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New WorkHauptsache, die Quote stimmt!

Fehlt Ihnen auch der Sinn in Ihrer Arbeit? Dann schauen Sie sich die Serie
„Severance“ an. Das wird Sie beruhigen. Oder immerhin herrlich unterhalten.KOMMENTAR von Varinia Bernau 23.05.2025 - 08:02 Uhr aktualisiert
Doch näher an der Realität als gedacht? Eine Szene aus „Severance“. Foto: IMAGO/Landmark Media

Es sind mitunter unerwartete Momente, in denen einem das Privileg des eigenen Jobs bewusst wird. Dass es in ­meinem Fall darin liegt, diese Zeilen zu tippen und sie später am Kiosk und auf unserer Internetseite zu sehen, merkte ich, als ich vor Kurzem mit einem Freund über die Serie „Severance“ sprach. Er meinte, dass es darin einiges gebe, das ihn an seinen ­alten Job erinnert.

Falls Sie die Serie kennen, wissen Sie, warum er gekündigt und sein eigenes Unternehmen gegründet hat. Falls nicht: „Severance“ ist eine bitterböse Satire über die Absurditäten unserer modernen Arbeitswelt. Sie spielt in einem Konzern, der einigen Mitarbeitern einen Chip implantiert, sodass deren Bewusstsein beim Betreten des Fahrstuhls zum Büro von allem getrennt wird, was draußen geschieht. Das Private wird ausgeblendet.

Und so fällt dem Helden Mark Scout dann auch nichts ein, was er seinem ­neuen Team über sich erzählen könnte. Er freue sich, jetzt vier neue Freunde ­gefunden zu haben, sagt er schließlich. Um sich prompt von seiner Chefin mit freundlichem Ton und eiskaltem Blick daran erinnern zu lassen, dass sie nicht seine Freundin, sondern seine ­Vorgesetzte sei.

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Anders als ich weiß Mark Scout nicht wirklich, was er im Büro so treibt. Mit seinen drei engsten Kollegen verbringt er den Tag von neun bis fünf damit, Zahlen in Boxen zu schieben, um am Ende des Quartals eine vorgegebene Quote zu erfüllen. Macrodata Refinement heißt ihre Abteilung. Und mein Freund, Informatiker, findet diese Bezeichnung genial. Mit einem Grinsen griff er während unserer Unterhaltung in die Buzzwordtüte, aus der sich auch all die selbst erklärten Data Scientists bedienen: Wenn Daten das neue Öl sind, müsse schließlich auch jemand in der Raffinerie sitzen.

Dort ist es, wie „Severance“ uns vorführt, ziemlich öde. Mark Scouts Team fehlt jeglicher ­Bezug zu ihrer Arbeit, jeglicher Sinn. Sie wissen nicht einmal, was mit den Daten passiert, die sie da so lange verschieben, bis es blinkt. Irgendwann tauchen am ­Ende eines langen weißen Flurs ein paar Zicklein auf – und damit der Verdacht, dass sich hinter den Zahlenkolonnen ­womöglich auszusortierende Tiere verbergen. Wer weiß?

Mein Freund sagt: In seiner alten Firma wurden ähnlich willkürlich Quoten gesetzt – ohne dass sich jemand Mühe gab, deren Sinn zu hinterfragen. Und je länger wir sprachen, je mehr Erzählungen von Bekannten aus deren Arbeitsalltag wir zusammentrugen, desto stärker spürte ich: Es gibt eine Menge solcher Bullshitjobs da draußen.

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