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RohstoffeTurbobäume sollen Deutschland vor Holznot bewahren

Ob als Brennstoff oder Baumaterial: In Deutschland wird das Holz knapp. Unternehmen entwickeln Möglichkeiten, die Holzlücke zu schließen: mit superschnell wachsenden Bäumen und Biokohle.Ralph Diermann 14.03.2013 - 16:00 Uhr

Aufgrund des Booms von Holz als Brennstoff fürs Eigenheim sowie der Nutzung als Baumaterial wird der Rohstoff langsam knapp

Foto: dpa/dpaweb

Jahrzehntelang hat das Holzwerk Keck aus Ehningen bei Stuttgart mit der deutschen Liebe zum Parkett gutes Geld verdient. Der Familienbetrieb hat Laubhölzer aus den umliegenden Wäldern, vor allem Buche, zurechtgesägt und an Parketthersteller verkauft. Das lohnte sich, weil die Sägerei dafür Hölzer verwerten konnte, die nicht astrein sind – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch damit ist jetzt Schluss. Grund dafür ist eine neue Konkurrenz um den Rohstoff: „Wir mussten uns aus dem Parkettsegment verabschieden, weil die Leute den Förstern Brennholz zu fast jedem Preis aus der Hand reißen“, sagt Firmenchef Steffen Rathke. Was einst zu Bodenbelägen wurde, geht heute in Flammen auf.

Biobrennstoff auf dem Vormarsch

Wer mit Holz heizt, schützt das Klima und macht sich unabhängig von hohen Gas- und Ölpreisen, heißt es immer wieder. Kein Wunder, dass der Biobrennstoff zunehmend beliebter wird: Im vergangenen Jahr verfeuerten die Deutschen 70 Millionen Kubikmeter Holz in Kamin- und Pelletöfen, Hackschnitzel-Heizkesseln oder in Biomasse- und sogar Kohlekraftwerken. Zehn Jahre zuvor waren es gerade mal 30 Millionen Kubikmeter. In den nächsten drei Jahren soll der Brennholzbedarf um weitere zehn Prozent steigen, errechnete das Zentrum für Holzwirtschaft der Universität Hamburg.

Heiztemperatur richtig wählen

Auch wenn die Räume im Haus unterschiedlich warm sind, fühlen wir uns wohl. In Wohnräumen sind zwischen 20 und 22,5 Grad für die meisten Menschen angenehm, in Kinder- und Badezimmern darf die Temperatur auch gern zwei oder drei Grad darüber liegen. Für Schlafzimmer sind 15 bis 17 Grad ausreichend.

Foto: dpa

Temperaturabsenkung bei Abwesenheit

Moderne Heizungen senken je nach Uhrzeit und Außentemperatur die Zieltemperatur der Heizanlage, bei älteren Anlagen muss die Steuerung von Hand über die Heizkörperregler erfolgen. Wer tagsüber nicht da ist, sollte die Raumtemperatur aber nicht unter 15 Grad fallen lassen. Fällt die Temperatur unter zwölf Grad, dauert das erneute Aufheizen zu lange und verschlingt besonders viel Energie. Zudem steigt das Schimmelrisiko, weil warme feuchte Luft an den kalten Wänden kondensiert. Deshalb sollte auch bei längerer Abwesenheit wegen Urlaubs die Temperatur auf mindestens zwölf Grad eingestellt sein. Eine um ein Grad gesenkte Temperatur kann die Heizkosten um bis zu sechs Prozent drücken.

Foto: dpa

Türen, Fenster und Rolllädenkasten abdichten

Durch die Ritzen an Türen und Fenstern geht insbesondere in Altbauten viel Wärme verloren. Mit Hilfe von selbstklebenden Isolierbändern, Bürstendichtungen oder Zugluftstoppern für Türen und dünnen Dämmmatten für Rollladenkästen lässt sich der Wärmeverlust oft deutlich reduzieren. Dichte Fenster können die Heizkosten angeblich um bis zu 30 Prozent senken.

Foto: dapd

Heizkörper entlüften

Ein Heizkörper, in dessen Innerem sich Luft befindet, wird nicht richtig warm, weil der Durchfluss des aufgeheizten Wassers vermindert ist und Luft zudem hervorragend isoliert. Weil die Räume aber nicht warm werden, bleiben die Thermostatventile offen und die Heizung läuft ständig, um die Zieltemperatur zu erreichen. Idealerweise entlüftet man alle Heizkörper zu Beginn der Heizperiode einmal. Dadurch sollen sich die Heizkosten um bis zu 15 Prozent reduzieren.

Foto: WirtschaftsWoche

Regelmäßige Wartung

Gerade der Brenner von Heizungsanlagen – gemeinhin Heizkessel genannt – muss regelmäßig eingestellt werden, damit er effizient arbeitet. Außerdem beseitigt der Heizungstechniker Brennrückstände und kann kontrollieren, ob An- und Abluft freie Bahn haben. Durch die Wartung können bis zu fünf Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Heizkörper frei lassen, zur Wand isolieren

Das Sideboard oder das Sofa vor dem Heizkörper bremst dessen Effizienz. Von einer warmen Kommodenrückwand hat niemand etwas. Rund um den Heizkörper muss die Luft zirkulieren können. Damit kalte Luft ungehindert vom Heizkörper erwärmt werden kann, benötigt dieser auch mehrere Zentimeter Abstand zum Boden. Nur dann heizt sich kalte Luft schnell auf und es verteilt sich die erwärmte Luft auch im Raum. Vorhänge und Gardinen, die vor Heizkörpern hängen, sind ebenfalls unbedingt zu vermeiden. Umgekehrt kann eine nur wenige Millimeter dicke Isolierfolie beziehungsweise -tapete hinter dem Heizkörper dafür sorgen, dass wesentlich weniger Wärme nach außen gelangt, sondern dem Raum zugute kommt.

Foto: dpa

Zeitprogrammierung nutzen

Entweder über die zentrale Heizungssteuerung oder über programmierbare Thermostate lässt sich die Heiztemperatur ideal an die Bedürfnisse anpassen. So kann zum Beispiel werktags zwischen 8 und 15 Uhr die Heizleistung reduziert werden, am Wochenende aber wird auf die Absenkung verzichtet.

Foto: WirtschaftsWoche

Richtiges Lüften

Manche Vermieter händigen schon mit Unterschrift unter den Mietvertrag Regeln für das richtige Lüften der Wohnung aus, vor allem, um Schimmelbildung zu vermeiden. Denn täglich verdunstet literweise Wasser in einem Haushalt. Die feuchte Luft kann da, wo sie abkühlt und kondensiert, Schimmelbildung auslösen. Deshalb muss sie raus. Eigentlich dürfte es sich längst herumgesprochen haben: Lieber drei- bis viermal täglich mit weit geöffneten Fenstern und Durchzug stoßlüften, statt Fenster dauernd gekippt zu lassen. Gleiches gilt auch für Frischluft in der Nacht: Wer sparen will, muss Fenster und Rollläden des Nachts sowie Türen zu unbeheizten Räumen geschlossen halten und erst morgens kräftig lüften.

Foto: WirtschaftsWoche

Sparsame Technik einsetzen, Rohre dämmen

Inzwischen sind gedämmte Heizungsrohre vorgeschrieben. Mit PU-Schaum-Röhren lassen sich die Heizungsrohre auch nachträglich dämmen. Vor allem im Keller ist das sinnvoll, dann sind acht Prozent Ersparnis drin. Auch eine alte Umwälzpumpe sollte gegen ein stromsparendes Modell getauscht werden. Da die Pumpe häufig läuft, lassen sich mit einer sparsamen Variante jährlich bis 130 Euro an Stromkosten sparen. Wer hingegen eine Heizung hat, die schon 20 Jahre und mehr auf dem Buckel hat, kann mit einer modernen Brennwert-Heizung durch Wärmerückgewinnung schon 15 bis 30 Prozent der Ausgaben sparen. Steht der Austausch der Heizung ohnehin an, sollte man auch über Alternativen wie Wärmepumpe, Pellet-Heizung oder Solarthermie nachdenken. 

Foto: dpa

Warme Böden

Wer keine Fußbodenheizung hat, sondern nur kalten Fliesen- oder Steinboden, fröstelt schneller und dreht die Heizung höher. Teppiche und Läufer vermitteln hingegen ein wärmeres Gefühl, so dass die Heizung nicht so schnell hochgedreht wird. Mit Läufern und Teppichen lässt so wie auch mit Pullovern und warmen Socken Energie sparen.

Foto: dpa

Auch als Werkstoff oder Baumaterial fragen Kunden Biomasse aus dem Forst immer stärker nach. Die Folge: Deutschland, einem der waldreichsten Euro-Staaten, droht Holznot. 2020 könnten laut einer EU-Studie jährlich schon 30 Millionen Kubikmeter Holz fehlen.

Zwar ist der Handel mit Holzbrennstoffen längst ein globales Geschäft. Doch Importe bringen Probleme mit sich: Die Abnehmer können längst nicht immer kontrollieren, ob das Holz wirklich nachhaltig eingeschlagen wurde. Das bekam auch Vattenfall zu spüren. Der Konzern verbrannte in den vergangenen Jahren in seinen Berliner Kraftwerken 100.000 Tonnen Gummibaum-Pellets aus Liberia. Umweltschützer und Menschenrechtler protestierten heftig.

Der Vorwurf: schlechte Arbeitsbedingungen und die Zerstörung von Regenwald für die Plantagen. Mitte 2012 stoppte das Unternehmen die Einfuhren – offiziell aus organisatorischen Gründen. Jetzt sucht Vattenfall nach alternativen Quellen, unter anderem in Brandenburg.

Felder voll Holz - Landwirt Hüttmann auf seiner Weidenplantage in Soltau

Foto: WirtschaftsWoche

Das Vergleichsportal Check 24 zählt aktuell 718 Stromanbieter, die ihre Preise im Januar oder Februar des neuen Jahres erhöhen. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5.000 kWh wird der Strom im Durchschnitt 12,07 Prozent teurer. In den Top-Ten der Grundversorger, die ihre Preise am stärksten erhöhen, befinden sich auf dem zehnten Platz die Stadtwerke Zeil a. Main. Die Kunden müssen hier 17,97 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Das entspricht bei einem Verbrauch von 5.000 kWh pro Jahr rund 226 Euro mehr als zuvor.

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Auf dem neunten Platz liegen die Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH mit einer Differenz von 18,09 Prozent zum alten Preis. Damit verlangt der Versorger 232 Euro mehr für seinen Strom.

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Die städtischen Werke Borna GmbH befinden sich auf dem achten Platz der Strompreiserhöhungen im neuen Jahr. 18,35 Prozent müssen die Verbraucher mehr bezahlen - das sind 260 Euro mehr als im Vorjahr.

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Auch in Fürth wird es für Stromkunden teurer: Die infra fürth GmbH verlangt 18,92 Prozent mehr - was 257,50 Euro entspricht. So liegt der Versorger auf Platz sieben.

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Auf dem sechsten Platz befindet sich die EMB Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG mit einer Preiserhöhung von 19,05 Prozent. Hier müssen Verbraucher 236 Euro auf den alten Preis draufzahlen.

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Den fünften Platz erreichen die Stadtwerke Borken/Westf. GmbH. Der Grundversorger hat seine Preise um 19,12 Prozent erhöht, was für den Verbraucher bedeutet, dass er 232 Euro mehr zahlen muss als zuvor.

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Mit einer Erhöhung um 19,13 Prozent liegen die Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH auf Platz vier. Hier muss der Verbraucher bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh 230,50 Euro zusätzlich zahlen.

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Nun die Top drei der Versorger mit den höchsten Preissteigerungen. Die Elektrizitätsvereinigung Böbing in Bayern verlangt rund 19,26 Prozent mehr Geld, womit sie auf dem dritten Platz liegt. Die Verbraucher müssen demnach 250 Euro auf den alten Preis draufzahlen.

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Den zweiten Platz belegen die Gemeindewerke Bayerisch Gmain mit einer Erhöhung von 19,39 Prozent. Das ist eine Differenz von 242,80 Euro zum alten Preis.

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Auf dem ersten Platz der Strompreiserhöhungen liegt der Grundversorger Stadtwerke Plattling. Hier müssen die Verbraucher für ihren Strom 20,42 Prozent mehr zahlen, was bei einem jährlichen Verbrauch von 5.000 kWh 233 Euro entspricht.

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Es gibt jedoch auch Versorger, bei denen die Preiserhöhungen vergleichsweise gering ausfallen. Hier die zehn Grundversorger, die ihre Preise am geringsten angehoben haben. Den zehnten Platz nehmen die Stadtwerke Düren GmbH ein. Die Dürener müssen nur 6,86 Prozent mehr zahlen, was 90,66 Euro entspricht.

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Noch geringer fällt die Preiserhöhung der Stadtwerke Heiligenstadt aus. Damit erreicht der Grundversorger mit einem Preisanstieg von 6,54 Prozent Platz neun der geringsten Strompreiserhöhungen - was einem Anstieg von 89,50 Euro entspricht.

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Den achten Platz belegt das E-Werk Stengle GmbH & Co. KG. Seine Kunden zahlen nur 6,21 Prozent mehr als zuvor. Damit verlangt der Grundversorger zusätzliche 78,50 Euro.

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Den siebten Platz belegen die Stadtwerke Eisenberg GmbH mit einer Preiserhöhung von 5,76 Prozent. Das macht eine Differenz von 78,00 Euro aus.

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Die Stadtwerke Neustadt a. Rbge. GmbH & Co. KG heben ihre Preise um 5,57 Prozent an, womit sie Platz sechs der geringsten Strompreiserhöhungen erreichen. 74 Euro müssen Kunden hier mehr zahlen.

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Der fünfte Platz geht an die Elektra Genossenschaft Pinzberg e.G., die 4,69 Prozent mehr für den Strom verlangt. In Euro ist das eine Erhöhung von 62 Euro.

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Auf dem vierten Platz befinden sich die Stadtwerke Rostock AG mit einem Preisanstieg von 4,12 Prozent. Der Grundversorger verlangt also 56,00 Euro mehr Geld.

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Auf Platz drei der Versorger mit der geringsten Preiserhöhung liegen die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke GmbH. Sie verlangen nur 3,28 Prozent mehr Geld und damit 46,28 Euro zusätzlich.

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Den zweiten Platz belegen die bayerischen Stadtwerke Treuchtlingen. Sie verlangen 3,12 Prozent mehr als vorher. Damit müssen Verbraucher nur 41,98 Euro zusätzlich zahlen.

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Auf dem ersten Platz der geringsten Strompreiserhöhungen liegen die SWN Stadtwerke Neustadt an der Orla GmbH. Sie fordern lediglich 2,55 Prozent mehr für den Strom - bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh sind das für die Verbraucher nur 38 Euro zusätzlich.

Foto: dapd

Die Folge der Importskepsis ist eine neue Art des Ackerbaus in Deutschland. Joachim Hüttmann, Eigentümer eines landwirtschaftlichen Großbetriebs im niedersächsischen Soltau, tut etwas sehr Naheliegendes, um die Holzlücke zu schließen: Er pflanzt Bäume. Allerdings nicht als Nadel- oder Laubwald – sondern als sogenannte Kurzumtriebsplantagen mit schnell wachsenden Arten wie Weiden und Pappeln. Andere Bauern experimentieren auch mit Erlen, Robinien und Birken.

Dicht an dicht gesetzt, brauchen aber gerade Weiden und Pappeln nur wenig Licht und Nährstoffe. Bereits nach drei Jahren sind die Turbobäume fünf Meter groß. Dann kann Hüttmann auf seiner Holzplantage, die so groß ist wie 80 Fußballfelder, ernten. 2006 pflanzte er die ersten Bäume, weil er für seinen Betrieb nach einer neuen Perspektive suchte. Der Anbau von Feldfrüchten wie Braugerste oder Zuckerrüben lohnte sich für ihn nicht mehr, die Preise waren im Keller.

Der Niedersachse verarbeitet das Holz anschließend zu Hackschnitzeln, die er an Energieversorger und Privathaushalte in der Region verkauft. Seine Plantagen liefern genug Holz, um mehr als 200 Haushalte kontinuierlich mit Rohstoff zum Heizen zu versorgen.

Künstliche Wälder

Zwar sind Energieholzflächen auf Höchstleistung getrimmte Monokulturen, die nichts mit Wald gemein haben. Doch Johannes Enssle vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg gefallen die Pappelfelder dennoch. „Im Vergleich zu Ackerkulturen wie Mais oder Raps sind solche Plantagen in der Regel naturverträglicher“, sagt Enssle. Die Holzäcker werden nicht mit Pestiziden behandelt, kaum gedüngt und seltener umgebrochen.

Bislang sind in Deutschland auf 4.000 Hektar Holzplantagen angelegt, schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Das ist wenig, verglichen mit den 2,1 Millionen Hektar, auf denen Energiepflanzen wie Mais oder Raps sprießen.

Das sind die größten Stromverbraucher weltweit
Platz 1: China
Platz 2: USA
Platz 3: Japan
Platz 4: Russland
Platz 5: Indien
Platz 6: Kanada
Platz 7: Deutschland
Platz 8: Frankreich
Platz 9: Brasilien
Platz 10: Südkorea

Doch die künstlichen Wälder könnten schon bald sehr viel mehr Land besetzen: Die Deutsche Bahn lässt derzeit von zwei Hochschulen ermitteln, welche Flächen entlang ihrer Schienentrassen sich für die Anlage von Holzäckern eignen. Die Ernte machen bahneigene Kraftwerke und externe Betreiber zu Strom und Wärme.

Auch der Anlagenbauer Andritz aus Graz arbeitet an einer Alternative zum klassischen Brennholz aus dem Wald. Das österreichische Unternehmen nahm kürzlich eine Pilotanlage in Betrieb, die Biomasse in eine Art Kohle verwandelt. Torrefizierung, abgeleitet von dem lateinischen Begriff für „rösten“, heißt das Verfahren. Dabei werden die Ausgangsstoffe unter Luftabschluss auf 250 bis 300 Grad erhitzt, sodass sich Wasser sowie chemische Verbindungen mit niedrigem Heizwert lösen.

Übrig bleibt ein trockener, energiereicher Brennstoff, der sich problemlos in Holz- und Kohlekraftwerken verfeuern lässt.

Der besondere Charme der Pflanzenrösterei liegt darin, dass sie den Druck auf die Holzvorräte mindert. „Mit dieser Technologie können Reststoffe von Pflanzen verwertet werden, die momentan zum größten Teil auf dem Kompost landen“, sagt Bernd Epple, Kraftwerkstechniker von der TU Darmstadt. Rasenschnitt, Laub, Abfälle aus der Lebensmittelherstellung: Aus Biomüll wird jetzt Wärme und Strom. Da der Energiegehalt des Brennstoffs in Relation zum Volumen sehr hoch ist, kann er auch über weite Strecken mit Lkw oder Schiff wirtschaftlich transportiert werden.

Neben der Ausweitung des Angebots gibt es einen weiteren Weg, dem Holzmangel zu begegnen: indem Unternehmen mehr Energie aus der gleichen Menge Brennstoff holen. Diese Mission verfolgt Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Biomassehofs im oberbayrischen Achental, idyllisch gelegen zwischen Chiemsee und den dicht bewaldeten Flanken von Kampenwand und Hochgern.

„Wir wollen den Strom- und Wärmebedarf des Achentals bis 2020 vollständig durch erneuerbare Energien aus eigenen Ressourcen decken. Das heißt vor allem, das Potenzial unserer Wälder zu nutzen“, sagt Wimmer. Der von umliegenden Gemeinden und lokalen Betrieben gegründete Biomassehof hat dafür einen Handel mit Holzbrennstoffen aufgebaut und ein Biomasseheizwerk errichtet.

Kräftig Gas geben

Allerdings klagen auch im waldreichen Achental die Sägebetriebe über den neuen Wettbewerb um das Holz. Den Konflikt entschärfen könnte eine Technologie, die im Zweiten Weltkrieg Hunderttausende Autos und Lastwagen antrieb: die Holzvergasung. Dabei werden Hackschnitzel in einem Zylinder bei Temperaturen von 900 Grad verschwelt, sodass eine Art Erdgas entsteht. Nach Kriegsende geriet das Verfahren in Vergessenheit. Erst mit der Suche nach Ersatz für Benzin und Diesel entdeckten Energieversorger und Anlagenbauer die Holzvergasung wieder.

Wimmer hat kürzlich eine der weltweit ersten Großanlagen dieser Art in Betrieb genommen. Das Holzgas wird in einem benachbarten Blockheizkraftwerk (BHKW) verfeuert, um damit Heizenergie für das lokale Fernwärmenetz sowie Strom zu erzeugen. Das ist besonders effizient: „Ein großer Vorteil der Technologie ist der hohe Stromertrag, den wir damit erzielen“, sagt Wimmer. Der Biomassehof gewinnt aus einer Tonne Holz etwa zwei Drittel mehr Strom, als es mit einem konventionellen Holzkraftwerk möglich wäre.

Wer nur Wärme erzeugen will, kann weiterhin klassisch Holz verbrennen. „Wenn man aber hocheffizient Strom erzeugen will, ist die Vergasungstechnik künftig das Mittel der Wahl“, sagt Marco Klemm vom Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig. Für die Technologie spreche zudem, dass das Holzgas überall dort eingesetzt werden könne, wo sonst Erdgas zum Zuge kommt: etwa in Heizungsanlagen oder als Treibstoff für Fahrzeuge mit Gasmotor.

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