Preis-Rekord: Solarpark bei Dubai liefert billigsten Strom der Welt

Preis-Rekord: Solarpark bei Dubai liefert billigsten Strom der Welt

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Arbeiter bauen eine Solaranlage auf. (Symbolbild)

von Wolfgang Kempkens

Davon träumt man in Deutschland: Die Vereinigten Arabischen Emirate bauen einen Solarpark, der mit Kosten von 2,6 Cent pro Kilowattstunde einen Preisrekord aufstellen soll.

Die umgerechnet 2,6 Eurocent für Solarstrom scheinen unmöglich. Und doch hat ein Konsortium aus dem halbstaatlichen Unternehmen Masdar mit Sitz in Abu Dhabi und dem Madrider Projektentwickler Fotowatio Renewable Ventures (FRV) genau diesen Preis zugesichert. Daraufhin erteilte die Dubai Electricity & Water Authority (DEWA) den beiden Unternehmen den Zuschlag zum Bau des dritten Teils des Sheikh Maktoum Solar Parks.

Die Spitzenleistung dieses Teils des Parks, der mit vollem Namen "Mohammed bin Rashid Al Maktoum" heißt, soll bei 800 Megawatt liegen. Auch der chinesische Solarkonzern Jinko Solar und der Essener Energieversorger RWE hatten mitgeboten - ihr Angebot lag bei 3,22 Cent über die Laufzeit von 25 Jahren.

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Allerdings ist dieser Erzeugungspreis noch nicht der endgültige Strompreis, schließlich kommen noch Steuern oder Kosten der Netzbetreiber hinzu. Auch an der deutschen Strombörse liegt der Preis für eine Kilowattstunde bei drei bis vier Cent - auf dem Weg zum Endkunden steigt dieser Preis aber noch deutlich. (Welche Kosten genau dazukommen, haben wir im vergangenen Jahr an dieser Stelle genauer beschrieben, als der Börsenstrompreis in Deutschland kurzzeitig auf ein Rekordtief von 2,54 Cent gesunken war.)

Preis für Solarstrom in anderthalb Jahren um fast die Hälfte gefallen

Noch im Januar 2015 hatte die saudi-arabische Acwa Power International den Zuschlag für die erste Ausbaustufe mit einer Leistung von 200 Megawatt erhalten, weil sie 5,11 Eurocent garantiert hatte. Der Solarpark, in den 13,6 Milliarden US-Dollar investiert werden, soll in der Endphase 5000 Megawatt erreichen - mehr als ein großes Kohlekraftwerk liefert.

Diese weltweit größte Anlage ihrer Art ist ein wesentlicher Bestandteil zur Erfüllung der ehrgeizigen Ziele des Landes. 2020 sollen sieben Prozent des Stroms aus regenerierbaren Quellen stammen. 2030 sollen es 25 und 2050 75 Prozent sein. "Wenn das Kraftwerk fertig ist reduzieren sich die Kohlendioxidemissionen pro Jahr um 6,5 Millionen Tonnen", so DEWA-Chef Saeed Mohammed Al Tayer.

Dass die Anbieter trotz des niedrigen Preises noch ein Geschäft machen hält die Redaktion der Fachzeitschrift "Photon" für keineswegs unwahrscheinlich, obwohl es keine staatliche finanzielle Förderung gibt. Bei der Größe des Projekts sind massive Zugeständnisse der Lieferanten wahrscheinlich. Die Preise für Solarzellen sind in den vergangenen Jahren ohnehin drastisch gefallen. So könnten die Investitionskosten auf 600 bis 650 Euro pro Kilowatt installierter Leistung gedrückt werden.

Fächer-Modul Mobile Solarblume ersetzt den Stromanschluss

Mit der Erfindung einer österreichischen Firma kann ein Vier-Personen-Haushalt seinen kompletten Strombedarf decken.

Die Solarblume liefert genug Strom für einen vierköpfigen Familienhaushalt. (Foto: smartflower energy technology GmbH)

Dazu kommt die in Dubai besonders hohe Sonneneinstrahlung. Während in Deutschland pro Kilowatt Leistung jährlich allenfalls 800 Kilowattstunden Solarstrom produziert werden, sind es in Dubai 2300 Kilowattstunden. Auch die mit 25 Jahren besonders lange Vertragslaufzeit trägt dazu bei, dass die Investition sich lohnt, vorausgesetzt natürlich, die Solarmodule und die übrigen Komponenten des riesigen Kraftwerks machen nicht vorzeitig schlapp.

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