Solarenergie: Jetzt kommt der Aufzug mit Sonnenstrom

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Solarenergie: Jetzt kommt der Aufzug mit Sonnenstrom

, aktualisiert 11. März 2015, 11:35 Uhr
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Ein Aufzug vom Typ Schindler 3300 Solar

von Dieter Dürand

Schon heute treibt Strom aus integrierten Solarzellen Rollladen und Jalousien an. Jetzt folgt der Sprung in die nächste Dimension. In Hamburg werden die ersten Aufzüge eingebaut, die mit Solarenergie fahren.

Der Schweizer Hersteller Schindler rüstet einen vierstöckigen Wohnriegel in Norderstedt bei Hamburg mit sieben Solaraufzügen aus. Es sind die ersten Lifte weltweit, die im Alltagsbetrieb allein mit Sonnenenergie fahren. Bisher gab es nur einen Testbetrieb in Barcelona.

Ihren Fahrstrom beziehen die Lifte von Modulen auf dem Dach des langgestreckten Neubaus mit mehreren Eingängen. In den Paneelen wandeln Solarzellen das Sonnenlicht in elektrische Energie um. Überschüsse laden eine Batterie im Keller. Sie speichert sieben Kilowattstunden (kWh); das reicht für bis zu 400 Aufzugfahrten aus – auch bei Nacht und sogar bei Stromausfall.

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Wie viel des grünen Stroms vom Dach direkt verbraucht wird und welche Mengen in den Akku fließen, optimieren die Schindler-Ingenieure mit einer speziell entwickelten Software. Sie speist zudem die Energie in die Batterien, die beim Abbremsen der Fahrstühle entsteht. Auch der US-Fahrstuhlbauer Otis bietet neuerdings Lifte an, die selbst produzierten Solarstrom nutzen können. Allerdings umfasst sein Produkt keine Batterie und funktioniert daher nicht unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.

Das raffinierte Strommanagement-System ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Schindler und den Schweizer Flugpionieren Bertrand Piccard und André Borschberg. Diese nutzen die Software in ihrem Solarflugzeug Solar Impulse 2, mit dem sie in 25 Etappen die Erde umrunden wollen. Das Programm soll den Stromfluss aus 17.000 Solarzellen optimal auf die Batterien und den Antrieb der vier Elektromotoren ihres Leichtfliegers verteilen. Die ersten 430 Kilometer von Abu Dhabi nach Maskat im Oman legte Borschberg gerade erfolgreich zurück.

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Die Chefs der Baugenossenschaft Adlerhorst in Norderstedt setzen beim Bau der 108 Wohnungen im Stadtteil Garstedt aus einem ganz pragmatischen Grund auf die grüne Zukunftstechnologie. Sie können die Aufzüge mit den selbst erzeugten Kilowattstunden billiger betreiben, als würden sie den Strom beim Versorger einkaufen. Was sie einsparen, reichen die Adlerhorst-Manager an die Mieter weiter – in Form niedriger Nebenkosten.

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