Videotheken: Blockbuster ist pleite

Videotheken: Blockbuster ist pleite

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Ehemalige Filiale des Blockbuster Video-Konzerns in Berlin-Wedding.

von Oliver Voß

Die größte Videotheken-Kette der USA hat Insolvenz angemeldet. Blockbuster konnte mit der Konkurrenz aus dem Internet nicht mehr mithalten. In Deutschland haben die Filmverleiher schon viel früher aufgegeben.

Eine Milliarde Dollar Schulden waren zuviel: Blockbuster, die größte Videotheken-Kette der USA ist pleite. Das börsennotierte Unternehmen meldete heute Insolvenz an.

Die Probleme haben sich schon seit langem abgezeichnet, seit Anfang 2009 wurde über eine Pleite spekuliert. Die Aktie ist zu einem Pennystock geworden.

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Nun versucht das Unternehmen mit der Insolvenz einen Neustart. Blockbuster hat sich mit den Gläubigern darauf geeinigt, den Schuldenberg von derzeit  einer Milliarde Dollar auf 100 Millionen Dollar abzubauen. Im Gegenzug bekommen die Kreditgeber einen Anteil an der neuen Blockbuster-Gesellschaft.

Für die Kunden soll sich dadurch nichts ändern, es ist geplant die Läden weiter zu betreiben. In den USA hat die Kette 3000 Filialen, weltweit sind es mehr als 5000. Blockbuster ist unter anderem auch in Kanada, Dänemark, Italien, Mexiko, Argentinien und Großbritannien vertreten.

Blockbuster ist in Deutschland mit Verzicht auf Pornos gescheitert

In Deutschland hatte die Kette bereits Ende 1997 wieder aufgegeben. Blockbuster hatte in Berlin und München 20 Filialen eröffnet und hatte angekündigt, Deutschland bis zur Jahrtausendwende mit 250 Videotheken zu überziehen.

Doch die hochfliegenden Pläne an denen seinerzeit auch Burda beteiligt war scheiterten. Als Ursache galt damals auch das besondere Konzept: Blockbuster präsentierte sich als familienfreundliche Videothek und verzichtete auf Pornofilme – doch die machen im Schnitt bis zu einem Drittel des Umsatzes aus.

Das jetzige Scheitern in den USA hat andere Ursachen. Neben illegalen Filmangeboten im Internet, setzen Blockbuster auch legale Online-Videotheken zu. Insbesondere Netflix ist äußerst erfolgreich und hat inzwischen 15 Millionen Nutzer. Diese laden sich Filme entweder per Breitbank-Internet direkt auf den Fernseher oder den Computer oder lassen sich per Post  auf DVD oder Blu-ray schicken.

In Deutschland gibt es ähnliche Versandangebote von Anbietern wie Lovefilm, Video Buster oder Verleihshop.de. Insgesamt gibt es hierzulande etwa 3000 Videotheken. Die zahl der Kunden ist laut Branchenverband seit 2007 von mehr als neun auf unter 7,8 Millionen gesunken.

Web-TV auf dem Vormarsch

Vor allem aber das Internet macht den klassischen Videothelken zu schaffen. Legale Internet-Angebote wie Hulu sind in den USA schon sehr verbreitet und erfolgreich - auch durch ein besseres Angebot, als bei deutschem Web-TV. Der Trend wird sich künftig massiv verstärken, da zum einen TV-Hersteller reihenweise Internetverbindungen in ihre geräte integrieren und Google, Apple, Amazon oder Yahoo massiv ins Online-Filmgeschäft drängen.

Zusätzlich leidet Blockbuster unter den Automaten-Videotheken, wie Redbox. Die Leihe in den fast 30.000 Kiosken ist weitaus billiger als in klassischen Videotheken. Die Muttergesellschaft der lange zweitgrößten US-Videotheken-Kette Hollywood Video hatte bereits im Februar Insolvenz angemeldet und im vorigen Monat den Betrieb endgültig eingestellt. 

Blockbuster war 1985 in Dallas gegründet worden. Bis 2004 gehörte das Unternehmen zum Medienimperium von Viacom. Schon damals begannen die Probleme und Blockbuster verzeichnete hohe Verluste. 2009 hat das Unternehmen 4,1 Milliarden Dollar umgesetzt, eine Milliarde weniger als im Vorjahr. Der Verlust betrug 569 Millionen Dollar.

Blockbuster versuchte bereits, sich mit eigenen Internet- und Kiosk-Angeboten gegen die neu erwachsene Konkurrenz zu erwehren. Ob es dem Unternehmen nun gelingt, auf diesem Weg die Zukunft zu sichern, muss sich jetzt zeigen. Doch das Ende des Zeitalters der klassischen Videotheken ist längst eingeläutet.   

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