacht des Jahres 2011 gewählt wurde. In der Fachpresse werden ihr Ausrüstungsmerkmale zugeschrieben, die eines James-Bond-Films würdig wären. Im vergangenen Sommer machten der Milliardär und seine Yacht allerdings hauptsächlich damit Schlagzeilen, dass die längste Yacht der Welt keinen passenden Parkplatz gefunden hat. Für den Hafen von Antibes an der Côte d'Azur war sie zu lang.
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Richard Branson
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Paul Allen
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Michael Dezer
Reich geworden ist Milliardär Michael Dezer mit dem Handel von Immobilien. Sein Hobby aber sind Autos - vor allem Oldtimer. Dafür hat er auch schon ein Vermögen ausgegeben. Für sein teures Hobby hat er sich unterhalb des Luxusanwesens seines Freundes Donald Trump eine unterirdische Garage bauen lassen, in denen er seine Automobile und Motorräder sammelt. Über 1000 verschiedene Fahrzeuge soll Michael Dezer mittlerweile besitzen.
Foto: WirtschaftsWocheLarry Ellison
Larry Ellison fehlt es an nicht viel. Er hat mehrere Flugzeuge und Yachten, von Autos und Wohnsitzen gar nicht zu reden. Und momentan führt der Oracle-Chef das Ranking der Top-100-Liste der größten Yachten an. Die "Rising Sun" ist fast 140 Meter lang und etwa 377 Millionen Dollar wert.
Foto: REUTERSJohn Travolta
Dass das Hobby von John Travolta irgendetwas mit Tanzen zu tun hat, können sich ältere Filmliebhaber gut vorstellen. Aber der Amerikaner hat noch jede Menge mehr Hobbys. Beispielsweise fliegt der Schauspieler gerne. Im vergangenen Jahr kaufte er beispielsweise für seine Familie eine „Bombardier Challenger 601". Er liebe das Fliegen so sehr, dass er sein Haus gleich neben einer Landebahn gebaut habe, um bis zu seiner Haustür fliegen zu können, sagte er in einem Interview. Mit 15 Jahren nahm Travolta die ersten Flugstunden, mit 23 war er bereits Besitzer eines Pilotenscheins.
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Ein Privatunternehmen, das Raketen ins all schießt, ist tatsächlich neu.
Ja. Wobei ich – ehrlich gesagt – sowohl bei meinem Elektroauto Tesla wie auch bei meinem Raumfahrtunternehmen SpaceX anfangs dachte, dass die Projekte wohl zum Scheitern verurteilt wären. Ich hatte keine Ahnung von Autos, ich hatte keine Ahnung von Raketen – und beide Unternehmen wären 2008 ja auch fast zugrunde gegangen. Wir überlebten nur knapp. Bei SpaceX waren die ersten drei Startversuche erfolglos. Erst unser vierter und allerletzter Versuch klappte Ende 2008. Und bei Tesla hatten wir 2008 Finanzierungsverhandlungen, die erst im allerletzten Moment zu einem Abschluss kamen, am Weihnachtsabend kurz vor sechs.
Und darüber wurden Sie zum Car Guy?
Selbst würde ich mich nicht als Car Guy bezeichnen, ich habe eher ein Faible für Technik. Mir gefallen Autos nicht um ihrer selbst willen, sondern dann, wenn alles daran perfekt ist. Mein erstes Auto war ein 20 Jahre alter Buick, der zwar superbillig war, aber von lausiger Qualität.
Nun setzen Sie auf Elektroautos. Warum?
Elektroautos gehört die Zukunft.
Schon vor 100 Jahren fuhren Autos elektrisch. Aber sie hatten das Handicap der hohen Kosten und geringen Reichweiten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Elektronik noch nicht so weit, die Batterien waren schlecht. Dennoch waren die Stromer anfangs konkurrenzfähig.
Sind sie es denn heute?
Sobald das Reichweitenproblem gelöst ist, sind Stromer schon vom Prinzip her überlegen, weil sie mit wenigen Teilen auskommen. Eines Tages werden wir uns überwiegend mit Elektroantrieben fortbewegen. Wenn die Elektrifizierung rasch vorangeht, ist das gut für den Planeten, wenn es lange dauert, umso schlechter.
Audi hat entschieden, kein Elektroauto zu bauen - weil sie sich nicht rechnen.
Ich finde es schon erstaunlich, dass sich in Bezug auf Elektroautos weltweit nicht mehr tut. Es ist bereits sechs Jahre her, dass wir den Tesla Roadster gebaut haben. Und in all den Jahren hatten wir keinerlei Konkurrenz durch einen großen Autohersteller. Damit hätte ich nie gerechnet. Erst jetzt wird dem Elektroauto wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
Elon Musk
Er ist der Typ Manager, der seine Hobbys zum Beruf macht. Die Uni-Abschlüsse in Ökonomie und Physik in der Tasche wählte er drei Bereiche aus, die ihn faszinierten: das Internet, erneuerbare Energien und die Raumfahrt.
Sein Erfolg in der Welt des Internets ermöglichte ihm, später Geld in die anderen beiden Bereiche zu investieren und so seine Faszination zu erfolgreichen Unternehmen auszubauen. Musk ist der Mitgründer des weltgrößten Internet-Bezahlsystems Paypal. Von dem Verkauf 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay bekam Musk mehr als zehn Prozent.
Schon kurz vor dem Verkauf gründete der gebürtige Südafrikaner eine weitere Firma, um seiner zweiten großen Leidenschaft nachzugehen: SpaceX, ein Weltraumunternehmen, mit dem ehrgeizigen Ziel, die modernsten Raketen und Raumschiffe der Welt herzustellen.
Foto: dapdElon Musk
Ihn treibt die Sorge um, dass eine Naturkatastrophe die Erde zerstört oder die Menschen den Planeten selbst unbewohnbar machen. In 20 Jahren will er den ersten Menschen auf den Mars schicken.
In der Zwischenzeit kümmert sich der Milliardär und Vater von fünf Söhnen um bessere Fahrgelegenheiten auf seinem Heimatplaneten. Nach Paypal und SpaceX investierte er 2003 in Tesla. Der Hersteller von sportlichen Elektroautos ist Musks dritte große Herzensangelegenheit.
Tesla arbeitet bereits mit Daimler und Toyota zusammen. 2010 wurde der Südafrikaner als Auto-Manager des Jahres ausgezeichnet. All das hat Musk in nur 41 Jahren Lebenszeit erreicht.
Foto: ReutersJames Cameron
Tauchen und superteure Bombastfilme sind die großen Obsessionen von Hollywood-Starregisseur James Cameron. 1997 ließ er die Titanic effektvoll im Studiopool untergehen und drehte damit den damals teuersten und erfolgreichsten Film der Welt. Übertroffen wurde Titanic bislang in beiden Kategorien nur von Avatar - wiederum gedreht von Cameron.
Der Ausnahmeregisseur hat einen langen Atem - bei der Arbeit wie auch unter Wasser. Ohne Tauchgerät kann Cameron länger als drei Minuten die Luft anhalten und tiefer als 33 Meter weit tauchen. „Es ist ein großartiges Gefühl, die Gesichter der Taucher mit Flaschen zu sehen“, spottete er zuletzt in einem Zeitungsinterview.
Sein Erfolg im Film eröffnet Cameron die Gelegenheit, sein Tauchhobby bis ins Extrem auszuleben. Für rund acht Millionen Dollar baute er das U-Boot „Deepsea Challenger“ und stieß damit als erster Mensch in einer Solofahrt zum tiefsten Punkt der Weltmeere vor, dem Challengertief im Pazifik.
Foto: dpaJames Cameron
Der Wasserdruck war dabei so groß, dass sich Camerons Boot buchstäblich verkleinerte. Auf dem Boden der Tiefsee, fast elf Kilometer unter dem Meeresspiegel, verbrachte Cameron dann geschlagene drei Stunden, machte Filmaufnahmen und sammelte Proben.
Aber nicht alle Beobachter sind beeindruckt. „Ich kann mir kein besseres Beispiel für die Diskrepanz zwischen dem reichen einen Prozent und den 99 restlichen Prozent in der Bevölkerung vorstellen“, schrieb der Tiefseeforscher Craig McClain. Cameron solle mit seinem vielen Geld auch die ernsthafte Forschung unterstützen.
Foto: apLarry Ellison
Dieser Mann lebt auf der Überholspur. Und der in einfachen Verhältnissen in der New Yorker Bronx geborene heutige Multimilliardär zeigt es auch. Er liebt alles, was mit Sport und vor allem Wasser zu tun hat.
Der Gründer und CEO von Oracle Software finanziert das BMW Oracle Racing Team mit, das schon einmal den America's Cup gewonnen hat, und bot sich über Jahre hinweg mit anderen Milliardären einen Wettkampf, wer die größte Jacht der Welt hatte. Bis 2010 besaß Ellison die 140 Meter lange, in Deutschland gebaute Rising Sun mit eigenem Basketball-Feld auf dem Oberdeck.
Doch mit Sponsoring und dem Sektglas in der Hand gibt sich der laut „Forbes“ sechstreichste Mann der Welt nicht zufrieden. Im Dezember 1998 geriet seine Jacht Sayonara vor der Küste Australiens in einen verheerenden Wirbelsturm. Ellison und seine Mannschaft kamen fast ums Leben.
Foto: ReutersLarry Ellison
Trotzdem fährt Ellison auch heute noch Hochseeregatta - und 2013 kommt der America's Cup nach San Francisco, zu seinem Heimatklub.
Für seine spärlich bemessene Urlaubszeit hat der Hobbypilot ebenfalls vorgesorgt. Im Juni 2012 gab er ein Kaufangebot für Lana'i ab - die sechstgrößte Insel Hawaiis. Der Kaufpreis ist nicht bekannt, aber Marktexperten siedeln ihn irgendwo zwischen 500 und 600 Millionen Dollar an. Ellisons Privatvermögen wird auf 36 Milliarden Dollar taxiert, da fällt das eigentlich schon gar nicht mehr auf.
Foto: apJeff Bezos
„Ich freue mich mitteilen zu können, dass das Team unter Einsatz der modernsten Tiefseesonartechnik die Triebwerke der Apollo 11 in 4270 Meter Tiefe geortet hat. Wir planen gerade, eines oder mehrere davon aus dem Ozean zu heben.“ Das Team, das ist eines der Hobbys des Amazon-Gründers und CEO Jeff Bezos.
Auf seiner Webseite www.bezosexpeditions.com ist der Fortschritt der Bergungsaktion zu bestaunen. Solche Millionen-Dollar-Abenteuer bezahlt der 48-jährige Technikfan und Milliardär aus eigener Tasche.
Die Triebwerke, die seit über 40 Jahren im Salzwasser verrosten, will er einem Museum in Seattle spenden. Aber der Rückblick auf die Geschichte der Weltraumfahrt reicht dem in Albuquerque, New Mexiko, geborenen Internet-Pionier nicht aus. Er will Geschichte schreiben.
Foto: apJeff Bezos
Im Jahr 2000 gründete er seine eigene Weltraumfirma, Blue Origin. Mit ihr und dem „Blue Shepard“ getauften Raumschiff will er eines Tages in die kommerzielle bemannte Weltraumfahrt einsteigen.
Am 24. August 2011 stieg ein unbemanntes Testraumschiff zwar erfolgreich vom Forschungszentrum, einer Ranch in Texas, auf, musste dann jedoch in der Luft gesprengt werden, weil die Triebwerke ausfielen.
Aber das sind für Bezos eher Nebensächlichkeiten. Im Beruf wie bei seinen Hobbys denkt er immer in großen Dimensionen.
Foto: dapdRichard Branson
Seine blonden Haare wehen im Wind, die Haut ist von der Sonne gebräunt: Richard Branson wirkt wie ein kalifornischer Surfer, wenn er mit seinem Kite-Surfboard über das Meer brettert. Dass er gerade 62 Jahre alt geworden ist, sieht man dem gebürtigen Briten nicht an.
Und was in der Weltpresse über seine Aktionen zu lesen ist, passt auch nicht mehr so recht in seine Altersgruppe. Aber Branson weiß eben, wie er seine Hobbys als Werbemittel für sein Firmenimperium, die Virgin Group, nutzen kann.
Wie kürzlich bei der erfolgreichen Querung des Ärmelkanals von England nach Frankreich, als ältester Kitesurfer der Welt. Sein Sohn Sam schnappte ihm zwar den Zeit-Weltrekord vor der Nase weg. Die Medien freuten sich aber über ein weiteres, außergewöhnliches Abenteuer des britischen Milliardärs.
Foto: dpaRichard Branson
Das Archiv ist voll davon: 1986 überquerte Branson den Atlantik mit einem Schnellboot, 1987 im Heißluftballon. 2004 fuhr Branson in einem Amphibienfahrzeug über den Ärmelkanal. Nur die Erde per Ballon zu umrunden, schaffte er nicht.
Hobby und Beruf sind kaum zu unterscheiden. Selbst seine Privatinsel auf den Virgin Islands, passend zum Firmennamen, können Touristen anmieten. Der Firmenchef schaut gern vorbei, zu gemeinsamen Partys mit den Inselbesuchern.
Nach dem Start von Virgin als Musikunternehmen 1970 galt für Branson immer: höher, schneller, weiter. Er gründete eine Fluggesellschaft, sponsert ein Formel-Eins-Team, und will ab 2013 mit Virgin Galactic Touristen ins All schießen. Mehr als 500 Kunden haben schon gebucht.
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Ist Tesla für Sie ein gutes Investment?
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber derzeit bin ich ganz zufrieden. Insgesamt beläuft sich mein Investment auf 70 bis 80 Millionen, und mein Anteil an Tesla ist, wenn man sich den aktuellen Kurs der Aktie ansieht, derzeit etwa eine Milliarde Dollar wert. Das finde ich keine schlechte Rendite. Natürlich war das mit hohem Risiko verbunden, aber das ist bei Risikokapital nun einmal so.
Zwischenzeitlich hatten Sie große Finanzprobleme. Läuft nun alles glatt?
Vollkommen zufrieden bin ich nicht. Wir brauchten länger als gedacht bis zum Produktionsstart, und auch die Kosten sind höher als erwartet. Wir liegen deshalb drei bis sechs Monate hinter unseren Plänen zurück, aber wir holen rasch auf.
Warum verlief der Start denn so holprig?
Ganz banale Dinge führten zu den Verzögerungen, etwa die verspätete Lieferung der Türinnenverkleidungen. Der Produktionsprozess musste aber weiterlaufen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als Hunderte Fahrzeuge ohne die Verkleidung herzustellen und diese dann später nachzurüsten. Solche Pannen waren nicht selten.
Bekannt wurde Elon Musks kalifornische Elektroautoschmiede durch den Sportwagen Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basierte. Das neue Modell, das schlicht "S" heißt, ist eine Eigenentwicklung mit einigen Superlativen. So sorgen die Batterien des viertürigen und 2,1 Tonnen schweren Luxus-Sportcoupes theoretisch für maximal 480 Kilometer Reichweite, verspricht der Hersteller.
So weit fährt mit einer Batterieladung derzeit kein anderes Serien-Elektroauto. Allerdings zeigen langfristige Tests auch immer wieder, dass diese Angaben in der Realität kaum zu schaffen sind.
Foto: PRDiesmal soll es - anders als beim Roadster - keine Kleinserie werden, sagt der Hersteller. Und schon jetzt liegen angeblich 13.000 Vorbestellungen vor. Für Europa sind davon 3.000 bestimmt. Eine gewisse Exklusivität ist also garantiert.
Dabei nennt Tesla bisher noch nicht einmal einen offiziellen Preis für den deutschen Markt, allerdings sollen sich die Kurse an den amerikanischen Listen orientieren.
Foto: PRDie Motorleistung der Grundversion steht noch nicht fest, dafür stellt Tesla derzeit seine Spitzenversion ganz in den Vordergrund. Die kostet 97.000 Dollar (rund 75.000 Euro) und wartet mit einem 85 Kilowattstunden-Akku auf. Der bringt 310 kW bzw. 421 PS Power und 600 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse.
Foto: PRDass bei einem so futuristischen Auto wie dem Tesla S keine Kontrolle mehr analog funktioniert, versteht sich fast von selbst.
Foto: PRDas gigantisch große 17-Zoll-Touchscreen dominiert den Innenraum.
Foto: PRBeeindruckend gestalten sich die Fahrleistungen des 421 PS starken Topmodells.
Foto: PRDas Staufach unter der Fronthaube fasst 150 Liter.
Foto: PRDie Türgriffe versenken sich automatisch.
Foto: PRVon außen eher konventionell gestaltet, verbirgt sich alles Innovative beim Tesla S unter dem schwungvoll gezeichneten Blechkleid.
Foto: PRFlache Silhouette, lange Schnauze, schmales Fensterband und coupehafte Dachlinie bei gleichzeitig vier Türen. Auch mit den großen Turbinen-Felgen macht der Kalifornier eine gute Figur.
Foto: PRTFT-Schirm im Tablet-Stil, so groß wie zwei Notebooks: Die Oberfläche kann der technikbegeisterte Kunden fast frei konfigurieren, so ist für manch unterhaltsame Stunde in Garage oder Carport gesorgt. Auch das biete derzeit kein anderes Serienauto, schwärmt der Hersteller. Unter anderem kann man selber festlegen, ob der Wagen beim Loslassen des Gaspedals im Kriechtempo weiterrollen oder anhalten soll.
Foto: PRDer Stauraum im Heck lässt sich durch Umlegen der Rücksitzbank von 745 Liter auf durchaus beachtliche 1.645 Liter vergrößern.
Foto: PRUnprätentiös fällt die Heckansicht aus.
Foto: PRDie versenkbaren Türgriffe stören die schöne Seitenlinie nicht, die ein bisschen was von Audis A5 Coupe hat.
Auch den obligatorischen Stromanschluss versteckt Tesla, er findet sich im Bereich der Schlussleuchte, aber nicht bei nur flüchtigem Hinsehen.
Foto: PRDa auch der Kardantunnel entfällt, sind die Platzverhältnisse innen wirklich großzügig. Die ersten Tester des Fahrzeugs, das ab März 2013 nach Europa verschifft wird, bemängelten allerdings die Verarbeitungsqualität, die nicht mit echten Premium-Wettbewerbern mithalten könne.
Foto: PR3.000 Stück kommen von der Elektrolimousine Tesla Model S nach Europa.
Foto: PRTesla Model S
Foto: PR
Heute passiert das nicht mehr?
Seit Dezember stellen wir 400 Fahrzeuge pro Woche her. Jetzt zielen wir auf Effizienzsteigerungen. Ich bin optimistisch und erwarte das erste profitable Quartal in unserer neunjährigen Geschichte.
Sie haben Investoren eine Rendite von 25 Prozent versprochen. Wird die je erreicht?
Aber sicher. Schon zum Jahresende.
Tesla erhielt Staatshilfen über 465 Millionen Dollar. Wann zahlen Sie die zurück?
Wir zahlen schon seit geraumer Zeit Zinsen, und die Kapitaltilgung läuft seit vergangenem Jahr.
Wann ist der letzte Dollar zurückbezahlt?
Die Laufzeit für unseren Kredit beträgt noch zehn Jahre, aber wir haben dennoch vor, ihn in spätestens fünf Jahren zurückzuzahlen.
Vorausgesetzt das Geschäft läuft. Wie groß ist die Nachfrage nach dem Model S?
Uns liegen derzeit 15.000 Bestellungen aus aller Welt vor. Unser gesamtes Produktionsvolumen beträgt nur 20.000 pro Jahr, das heißt, wir sind für dieses Jahr so gut wie ausverkauft.
Aufbruch zu einer historischen Mission: Pünktlich um 09.44 Uhr MESZ am 22. Mai 2012 hob die unbemannte Kapsel Dragon des US-Unternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Als erste private Raumkapsel beförderte sie Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation ISS.
Foto: dpaZehn Minuten nach dem Start erreichte die Kapsel die Erdumlaufbahn, wo sie sich von der Rakete trennte und Kurs auf die ISS nahm.
Foto: NasaAuf ihrer Mission transportierte die Kapsel rund 520 Kilogramm Fracht, vor allem Lebensmittel für die Astronauten auf der Raumstation.
Bei Erreichen der Raumstation musste die Dragon von der Stationscrew mit dem Roboterarm der ISS eingefangen und in ihre endgültige Parkposition gebracht werden.
Foto: NasaBei ihrer Rückkehr transportierte die Raumkapsel 660 Kilogramm Abfälle zur Erde.
Foto: NasaDie Dragon-Kapsel vor ihrer Endmontage. Die Raumkapsel hat eine Länge von 4,4 Metern, ihr Durchmesser beträgt 3,6 Meter.
Foto: NasaIn dem drucklosen Laderaum der Kapsel können insgesamt gut drei Tonnen Fracht transportiert werden.
Im Dezember 2010 hatte SpaceX seine Raumkapsel zu einem ersten Testflug ins All befördert.
Foto: NasaZur ISS sollte die Dragon ursprünglich schon im Februar 2012 starten, der Termin wurde aber mehrfach verschoben
Foto: NasaSpaceX will den Frachter so weiterentwickeln, dass damit bis Mitte 2015 auch Menschen ins All befördert werden können.
Wann kommen die ersten Exemplare des Model S nach Europa?
Sie sollen im Juli in Europa eintreffen. In diesem Zeitraum werden wir etwa 40 Prozent unserer Produktion auf die europäischen Märkte bringen.
Die Euphorie über Elektroautos ist jüngst abgeebbt. Bereitet Ihnen das Sorgen?
Die Nachfrage bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Worauf ich mich jetzt konzentriere, sind vielmehr ein exzellenter Service für das Auto, eine Fertigung auf hohem Qualitätsniveau und mehr Effizienz.
Das nächste Modell ist das Model X. Wann beginnt der Verkauf des Autos?
Das Model X wird in der zweiten Hälfte nächsten Jahres in Produktion gehen. Nach Europa kommt es 2015.
Zu welchem Preis?
Die Preisgestaltung wird ähnlich sein wie beim Model S.
Tesla produziert in Kalifornien. Warum?
Ganz einfach: Ich lebe hier.
Aber für den Aufbau einer Autoproduktion ist es doch ein eher schlechter Ort.
Bei einer automatisierten Fertigung wäre ein Werk in Mexiko sicher billiger. Wenn man es aber wie wir mit neuer Technologie zu tun hat und es zunächst darum geht, die Maschine zu konstruieren, die dann die Maschine baut, braucht man eine enge Vernetzung zwischen Fertigung und Entwicklung. Das ist im Endeffekt wichtiger als niedrigere Lohnkosten.
Wäre somit später auch eine Fertigung außerhalb der USA denkbar?
Längerfristig gesehen werden wir auch in Europa und Asien produzieren, vielleicht sogar in Deutschland. Ich kann noch nicht sagen, wann es so weit sein wird, aber allein schon die Kosten für die Lieferung vom Standort Kalifornien aus sprechen dafür.
Tesla liefert Technik auch für Elektroautos von Daimler und Toyota. Warum beschränken Sie sich nicht darauf?
Wenn wir keine Autos bauen würden, könnte uns doch niemand ernst nehmen. Obwohl unsere Fahrzeuge bereits auf den Straßen unterwegs sind, begegnet man uns immer noch mit Skepsis. Anfangs hieß es, ihr schafft es nicht, einen Roadster zu bauen, und falls doch, dann wird ihn niemand kaufen. Und dann fand er doch Abnehmer. Dann hieß es: Bei einem teuren Sportwagen geht das vielleicht, aber nicht bei einem richtigen Auto, einer Limousine zum Beispiel. In PowerPoint-Präsentationen funktioniert immer alles prächtig, aber wir müssen den Menschen beweisen, dass es auch in Wirklichkeit funktioniert. Sonst würden sich jetzt keine großen Autohersteller für uns interessieren.
Risikokapital fließt aktuell eher in Internet-Startups, weniger in Technologieunternehmen. Tesla und SpaceX sind Ausnahmen. Wie erklären Sie sich das?
Risikokapitalgeber sind nicht bereit, außerhalb ihrer Sicherheitszone zu investieren. Die ist relativ eng umrissen und umfasst Software, Internet, Computerhardware, vielleicht noch Gentechnik und Biotechnologie. Vor einem Investment in ein Unternehmen, das sich in einer Branche mit etablierten und kapitalkräftigen Wettbewerbern behaupten will, schrecken sie zurück. Tesla war die erste Neugründung in der Autoindustrie seit 90 Jahren. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Investoren einem neuen Unternehmen keine Chancen einräumen. Tesla ist in dieser Arena eine kleine Maus unter lauter Elefanten. Auch SpaceX ist im Verhältnis zu den großen Luft- und Raumfahrtunternehmen ein Zwerg, dennoch läuft es jetzt ziemlich gut. Mit bereits vier profitablen Geschäftsjahren ist SpaceX ist schon ein bisschen weiter als Tesla.
Sie planen den Bau von Kolonien auf dem Mars. Wie ernsthaft ist das Projekt?
Ich glaube, die Menschheit sollte sich auf mehrere Planeten verteilen. Sie sollte sich nicht einfach auf einem anderen Planeten ansiedeln. Dazu brauchen wir eine leistungsfähige Raumfahrt. Ich konnte keine zielführenden Anstrengungen in dieser Richtung erkennen, also dachte ich mir, ich muss das selbst angehen. Darum habe ich SpaceX gegründet.
Könnten Sie sich vorstellen, Ihr Leben als Kolonist auf dem Mars zu beenden?
Das wäre fantastisch: auf der Erde geboren zu sein und eines Tages auf dem Mars zu sterben.
Das wäre tatsächlich eine Perspektive?
Ich bin noch nicht 100-prozentig davon überzeugt, aber ich sehe die Möglichkeit, und diese Möglichkeit wird im Lauf der Zeit immer realer werden.
Wann?
So 12 bis 15 Jahre müssen wir uns wohl noch gedulden.