Mit Erdgas und Akku: Das ist das umweltfreundlichste Auto der Welt

Mit Erdgas und Akku: Das ist das umweltfreundlichste Auto der Welt

von Wolfgang Kempkens

Power-to-gas gilt als Speichermöglichkeit der Zukunft - dieser Erdgas-Elektro-Hybrid könnte so zum grünsten der Welt werden.

In Deutschland beginnt die Debatte darüber, ob wir Benzin- und Dieselfahrzeuge überhaupt noch brauchen. Und das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) liefert einen spannenden Debattenbeitrag - dort wird nämlich ein Auto mit einer Batterie entwickelt, die nicht stationär aufgeladen werden muss.

Insidern war das Projekt bereits als Konzept bekannt, nun ist das GEV/one straßentauglich. GEV heißt dabei Generator-Elektrisches Versuchsfahrzeug. Das Auto ist mit einem Erdgasmotor ausgestattet, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Gepuffert wird die Energie in einem Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator, der eine Kapazität von zehn Kilowattstunden hat und auch die Energie aufnimmt, die beim Bremsen frei wird.

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Elektromotoren dienen entsprechend als Antrieb. Da das Erdgasaggregat stets im optimalen Leistungsbereich arbeitet, sind die Emissionen gering und sollen locker 20 Prozent unter denen eines Benzinmotors liegen. In besonders fordernden Situationen, etwa beim starken Beschleunigen, zapfen die Elektromotoren zusätzlich die Bordbatterie an.

Die Entwickler legen Wert darauf, dass ihr Fahrzeug grüner ist als ein batteriebetriebenes. Denn Akkus werden in der Regel mit Strom aus dem öffentlichen Netz aufgeladen, der nur zu einem kleinen Teil emissionsfrei erzeugt wird. So ist ein E-Auto erst dann wirklich (ökologisch) sinnvoll, wenn es am eigenen Solar-Carport oder sonst wie mit grünem Strom geladen wird.

Power-to-Gas im StraßenverkehrWenn das GEV/one nicht mit Erdgas, sondern mit synthetischem Methan betankt wird, ist es sogar das derzeit umweltfreundlichste Fahrzeug der Welt. Dieses Gas wird aus Kohlendioxid und Wasserstoff in Power-to-Gas-Anlagen hergestellt. Der Wasserstoff entsteht bei der Spaltung von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne. In Deutschland gibt es bereits mehrere dieser Anlagen, allerdings noch keine großtechnischen. Bei der Verbrennung können sich allerdings Stickoxide bilden.

"Wir kombinieren in intelligenter Weise vorhandene Technologien zu einem neuen Fahrzeugkonzept und heben damit einige der fundamentalen Nachteile der Elektromobilität auf", so Rüdiger Heim, Bereichsleiter Systemzuverlässigkeit im LBF.

Bevor das Fahrzeug im Straßenverkehr getestet wird muss es aber erst seine Vorzüge bei Tests auf einem Rollenprüfstand unter Beweis stellen. Insbesondere wollen die Forscher genau dokumentieren, wie hoch der Schadstoffausstoß beim Betrieb mit Erdgas und mit synthetischem Methan ist.

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