Studie zeigt: Windräder sind wahre Effizienzwunder

Studie zeigt: Windräder sind wahre Effizienzwunder

von Benjamin Reuter

Ein Windrad produziert in zwanzig Jahren genug Energie, um rund vierzig weitere Windräder zu bauen – das ergibt eine Analyse von US-Forschern.

Vor einigen Jahren erschien in der Wochenzeitung Die Zeit ein ausführlicher Artikel zu der Frage, ob Wirtschaftswachstum und Umweltschutz vereinbar seien. Nein, argumentierte einer der Autoren, denn erneuerbare Energien seien zwar schön und gut, aber auch Windräder und Solaranlagen benötigten schließlich Rohstoffe und Energie, um sie zu produzieren – und hätten damit negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Im Bezug auf Materialien wie Stahl und andere Rohstoffe ist der Verbrauch tatsächlich vergleichsweise groß (wir berichteten). In Bezug auf die zu ihrer Produktion benötigte Energie, haben zumindest Windräder eine recht beeindruckende Bilanz, wie eine aktuelle Untersuchung von zwei Forschern der Oregon State University zeigt (hier als PDF).

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Energie nach kurzer Zeit wieder eingespieltGrundlage für die Berechnung der Energiebilanz ist eine Turbine mit zwei Megawatt Leistung, die in Oregon im Nordwesten der USA ihren Dienst tut und über einen Zeitraum von zwanzig Jahren läuft. In die Bilanz ist der Energieaufwand zum Bau der Komponenten, zur Gewinnung der Rohstoffe, zur Errichtung des Windrades, zur Wartung und zum Abbau der Anlage eingeflossen. 80 Prozent der Energie, so eines der Ergebnisse, verbrauchen dabei die Materialgewinnung und die Produktion des Windrades.

Die Lebenszyklus-Analyse ergab, dass ein Windrad in Oregon im Schnitt nur zwischen 5,2 und 6,4 Monate braucht, um die für seine Herstellung nötige Energie zu erzeugen.

Allerdings: Dieser Wert hängt von den Windgeschwindigkeiten am jeweiligen Ort ab – sind sie höher, "lohnt" sich eine Turbine schneller; sind die niedriger dauert es länger (an der Küste Oregons herrschen geringfügig bessere Windverhältnisse als an der deutschen Küste).

Die Ergebnisse der Auswertung sind auch vor dem Hintergrund eines Vergleichs mit fossilen Energieträgern interessant.

Denn besonders bei der Erdölförderung ist zu beobachten, dass sogenannte unkonventionelle Lagerstätten (Schiefergestein, Teersand, Kerogenvorkommen, die Tiefsee) sehr viel Energie erfordern, um sie zu erschließen. Erdöl, das zum Beispiel aus Feldern in Saudi Arabien sprudelt, braucht bis zu vier Mal weniger Energie für seine Förderung als Öl aus kanadischen Teersanden.

Da die herkömmlichen Ölreserven langsam zur Neige gehen, wird die Förderung des Rohstoffes künftig also eher energieaufwendiger. Windräder dagegen sollten durch Fortschritte in der Produktion und beim Material künftig eher weniger Energie für ihre Produktion benötigen.

Auch was den Ausstoß von Treibhausgasen angeht, kann sich die Windenergie sehen lassen. 2012 durchforsteten Wissenschaftler der Yale-Universität verfügbare Studien zur CO2-Bilanz von Windkraftanlagen. Das Ergebnis: Im Schnitt kamen die Untersuchungen auf einen Kohlendioxid-Ausstoß von 10 Gramm pro produzierter Kilowattstunde Strom. Zum Vergleich: Braunkohle liegt ungefähr beim Hundertfachen dieses Wertes.

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