3D-Druck aus Meeresmüll: Schwimmende Insel wächst von alleine

3D-Druck aus Meeresmüll: Schwimmende Insel wächst von alleine

von Jennifer Garic

Durch 3D-Druck soll aus schwimmendem Plastik Baumaterial für die Insel werden.

Inseln aus recyceltem Plastik, die energieautark sind und das Meer vom Müll befreien. Ein neues Utopia? Nicht wenn es nach Vincent Callebaut geht. Der Bioarchitekt arbeitet an der Verwirklichung seines Projekts Aequorea.

Die Inseln sollen von einem 3D-Drucker aus einem Plastik-Algen-Gemisch erstellt werden. Plastik und Algen gibt es schließlich genügend im Meer. Auf diese Weise sollen die schwimmenden Inseln auch selbstständig weiterwachsen. Sie reinigen das Meerwasser von Plastikmüll und vermischen diesen mit angebauten Algen zu weiterem Druckmaterial.

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Auf den Inseln fehlt es an nichtsAequora soll aber nicht nur oberflächlich bebaut sein. Auch unter Wasser soll es Wohnraum geben. Die Türme unter der Wasseroberfläche schützen zusammen mit großen Kunststoff-Nesseln die Insel vor Schwankungen bei starkem Wellengang oder Beben.

Wasser und Energieprobleme soll es auf den 3D-gedruckten Inseln nicht geben. Trinkwasser und Sauerstoff sollen durch chemische Prozesse gewonnen werden und so die Insel und ihre Räume unter Wasser bewohnbar machen.

Auch ansonsten ist die Insel autark. Licht zum Beispiel sollen winzige Organismen spenden. Diese produzieren ein Enzym, das in Kombination mit Sauerstoff Licht aussendet. Mit Hilfe von Algen wird in Callebauts Vorstellung geheizt. Zusätzlicher Strom könne durch Solar- und Windkraftanlagen gewonnen werden.

Bio-Architektur auf dem VormarschAuf dem Speiseplan der bis zu 20.000 Inselbewohner stehen vor allem Algen, Plankton, Fische aus dem umliegenden Meer sowie Obst und Gemüse, das auf der Insel gewachsen ist. Die Bewohner arbeiten, forschen und verbringen ihre Freizeit auf Aequorea – auch Hotels für Touristen werde es geben.

Die schwimmenden Inseln sind nicht das erste Projekt von Callebaut. Seine Entwürfe widmen sich seit geraumer Zeit der Bio-Architektur, die Natur und Baukunst auf nachhaltige Weise vereint. Sie zeigen was technisch möglich wäre - und laden trotzdem zum Träumen ein. Allerdings gibt es auch Pläne des Architekten, die derzeit umgesetzt werden.

Noch in diesem Jahr soll in Taipei, Taiwan, ein von Callebaut entworfener Turm fertiggestellt werden. Der sogenannte Agora-Turm ist vertikal gedreht und erinnert vom Aussehen an die DNA-Helix. Auf jeder Etage des Agora-Turms sind Bäume und Büsche gepflanzt, die das Wohnhaus zu großen Teilen begrünen. Auf und in dem Turm gibt es zusätzlich einen Obst- und Gemüsegarten, sowie Platz für medizinische und Gewürzkräuter. Auch alle übrigen Baustoffe des Turms sollen recycelt oder wiederverwertbar sein.

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