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  4. The Ruffian von Ruff Cycles: Dieses E-Bike ist Rampensau auf zwei Rädern

Tech & ToolsRampensau auf zwei Rädern

Ob Landpartie oder City-Runde, eine Ausfahrt mit dem E-Bike war nie gechillter als mit dem Chopper-Pedelec The Ruffian aus der deutschen Radmanufaktur Ruff Cycles.Thomas Kuhn 27.04.2025 - 10:15 Uhr
Chopper-Feeling beim Radeln, das verspricht The Ruffian vom Regensburger E-Bike-Produzenten Ruff Cycles Foto: Ruff Cycles

Meine alte Suzuki zu verkaufen war ein schwerer, aber vernünftiger Schritt, als ich vor Jahren erstmals Vater wurde. Trotzdem fehlte mir der gemütliche Chopper seither mindestens so sehr wie die gechillte Form des Reisens durch die Landschaft. Bis ich kürzlich auf The Ruffian stieß, die vermutlich chopperigste Form eines E-Bikes. Eine echte Rampensau auf zwei Rädern und ein ebenso umweltfreundliches wie unfassbar cooles Fortbewegungsmittel für Fans des entspannten Cruisens; bis der Motor bei Tempo 25 km/h abregelt.

Das Pedelec der für ihre außergewöhnlich designten Zweiräder bekannten Regensburger E-Bike-Manufaktur Ruff Cycles kommt im Stil eines klassischen Choppers daher. Verantwortlich dafür sind jede Menge Designzitate wie etwa der weit nach hinten versetzte Sattel, ein tiefgezogener Rahmen sowie recht voluminöse 26-Zoll-Reifen. Ein gelungenes Stilelement ist auch die ungewöhnlich flach stehende Vorderradgabel mit dem breiten, leicht hochgezogenen Z-Lenker sowie einem markanten Frontscheinwerfer.

Gepäckträger? Wäre ein Stilbruch!

Wer will, kann das Rad stilecht mit passenden ledernen Satteltaschen fürs Hinterrad sowie einer kleinen ledernen Werkzeugrolle für die Vordergabel aufhübschen. Die kosten rund 330 beziehungsweise 130 Euro Aufpreis. Mindestens eine Satteltasche aber ist sinnvoll, wenn man das Rad auch für gelegentliche Transporte nutzen will. Denn auf einen herkömmlichen Gepäckträger haben die Ruff-Designer verzichtet. Er würde der chilligen Optik des Rades – im Gegensatz zu den sehr ansehnlichen Ledertaschen – auch nur schaden.

Lässig aber nicht unbedingt ergonomisch. Die Sitzposition auf dem E-Bike-Chopper. Foto: Thomas Kuhn

Nicht nur an der Stelle muss der Alltagsradler gegenüber traditionell konstruierten Velos Abstriche machen. Die tiefgezogenen Rahmenrohre zur Hinterachse sind zwar ausgesprochen stilvoll, aber auf unebenen Untergründen nicht uneingeschränkt praktisch. Denn damit kann das Rad zumindest bei größeren Bodenwellen mit einem hässlichen Knirschen aufsetzen. Nun sind Offroad-Touren und Fahrten über Schlaglochpisten ohnehin nicht das Metier von Choppern, aber bei mir bekamen die Rahmenrohre schon beim schwungvollen Erklimmen eines etwas höheren Bordsteins in der Stadt unerwünschten Bodenkontakt. Danach war ich vorsichtiger.

Blickfänger und zugleich gelungener Designkniff bei dem in fünf sehr stilvollen Farbkombinationen angebotenen Rad ist zudem der angedeutete Blechtank im Rahmen. Darin verbirgt sich ein 500-Wh-Akku, der sich über einen untenliegenden Stecker aufladen lässt. Das ist nicht so komfortabel, wie die meist seitlichen Ladestutzen bei regulären E-Bikes und erfordert jedes Mal eine Verneigung vor dem rollenden Designerstück. Man muss das mögen, aber es ist allemal stilvoller, als den eleganten „Tank“ mit einer schnöden Ladebuchse herkömmlicher Bauart zu verunzieren.

Deutlich weniger gefällig ist da schon, dass sich der Akku selbst nur nach der Demontage mehrerer Schrauben und der Abdeckung unter dem Tank aus dem Gehäuse entnehmen lässt. Das muss zwar im Alltagsbetrieb nicht unbedingt täglich sein, spätestens wer das Rad im Winter einmotten und den Akku vor größerer Kälte schützen will, kommt aber um die Schraubarbeiten nicht herum.

The Ruffian ist eindeutig mehr Cruiser als Tourer.
Thomas Kuhn
WiWo-Redakteur

Dass The Ruffian mehr Cruiser als Tourer ist, zeigt sich auch an der Kombi aus dem 500-Wh-Akku und einem anzugsstarken 85-Newtonmeter-Bosch-Performance-Motor. Im Duett soll das bis zu 100 Kilometer assistiertes Radeln ermöglichen, verspricht der Hersteller. Das mag unter günstigen Umständen stimmen. Wer allerdings, wie ich, wegen der lässigen, aber nicht überaus antrittseffizienten Sitzposition weit hinter der Pedalachse gerne mehr Trittverstärkung zuschaltet, sollte eher mit einem Drittel weniger Reichweite kalkulieren.

Das reicht immer noch für entspanntes Radeln in der Stadt oder durch die Landschaft. Wer aber weitere Touren plant, sollte zwischendurch mal einen Stopp an einem Straßencafé mit Ladestation einplanen. Und sollte der Akku doch mal unterwegs vorzeitig schlapp machen, hilft die stufenlose Envio-TR-Nabenschaltung in Verbindung mit einem wartungsarmen Riemenantrieb, die 33 Kilo des Ruffian sogar recht chillig mit Muskelkraft nach Hause zu strampeln.

Den gelungenen Mix aus Coolness und Fahrspaß lässt sich Ruff mit 6200 Euro bezahlen. Das ist, in Euro, so viel, wie ich vor Jahren für meinen Suzuki-Chopper in D-Mark hingeblättert habe. Und es ist auch gegenüber technisch vergleichbar ausgestatteten E-Bikes ein satter Zuschlag. Andererseits gibt’s dafür jede Menge Fahrspaß. Und der Coolness-Boost ist ohnehin unbezahlbar.

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