Rdio-Chef Drew Larner: "Das Radio werden wir nicht von heute auf morgen verdrängen"

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InterviewRdio-Chef Drew Larner: "Das Radio werden wir nicht von heute auf morgen verdrängen"

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Mit rdio versucht ein weiterer Streaming-Dienst das klassische Musik-Erwerben abzulösen - Firmenchef Drew Larner erklärt, wie er das schaffen will

von Matthias Hohensee

Drew Larner, Chef des US-Musik-Streaming-Dienstes Rdio erklärt, wie er das klassische Radio ablösen und gegen den schwedischen Konkurrenten Spotify bestehen will.

Der Kunde der Zukunft werde seltener Dinge besitzen, glauben Konsumforscher, dafür öfter leihen – gegen Gebühr versteht sich. In der Musikindustrie ist dieser Trend schon heute zu beobachten: Statt die Titel einzeln oder als Album zu kaufen und herunterzuladen, nutzen Millionen Internet-Nutzer weltweit Musik-Abodienste. Auf speziellen Portalen oder Smartphone-Apps können die Abonnenten – meist gegen eine Monatsgebühr – Millionen Titel direkt im Netz abzuspielen. Endet ihr Abo, haben sie keinen Zugriff mehr auf die Musik.

Diese sogenannte Streaming-Technik werde laut Ansicht vieler Experten den Musikvertrieb dramatisch verändern. Schon bald könnten Online-Musikshops wie iTunes deutlich an Bedeutung verlieren.

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Als Weltmarktführer unter den Streaming-Diensten gilt das schwedische Startup Spotify, das mit einem werbefinanzierten Angebot Millionen von Nutzern gewinnen konnte. Doch der US-Rivale Rdio holt auf. Das Unternehmen wurde von Skype-Mitgründer Janus Friis aufgebaut und hat mit 18 Millionen Titeln die meisten Songs unter Lizenz – drei Millionen mehr als Rivale Spotify. Seit Januar ist der Dienst auch in Deutschland verfügbar und muss sich gegen Konkurrenten wie Simfy, Juke, Deezer und Rara behaupten.

Übersicht zu den bekanntesten Streaming-Diensten (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Übersicht zu den bekanntesten Streaming-Diensten (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

So beliebt die Streaming-Dienste bei Nutzern sein mögen: Sie verlieren wegen ihrer noch geringen Nutzerzahlen immer noch viel Geld. Denn pro Lied, das die Nutzer abspielen, müssen die Unternehmen Lizenzgebühren an die Plattenlabels entrichten. Das ist in vielen Fällen noch mehr, als die Unternehmen durch Monatsgebühren und Werbeeinnahmen verdienen.

Rdio – so wird spekuliert – führe daher aktuell Übernahmeverhandlungen mit dem Softwarekonzern Microsoft. Dort ankert mit Skype schon Friis berühmteste Schöpfung. Der Zugriff auf einen weltweiten Musik-Aboservice würde Microsofts Privatkundenangebote, nicht zuletzt seine Smartphone-Software, wesentlich attraktiver machen. Rdio-Chef Drew Larner will sich zu den Spekulationen zwar nicht äußern. Sehr wohl aber erklärt er, wie er gegen den Konkurrenten Spotify punkten will und wie er die Zukunft von Musik-Abodiensten sieht:

WirtschaftsWoche: Herr Larner, Ihr Wettbewerber Spotify ist bereits sehr populär. Es gibt Simfy, Rhapsody und Xbox Music. Brauchen wir wirklich noch einen Service wie Rdio?

Drew Larner: Jedes Angebot ist anders. Wir haben uns vom Start weg auf das sogenannte Social Discovery fokussiert, das gemeinsame Entdecken neuer Musik. Unsere Abonnenten können Menschen mit ähnlichem Musikgeschmack folgen und auf diesem Weg Stücke entdecken, die sie wahrscheinlich niemals selber gefunden hätten.

Aber das erlauben doch Dienste wie Facebook schon lange.

Ja. Aber ich interessiere mich nicht sonderlich dafür, welche Musik meine Mutter, mein Onkel oder meine Arbeitskollegen hören. Ich folge etwa einem Modedesigner aus Rio de Janeiro, einem DJ aus Montreal und einer Werberin in Australien.

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