Brennstoffzelle: Neuer Nissan fährt mit Alkohol-Kraftstoff

Brennstoffzelle: Neuer Nissan fährt mit Alkohol-Kraftstoff

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Das monströse Innenleben des geplanten E-Autos mit Brennstoffzelle. (Foto: Nissan Europe)

von Angela Schmid

Nissan entwickelt ein Elektroauto mit Brennstoffzelle. Diese kann Strom während der Fahrt aus Bio-Alkohol gewinnen.

Der japanische Autohersteller Nissan entwickelt ein Brennstoffzellen-Fahrzeug mit Bioethanol als Kraftstoff. Wann und wo das Auto genau auf den Markt kommt, verrät das Unternehmen noch nicht - geplant sind aber Märkte wie Brasilien, auf denen Bioethanol bereits als Kraftstoff eingesetzt werde und zur Verfügung stehe, erklärt Sprecher Alexander Sellei.

Die e-Bio-Brennstoffzelle, die Bioethanol nutzt, sei nicht nur umweltfreundlich. Sie ermöglicht auch eine vergleichsweile regionale Energieerzeugung - Bioethanol wird aus Abfallprodukten der Zuckerindustrie gewonnen und muss nicht mühselig aus der Erde gefördert werden. In solchen Ländern könne man dann auch die bereits bestehende Infrastruktur nutzen, so Sellei.

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Obwohl Brennstoffzellenfahrzeuge lokal schadstofffrei unterwegs sind, fällt im Lebenszyklus normalerweise CO2 an. Bei dem neuen Bioethanol-System werden CO2-Emissionen durch das nachwachsende Zuckerrohr, das zur Gewinnung von Bioethanol genutzt wird, neutralisiert – ein nahezu CO2-neutraler Kreislauf entsteht.

Fahren ohne Emissionen

Das System nutzt einen sogenannten Reformer, der aus Ethanol oder einem Ethanol-Wasser-Gemisch unter anderem Wasserstoff erzeugt. Der Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle unter Zusatz von Sauerstoff per Elektrolyse in elektrische Energie umgewandelt, die wiederum eine Traktionsbatterie lädt und damit einen Elektromotor antreibt. Der Wagen dürfte somit einem E-Auto ähneln - nur mit einem Kraftwerk an Bord.

Der Weg vom Tank in den Motor: So funktioniert die Fahrt mit Bio-Ethanol. (Grafik: Nissan Europe)

Der Weg vom Tank in den Motor: So funktioniert die Fahrt mit Bio-Ethanol. (Grafik: Nissan Europe)

Brennstoffzellensysteme machen sich die chemische Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff zunutze, ohne dass dabei schädliche Emissionen oder Nebenprodukte entstehen. Als Bioethanol-Rohstoffe können zum Beispiel Zuckerrohr oder Mais genutzt werden, die in Nord- und Südamerika sowie Asien weit verbreitet sind.

Der Vorteil gegenüber dem Einsatz von Wasserstoff ist die bestehende Infrastruktur. Der Alkohol kann an jeder Tankstelle zur Verfügung stehen. In Brasilien, dem Land des Zuckerrohrs, gibt es Bioethanol bereits an jeder Tankstelle und bei Autos und leichten Nutzfahrzeugen hat der Kraftstoff einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Allerdings wird hier immer noch klassisches Benzin beigemischt. In Deutschland genießt Ethanol dagegen einen zweifelhaften ökologischen Ruf. Nahrungsmittel zum Antrieb von Motoren zu nutzen, wird von vielen Menschen eher kritisch gesehen.

600 Kilometer Reichweite

Langfristig soll die e-Bio-Brennstoffzelle mit einer Mischung aus Wasser und Ethanol betrieben werden können, die noch sicherer und einfacher handzuhaben sein soll. Nach Angaben von Nissan würde dies den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur erleichtern und ein großes Wachstumspotenzial bergen. Interessant ist vor allem die geplante Reichweite von 600 bis 800 Kilometern.

Nissan will sich damit auf dem Markt für abgasfreies Fahren weiter absetzen: Das Elektroauto LEAF ist nach wie vor das meistverkaufte Elektroauto der Welt und in einer Kooperation mit Daimler und Ford entwickeln die Japaner eine weitere Brennstoffzelle. Bisher haben lediglich Toyota mit dem Mirai und Honda Wasserstofffahrzeuge in kleinen Stückzahlen auf den Markt gebracht. Daimler wird wohl 2017 nachziehen.

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