Boje als Stromerzeuger: Die Donau wird zum Kraftwerk

Boje als Stromerzeuger: Die Donau wird zum Kraftwerk

von Wolfgang Kempkens

Das österreichische Unternehmen Aqua Libre hat eine Boje entwickelt, die Strom erzeugt. Jetzt soll sie in der Donau zum Einsatz kommen.

Die Donau wird in der Wachau westlich von Wien bald zum Stromerzeuger. Und das ganz ohne Staudamm und Schleusen. Das Kraftwerk wird kaum zu sehen sein, weil es sich meist unmittelbar unter der Wasseroberfläche befindet. Es stört auch nicht den Schiffsverkehr, denn es soll neben der Fahrrinne positioniert werden.

Andrä Rupprechter, österreichischer Minister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, hat kürzlich die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau der ersten Strom-Boje des österreichischen Unternehmens Aqua Libre erteilt. Eigentlich sieht das Mini-Kraftwerk aber nicht wie eine Boje aus, sondern wie eine Art U-Boot.

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Bei Hochwasser senken die Mitarbeiter die gesamte Boje ab, damit sie Treibgut nicht beschädigt. Bei ruhigem Flussgang stellt sie sich selbstständig so in die Strömung, dass der Rotor optimal bedient wird. Ein Gitter verhindert, dass Schwimmer oder Boote mit dem Rotor in Berührung kommen. Weil er mit einer maximalen Drehzahl von 250 Umdrehungen pro Minute rotiert, ist die Verletzungsgefahr für Fische gering.

Für den Bau der Fundamente, die Positionierung der Bojen und deren Wartung hat das österreichische Unternehmen einen Katamaran umgebaut, der ursprünglich Fracht transportierte. Bis zu 100 Bojen pro Jahr sollen sich von diesem Boot aus betreuen lassen. Alle Betriebsdaten werden in einer Überwachungszentrale rund um die Uhr erfasst.

Aqua Libre plant den Bau eines ganzen Bojen-Parks. Wann genau der Bau beginnt, ist aber noch offen. Die Produktion der Bojen soll aber schon in Kürze starten. Parallel dazu entwickelt das Unternehmen ein kleineres Kraftwerk, das auch für Nebenflüsse geeignet ist. Ganz allein ist Aqua Libre mit seiner Entwicklung allerdings nicht. Derzeit versuchen Dutzende Startups wie zum Beispiel Smart Hydro Power aus Feldafing in Bayern schwimmende Kleinkraftwerke auf den Markt zu bringen.

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