Wind & Sonne: Die acht größten Energieprojekte der Welt

Wind & Sonne: Die acht größten Energieprojekte der Welt

von Pascal Moser

Rund um den Globus entstehen derzeit gigantische Solarparks und Windfarmen. Ein Überblick.

Letzte Woche ist unweit von Las Vegas in der kalifornischen Wüste eine riesige Solarkraftanlage ans Netz gegangen. Das Solartrumkraftwerk Ivanpah Solar Project erstreckt sich über eine Fläche von fast 13 Quadratkilometer und hat eine Leistung von 400 Megawatt.

Doch das ist nur eines von vielen Projekten, das gegenwärtig rund um den Globus realisiert wird, um erneuerbare Energie zu produzieren. Wir haben hier einige der größten Wind- und Solaranlagen zusammengestellt, die aktuell geplant oder gebaut werden. Diese neun Projekte sollen in Zukunft grünen Strom produzieren:

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10.000+ MW: China - Mega-Windfarm in GansuChina baut seit 2009 in Jiuquan in der nordwestlichen Provinz Gansu an der größten Windfarm der Welt. Die Gansu Wind Farm entsteht am Rande der Wüste Gobi und soll aus mehreren Teilwindparks bestehen. Die ursprünglich geplante Größe von 10 Gigawatt dürfte bereits 2015 überschritten werden.  Bis 2020 sind Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 20 Gigawatt geplant, die etwa 50.000 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Laufen die Windräder 4000 Stunden im Jahr unter Volllast, erreichen sie die Nennleistung von etwa 15 Kernkraftwerken.

Im Jahr 2010 waren die ersten 3500 Turbinen mit einer Leistung von 5160 Megawatt ans Netz gegangen. Die chinesischen Energiekonzerne Huaneng und Datang ergänzen die Anlage jetzt um weitere Windparks. Die Kosten für das gigantische Unterfangen belaufen sich auf mehr als 12 Milliarden Euro.

Die Power Company of Wyoming plant derzeit die größte Windfarm der USA. Auf fast 1300 Quadratkilometer sollen eine Anlage mit 1000 Windrädern 3000 Megawatt Leistung entstehen. Das Chokecherry and Sierra Madre Wind Energy Project kostet 5,8 Milliarden Euro und wird von der Anschutz Corporation finanziert, die unter anderem auch im Erdölgeschäft tätig ist. Wyoming gilt als eine der windreichsten Regionen der USA. Das Projekt betreibt seit 2006 verschiedene Testanlagen und durchläuft gegenwärtig Bewilligungsverfahren.

Da das windreiche Wyoming wegen seinen Kohlekraftwerken selber gar keinen Strom braucht, soll dieser über eine 1200 Kilometer lange Stromtrasse nach Kalifornien transportiert werden. Während die Strompreise in Wyoming so tief sind wie sonst nirgends in den USA, erwartet Kalifornien in den nächsten Jahren wegen strengen Klimagesetzen steigende Strompreise und einen zusätzlichen Bedarf an grünem Strom.

1500+ MW: Kalifornien - mehrere Solarprojekte im Golden StateNeben dem Solarturmkraftwerk Ivanpah baut Kalifornien eine ganze Reihe weiterer großer Solaranlagen. Das Solar Star Project wird seit 2013 gebaut und soll bis 2015 mit einer Leistung von 579 Megawatt ans Netz gehen. Während

gegenwärtig noch 1.720.000 Millionen Solarmodule montiert werden, produziert eine erste Anlage bereits seit Januar 2013 Strom. Das Solarwerk gehört MidAmerican Renewables und damit zum Berkshire Hathaway-Imperium von Warren Buffett.

Das Unternehmen First Solar baut mit der Topaz Solar Farm (installierte Leistung 550 Megawatt) und der Desert Sunlight Solar Farm (installierte Leistung ebenfalls 550 Megawatt) zwei weitere Solar-Großprojekte in Kalifornien.

Diese interaktive Karte der Solar Energy Industries Association bietet einen guten Überblick über die verschiedenen Solarprojekte in Kalifornien.

1000 MW: China – Solarstrom aus der mongolischen WüsteDer chinesische Solarpanelproduzent Hareon Solar Technology hat angekündigt, mehr als 1.2 Milliarden in eine Solaranlage im Norden Chinas zu investieren. Eine entsprechende Vereinbarung hat das Unternehmen im November 2013 mit der Provinzregierung der Inneren Mongolei unterzeichnet.

Eine erste Anlage in Alxa League in der innermongolischen Wüste soll bereits 2014 fertig gestellt werden und 100 Megawatt Strom produzieren. Insgesamt sollen auf einer Fläche von 1600 Hektar Solaranlagen mit einer Leistung von 1000 Megawatt entstehen. Für weitere Teilstücke des chinesischen Großprojekts laufen aktuell Machbarkeitsstudien und Antragsverfahren bei der Zentralregierung in Peking.

Ein ähnliches Projekt verfolgt seit 2009 das amerikanische Solarunternehmen First Solar. Doch das geplante 2000 Megawatt-Projekt in Ordos City in der Inneren Mongolei ist bis jetzt nicht aus der Planungsphase herausgekommen. Grund: Die schlechte Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung.

1000 MW: Emirate - Strom aus der arabischen WüsteDie Vereinigten Arabischen Emirate haben 2012 mit den Bauarbeiten für den Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park begonnen. In der Wüste von Seih Al-Dahal bei Dubai intstallieren sie bis 2030 eine Solaranlage mit einer Leistung von 1000 Megawatt. Die dafür benötigte Fläche ist etwas größer als 45 Quadratkilometer. Die ersten Solarpanels mit einer Leistung von insgesamt 13 Megawatt sind bereits 2013 ans Netz gegangen. Weitere 100 Megawatt sollen schon 2017 folgen.

630 MW: England - Offshore-Windfarm an ThemsemündungIm Südosten Englands, wo die Themse in die Nordsee mündet, liegt die Windfarm London Array. Der Name rührt daher, dass die Anlage vor allem die Stadt London mit Strom versorgt. Nach Abschluss der ersten Bauphase ging die Windfarm im vergangenen Jahr ans Netz. Sie ist mit einer Leistung von 630 Megawatt die größte Offshore-Windanlage der Welt. Die Baukosten betrugen rund 2,5 Milliarden Euro. Die Windfarm wird von einem Konsortium aus dem dänischen Energiekonzern Dong, E.ON und Masdar, einem Energieunternehmen aus Abu Dhabi, betrieben.

In einer zweiten Phase soll die Leistung von London Array auf eine Leistung von 1 Gigawatt aufgestockt werden. Im Februar 2014 gab das Betreiberkonsortium bekannt, die Planungsphase um drei Jahre zu verlängern, weil eine seltene Vogelart durch den Bau von weiteren 166 Turbinen gestört werden könnte. Bis 2017 werden die weiteren Ausbaupläne überarbeitet.

So what?! Small is beautifulDoch trotz all diesen gigantischen Anlagen für erneuerbare Energien, sind nicht einzelne Großprojekte, sondern viele Kleinanlagen für den effizienten Einsatz von erneuerbaren Energien zur Stromproduktion entscheidend.

Laut dem Marktforschungsinstitut NPD Solarbuzz sind in der Solarenergie vor allem Anlagen zwischen 250 Kilowatt und fünf Megawatt für die Hälfte aller bewilligten 4300 kommerziellen Solaranlagen verantwortlich. Es gibt weniger als 500 geplante Anlagen, die eine Leistung von mehr als 50 Megawatt aufweisen. Kleinanlagen sind oft schneller finanzierbar und durchlaufen die Bewilligungsverfahren rascher. Die Umweltbelastung für andere Lebewesen ist geringer und die gesellschaftliche Akzeptanz größer.

Welche Probleme Großanlagen zu bewältigen haben, zeigt ein gigantisches Solarprojekt der Europäischen Union. In Griechenland wurde das Helios Projekt angedacht. Dieses sollte bis 2050 auf einer Fläche von 20 000 Hektar eine Solaranlage mit einer Leistung von 10.000 Megawatt errichten. Doch während die Diskussion um ein paneuropäisches Stromnetz, das für den Transport des Solarstroms in den Norden Europas nötig wäre, erst langsam Gestalt annimmt, entschied sich das Projekt bisher nicht einmal für einen Standort. Der letzte Eintrag auf der Homepage datiert aus dem Mai 2012.

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