Eco-Fashion: Wenn Blue Jeans zu Green Jeans werden

Eco-Fashion: Wenn Blue Jeans zu Green Jeans werden

Bild vergrößern

Öko-Jeans werden so produziert, dass sie weder der Umwelt noch den Näherinnen schaden.

von Rebecca Schirge

Sie sind schlecht für Umwelt und Arbeiter – Blue Jeans gelten daher als besonders schmutzig. Immer mehr Hersteller machen das jedoch besser und produzieren grün.

Aus neu mach’ alt – so lautet das Motto bei Jeans. Denn der Used-Look ist aus unseren Kleiderschränken kaum noch wegzudenken. Einfach blau, das ist den meisten zu langweilig, ein bisschen verwaschen soll es schon aussehen. Was kaum jemand weiß: Der Look ist nicht nur eine Katastrophe für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Menschen, die sie produzieren.

Noch vor wenigen Jahren wurden Jeans meist sandgestrahlt, um ihnen den verwaschenen Used-Touch zu verpassen. Die Quarzsandpartikel, die dabei in die Luft gelangen, sind so klein, dass sie von den Atemmasken nicht vollständig herausgefiltert werden. Deshalb lagern sie sich in den Lungen der Arbeiter ab und führen zu schwerwiegenden Schäden.

Anzeige

Viele der Beschäftigten sind bereits mit 30 Jahren arbeitsunfähig und sterben an den Folgen einer Staublunge. Die Methode des Sandstrahlens ist deshalb in Verruf geraten und wird immer seltener angewendet. In der Türkei wurde sie 2009 verboten, in China allerdings nicht.

Bild vergrößern

Die Baumwolle für herkömmliche Jeans ist oft mit Pestiziden behandelt. Das schadet der Umwelt, den Bauern und den Näherinnen massiv.

Heute wird der Used-Look unter anderem durch das Aufsprühen von Chemikalien erzeugt. Das ist vor allem für die Umwelt Gift: Die Jeans wird mit dem typischen Indigofarbstoff dunkelblau eingefärbt und im Anschluss mit Chlor oder Kaliumpermanganat wieder heller gebleicht. Fast zwei Kilo Chemikalien kommen dabei pro Jeans im Durchschnitt zum Einsatz.

Pestizide schaden den Bauern

Hinzu kommt, dass die Baumwolle für den Stoff extrem stark mit Pestiziden gespritzt wird und massive Gesundheitsschäden bei den Bauern anrichtet. Ihr Anbau verbraucht Massen an Wasser, das in vielen Regionen wesentlich sinnvoller genutzt werden könnte.

Zum Glück geht es auch anders. Zum Beispiel beim deutschen Hersteller fairjeans: "Der bei zwei unserer Modelle eingesetzte Used-Look wird durch moderne umweltfreundliche GOTS-zertifizierte Verfahren erzeugt", sagt Walter Blauth, Gründer des Unternehmens.

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Wer das Zertifikat haben möchte, muss nachweisen, dass er auf besonders giftige Chemikalien verzichtet und ein nachhaltiges Abwassermanagement hat.

Bleichen geht auch anders

Es findet nicht nur eine Kontrolle der Rückstände im hergestellten Material statt, sondern auch aller Arbeitsschritte zuvor. "Bei fairjeans wird komplett in Europa produziert, auch die verwendete Baumwolle ist GOTS-zertifiziert", sagt Blauth.

Mode-Bestenliste Greenpeace untersucht Chemikalien in Kleidung

Viele Kleidungshersteller packen immer noch Chemikalien in ihre Produkte - Greenpeace will sie mit einer Bestenliste bis 2020 davon abbringen.

Von außen sehen Kunden leider nicht, wie viele Chemikalien die Kleidung enthält. Quelle: dpa

Doch wie gelingt eine schöne Waschung weitestgehend ohne giftige Chemikalien? "Mit Ozon" und Laserbehandlung, sagt Dietrich Weigel, Managing Director beim Eco-Jeanslabel goodsociety.

Auf der nächsten Seite: Auch Hosen-Recycling hilft der Umwelt

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%