Start-up "Nikola": Hybrid-LKW mit 2000 PS soll Transport grüner machen

Start-up "Nikola": Hybrid-LKW mit 2000 PS soll Transport grüner machen

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Bislang nur animiert: Der Nikola One. (Foto: Nikola Motor Company)

Ein US-Start-up will einen umweltfreundlicheren LKW auf den Markt bringen. Eine 320-Kilowattstunden-Batterie und eine Erdgasturbine an Bord sollen die Emissionen deutlich senken.

Rund 7000 US-Amerikaner haben seit Mai eine Zugmaschine bestellt, die gar nicht existiert. Das Versprechen alleine reicht: Ein E-LKW mit 2000 PS Leistung. Auch der Name ist geschickt gewählt: "Nikola" heißt das Start-up und hat sich damit den noch ungenutzten Namensbestandteil Nikola Teslas gesichert, dem genialen Erfinder, nach dem sich auch der Autobauer Tesla benannt hat.

Die Zugmaschine heißt schlicht Nikola One und kann bislang lediglich als Computeranimation bewundert werden. Erst im Herbst soll es, wenn alles gut geht, ein fahrfähiger Prototyp über die Straßen rollen. Das finanzielle Risiko für die Besteller ist aber gering: Sie leisteten eine Anzahlung von jeweils 1500 Dollar. Damit hat das junge Unternehmen aus Royal Oak im US-Bundesstaat Michigan immerhin 10,5 Millionen Dollar in der Kasse.

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Das reicht natürlich nicht, um einen Prototyp zu bauen. Firmengründer und Geschäftsführer Trevor Milton setzt darauf, dass sich noch andere Geldgeber finden, die vom Projekt fasziniert sind. Seine Argumente: Sechs Elektromotoren in den Naben, die von einer Lithium-Ionen-Batterie mit 320 Kilowattstunden angetrieben werden.

Damit würde die Zugmaschine nicht sonderlich weit kommen. Doch sie hat noch ein 400-Kilowatt-Kraftwerk an Bord, im Idealfall eine Turbine mit Generator, die mit flüssigem Erdgas (LNG) betrieben wird. Der LNG-Tank würde dann für fast 2000 Kilometer reichen, so Milton.

LKW ohne Emissionen bleibt Zukunftsvision

Von einem Null-Emissions-Fahrzeug ist Nikola One weit entfernt. Verglichen mit einer Diesel-Zugmaschine sinkt der Ausstoß an Kohlendioxid aber rein rechnerisch um ein Drittel. Tatsächlich dürfte es sogar noch ein wenig mehr sein, weil Bremsenergie in Form von Strom in die Batterien eingespeist wird. Zudem kann das Fahrzeug in umweltsensiblen Regionen mit reinem Elektroantrieb fahren, also emissionsfrei. Wenn der Ladezustand der Akkus nur noch bei etwa 20 Prozent liegt, startet der Turbogenerator automatisch.

Die Fahrzeugdaten klingen fantastisch. Die Motoren haben ein Drehmoment von 5000 Newtonmeter. Die stärksten Lkw-Dieselmotoren kommen auf 3000 Newtonmeter. Die Urgewalt der Elektromotoren sorgt für flotte Beschleunigung. Voll beladen erreicht er nach 30 Sekunden ein Tempo von fast 100 Kilometern pro Stunde. Nach 50 Metern soll der Sattelschlepper stehen, wenn er aus voller Fahrt abgebremst wird.

Milton hat sich noch mehr ausgedacht, um den Hype um sein Gefährt anzukurbeln. Da die Batterien ausschließlich vom Turbogenerator an aufgeladen werden, also nicht an einem stationären Stromanschluss, muss gewährleistet sein, dass die Trucker stets LNG-Nachschub bekommen. Dazu will Milton ein Netz von 55 Tankstellen in den USA und Südkanada aufbauen, die so platziert werden, dass niemand mit leerem Tank liegenbleiben muss.

Die ersten 25.000 Käufer müssen sich zudem keine Gedanken über Spritkosten machen. Nikola spendiert ihnen den Sprit für 1,6 Millionen Kilometer. Das ähnelt schon einer Mission. "Nikola glaubt an das sauber verbrennende Erdgas und hofft, dass sich Amerika so schnell wie möglich vom Diesel trennt", ist auf der Homepage des Unternehmens zu lesen.

Kosten soll der Truck am Ende vergleichsweise bescheidene 375.000 US-Dollar. Im Leasing-Verfahren kostet die Zugmaschine 5000 Dollar pro Monat. Vorausgesetzt, der Truck kommt überhaupt auf die Straße.

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