Solar-Kraftwerke: Hersteller verspricht Sonnen-Strom rund um die Uhr für 5,6 Cent

Solar-Kraftwerke: Hersteller verspricht Sonnen-Strom rund um die Uhr für 5,6 Cent

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(Solarkraftwerk in Almeria, Spanien. (Foto: Vollmer)

von Wolfgang Kempkens

Ein Kraftwerksbauer verspricht Solar-Strom für unter sechs Cent pro Kilowattstunde.

Während Solarzellen immer billiger wurden, gerieten solarthermische Kraftwerke etwas aus dem Blickfeld. Denn die Spiegel können nur direkte Sonnenstrahlen einfangen; schiebt sich eine Wolke dazwischen, liefern sie - anders als bei der Fotovoltaik - keinen Strom mehr. Wenn sie nicht mit Speichern ausgestattet sind. Mit modernen Salz- oder Ölspeichern können sie sogar über Wochen durchgehend Strom liefern, auch nachts, wie jetzt ein Kraftwerk in Südafrika gezeigt hat. Und sie haben noch einen Vorteil: Der Strom ist unheimlich günstig.

In Regionen mit extrem hoher Sonneneinstrahlung, etwa in Nordaustralien oder Südasien, kostet die Kilowattstunde Strom nur noch acht bis 10,6 Eurocent. Zumindest, wenn man von einem thermischen 50-Megawatt-Solarkraftwerk ausgeht. Eine doppelt so große Anlage könnte sogar für 5,6 bis 7,5 Cent Strom liefern. Die Kosten für Energiespeicher aus geschmolzenem Salz, die eine Stromproduktion nahezu rund um die Uhr ermöglicht, sind dabei schon berücksichtigt.

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Die Preise sind in einem Weißbuch des Speicher- und Solarkraftwerke-Herstellers Frenell nachzulesen, der wiederum aus dem Karlsruher Unternehmen Novatec Solar entstanden ist. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Salzspeicher, die Tagsüber mit Wärmeenergie aufgeladen werden, um sie nach Sonnenuntergang zur Stromerzeugung nutzen zu können, Dieselgeneratoren ersetzen werden, die sonst die Energielücke schließen müssten.

Bei den derzeit relativ niedrigen Ölpreisen hat Novatec die Einsparungen durch Salzspeicher möglicherweise ein wenig zu hoch angesetzt. Doch zum einen werden die Ölpreise mittelfristig wieder steigen, zum anderen fallen die Transportkosten für Treibstoff in manchen Regionen besonders stark ins Gewicht, weil die Infrastruktur schlecht ausgebaut ist.

Günstige solarthermische Kraftwerke für sonnige Staaten

Aber wie auch immer: Sonnenverwöhnte Länder, die vor der Alternative stehen, alte Kohlekraftwerke durch neue oder durch thermische Solaranlagen mit Pufferspeichern zu ersetzen, kämen kostenmäßig mit letzteren allemal besser weg. Und zuverlässig: Mit den Speichern lassen sich auch kurze Dunkel-Phasen am Tag überbrücken.

Frenell verwendet in seinen Solarkraftwerken zur Konzentration der Infrarotstrahlung der Sonne keine Parabolrinnenspiegel, sondern flache Spiegelflächen, die weitaus billiger in der Herstellung sind. Um einen ähnlichen Effekt wie die Parabolrinnen zu erreichen werden die Fresnelspiegel genannten Konzentratoren mit dem Lauf der Sonne bewegt.

Außerdem sparen sich die Karlsruher das Thermoöl und damit einen Wärmetauscher, in dem Dampf erzeugt wird. Durch die Rohre der ehemaligen Novatec-Anlagen fließt Wasser, das sich direkt in Dampf umwandelt. Bisher gibt es in Spanien und Australien zwei kleine Anlagen und ein 30-Megawatt-Kraftwerk in Spanien. Die Stromgestehungskosten, die im Weißbuch angeführt werden, gelten allerdings ausdrücklich auch für die Parabolrinnenspiegel-Anlagen.

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