Toom und Hagebau: Geschlechterkampf im Baumarkt

Toom und Hagebau: Geschlechterkampf im Baumarkt

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von Henryk Hielscher

Wie lockt man Frauen in den Baumarkt? Die beiden kleineren Baumarktketten toom und Hagebau experimentieren mit unterschiedlichen Konzepten. Oberstes Gebot dabei: Bloß nicht die Männer vergraulen.

Joachim Eck hat den Eingang des toom-Baumarktes in Troisdorf fest im Blick. Zwei junge Frauen betreten den Markt. „Nach rechts“, tippt Eck und tatsächlich driften die Kundinnnen nach rechts ab. Ein älterer Mann schiebt seinen Einkaufswagen herein. „Links“, prognostiziert Filialleiter Eck. Der Mann stoppt, schaut sich kurz um und schwenkt wie auf Kommando links ein.

Bei Paaren sei seine Trefferquote aber nicht ganz so hoch, sagt Eck. Sein Markt ist im Grunde ein grundsolider Baumarkt.

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Männer links - Frauen rechts

Und dennoch ist der Markt eine Art Musterfiliale, Namensgeber des so genannten Troisdorfer Konzeptes, auf das toom nach und nach möglichst viele der Märkte umstellen will. Denn, dass Eck zuordnen kann, welche Kunden in welche Richtung tendieren, liegt an der Marktstruktur. Die Fläche ist klar aufgeteilt: Zu den Werkzeugen, schweren Maschinen und Baustoffen, also den klassischen Männersortimenten, geht es nach links. In die helle Gartenabteilung – noch immer Domäne der Frauen – nach rechts.  

Frauenmärkte floppten

Die neue toom-Ordnung war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Vor ein paar Jahren hatte das damalige toom-Management Kundinnen als neue Kernzielgruppe erkoren. Viele der tristen Heimwerkerhallen wurden in der Folge mit Ambiente-Elementen ausgestattet, mit Dekomaterialien überfrachtet und sollten anschließend als so genannte „wow-Märkte“ für Furore unter Heimerkerinnen  sorgen. Allein, die Idee floppte.

„Die wow-Märkte waren eine schlechte Kopie von Ikea, mit der wir zwar ein paar neue Kundinnen gewonnen haben, zugleich aber vor allem männliche Kunden verloren haben“, sagt Frank Wiemer, Vorstand der toom-Mutter Rewe. Seit geraumer Zeit versucht Rewe nun wieder gegen zu steuern.

Baumärkte ohne Schnickschnack

Die umgestellten Filialen seien jetzt wieder „echte Baumärkte ohne viel Schnickschnack“, so Wiemer. „Die Flächen sind klarer aufgeteilt, die Ausschilderung ist übersichtlicher und der Laden sieht einfach wieder nach Baumarkt aus“, lobt Wiemer. Auch finanziell scheint sich die Rückkehr zum klassischen Markt auszuzahlen. „Wenn die Geschäfte so weiter laufen, werden wir das Ergebnis in diesem Jahr noch einmal deutlich verbessern“, so Wiemer.

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