Studie: Solaranlagen beeinflussen Mikroklima

Studie: Solaranlagen beeinflussen Mikroklima

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Unter den Solaranlagen ist die Artenvielfalt geringer als auf den Vergleichsflächen. (Foto: Oliver Berg/dpa)

von Hendrik Bensch

Britische Forscher haben die Flächen unter Solaranlagen untersucht. Ihre Ergebnisse könnten beim Anbau von Pflanzen nützlich werden.

Die Zahl der Solaranlagen steigt weltweit stetig. 2020 wird die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen bei mehr als 400 Gigawatt liegen, schätzt die Internationale Energieagentur – das wären fast 75 Prozent mehr als heute.

Dadurch wächst auch die Fläche, auf der aus Sonne Strom erzeugt wird. Wie Solaranlagen das Klima der bebauten Gebiete beeinflussen, war jedoch bislang unklar. Erstmals haben jetzt britische Forscher der Lancaster University und des Lancaster Environment Centre die Auswirkungen untersucht. Ihre Ergebnisse belegen: Die Anlagen haben nicht nur einen Einfluss auf die Temperatur, sondern auch auf den Artenreichtum und das Pflanzenwachstum.

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Zahl der Pflanzenarten unter Solaranlagen geringer

Für ihre Untersuchung verglichen die Forscher Bereiche unter den Solaranlagen mit Abschnitten dazwischen sowie mit Kontrollflächen. Dabei stellte sich heraus, dass die Menge an Pflanzenbiomasse zwischen den Anlagen und in den Kontrollflächen viermal so groß war wie unter den Solaranlagen. Dort zählten die Wissenschaftler auch weniger Pflanzenarten.

Das geringere Wachstum könnte unter anderem auf niedrigere Temperaturen zurückzuführen sein, vermuten die Forscher. Denn das Thermometer erreichte unter den Anlagen im Sommer bis zu fünf Grad weniger als unter denen der Vergleichsflächen.

Ergebnisse bieten neue Möglichkeiten

Die Studienergebnisse könnten zum einen für sehr sonnige Regionen mit Wasserknappheit interessant sein, so die Forscher. „Der Schatten der Solarmodule ermöglicht es Pflanzen, in Gebieten zu wachsen, wo sie sonst wegen der prallen Sonne nicht überleben würden“, sagt Alona Armstrong, eine der Studienautorinnen. Zudem könnte so die Verdunstung verringert werden.

Mit ihrer Untersuchung wollen die Briten dazu beitragen, das Pflanzenwachstum auf den bebauten Flächen zu verbessern und den Artenreichtum zu vergrößern. „Da die Politik in den großen Volkswirtschaften Solarenergie unterstützt, ist es wichtig, dass wir die Umweltauswirkungen verstehen“, sagt Armstrong. Die Studie liefere zudem Bauern und Landbesitzern Informationen dazu, welche Pflanzen sie am besten anbauen sollten.

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