Deutschlands Grillmeister: Mehr als nur Wurst

Deutschlands Grillmeister: Mehr als nur Wurst

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Mehr als 60 Kilogramm Fleisch essen die Deutschen pro Jahr. Im Sommer besonders beliebt sind Bratwürste wie die klassische Rote, Thüringer Rostbratwürste, Nürnberger - nur bitte niemals Weißwurst. Das zählt im Freistaat zu den Todsünden.

von Rebecca Eisert

Es ist angegrillt. Deutschland wird zum Grillland. Nicht nur zwischen Mai und September. Die Fleischeslust packt die Deutschen immer öfter und auf immer höherem Niveau. Was die heißeste Branche Deutschlands zu bieten hat.

Der Duft von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Rauchig, würzig, lecker. Wenn einem bei den offiziellen deutschen Grillmeisterschaften am 5. und 6. Mai nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, dann nirgends. Rund 40 Teams treten an - Profis und Laien werden von einander getrennt. Sieben Gänge können, fünf daraus müssen gegrillt werden. 1500 Portionen gegrillter Fisch, Spareribs, Geflügel und Bratwurst werden die weit über 300 Juroren verkosten. Sie bewerten Aussehen, Geschmack, Garstufe und die Beilage, die ebenfalls vom Grill kommen muss.

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Die Aufgabenstellung ist kniffelig. Die Teams mit so klangvollen Namen wie Teufelsgriller, Harzer Bruzzler, Türi Pritsumhed aus Estland oder Grill Ueli aus der Schweiz müssen zum Beispiel eine Rinderbrust grillen. Im Barbeque-Smoker bei Niedertemperatur dauert es zwölf bis vierzehn Stunden bis das langfaserig Fleisch zart und dabei noch saftig ist.

Nachtschicht für die Rinderbrust

Die ersten Mannschaften grillen daher schon am Samstagabend an, schieben Nachtschichten, um den kostbaren Braten nicht zu verderben. Pflicht für jede Teilnehmergruppe ist auch eine perfekt gegrillte Wurst. Auch wenn die letztgenannte unter den Profis gerne mal spöttisch als „unterstes Grillniveau“ bezeichnet wird – die deutsche Bratwurst, das findet auch Ebbo Christ, Vizepräsident der German Barbecue Association (GBA), ist ein Stück Kulturgut und gehört deshalb auch ins Pflicht-Menü der Grillmeister.

Deutschland - ein Grillvolk

Christ und seine Gefolgschaft erwartet ein großes Publikum. Bei den Meisterschaften 2011 zählten sie 80.000 Besucher. Auch 2012 ist der Ansturm riesig. Vielleicht weil sich Costa Cordalis angekündigt hat – er will gemeinsam mit den Besuchern in Schwäbisch Hall den Weltrekord im Sirtakitanzen brechen. Viel eher jedoch, meint der GBA-Vize, weil der Funke längst übergesprungen ist. Grillen ist Trend. Die Deutschen entwickeln sich zum Grillvolk.

Ohne Grill, kein Sommer

Mehr als ein Drittel grillt im Sommer mindestens einmal die Woche, mehr als die Hälfte mindestens einmal pro Monat. Ohne Fleisch auf dem Grill, ist der Sommer kein richtiger Sommer, finden fast 60 Prozent der Deutschen. Am liebsten grillt der Deutsche – die Damen halten sich noch immer etwas zurück – auf dem klassischen Holzkohlegrill, den 80 Prozent aller Grillfans besitzen und gegrillt wird, weil – richtig – es so lecker, gesellig und gemütlich ist. Grillen ist ein Fest und gegrillt wird immer öfter auch zum Fest – zu Silvester und Weihnachten etwa. Schon ein knappes Drittel der Deutschen grillt das ganze Jahr hindurch. Das ergab die Weber Grillstudie 2012.

Fachlektüre und Grillschulen

Doch die Deutschen grillen nicht nur immer öfter, sie wollen darin auch immer besser werden. Wissbegierig studieren sie Fachlektüre wie etwa Weber’s Grillbibel, die sich zum Bestseller entwickelt hat. Der Hersteller der bekannten Kugelgrills profitiert nicht schlecht vom Grillfieber und füttert seine Fans mit immer neuen Titeln. Zur Saison 2012 gibt es Weber’s Grillen, Weber's Räuchern und Heft speziell zu Seafood. Immer aufwendigere Speisen bis hin zu Kuchen und Desserts landen auf dem Grill, belegt die Grillstudie des Herstellers. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Den Deutschen ist die Wurst nicht mehr genug.

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