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ZollstreitDax-Anleger vorsichtig – Furcht vor „böser Zoll-Überraschung“

Die Angst vor neuen US-Strafzöllen trifft Europas Börsen: Der Dax rutscht ab und Anleger blicken nervös auf Donald Trumps nächste Schritte. 11.07.2025 - 19:41 Uhr
US-Präsident Trump ist auf einem Bildschirm an der Börse in Frankfurt vor der Dax-Kurve zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa

Drohende zusätzliche US-Strafzölle verderben Aktienanlegern die Laune. „Der Optimismus aus der ersten Wochenhälfte weicht der Angst vor einer bösen Zoll-Überraschung“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Online-Brokers CMC Markets. Einige Investoren machten daher Kasse, um über das Wochenende nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Der Dax verlor daher am Freitag 0,8 Prozent auf 24.255,31 Punkte, nachdem er am Donnerstag ein Rekordhoch von 24.369,10 Zählern erreicht hatte. Der EuroStoxx50 verabschiedete sich ein Prozent niedriger bei 5383,48 Stellen in den Feierabend. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones ein knappes Prozent nach.

US-Präsident Donald Trump will Importe aus fast allen Staaten mit pauschalen Einfuhrzöllen von 15 oder 20 Prozent belegen. Für Güter des Nachbarn Kanada sollen künftig sogar Abgaben von 35 statt 25 Prozent fällig werden. „Die Verantwortlichen zahlreicher Staaten, die bislang in gutem Glauben mit der Trump-Administration verhandelt haben, werden sich wohl fragen, ob der US-Präsident auf der letzten Etappe der Gespräche auch für sie die Latte höher legen wird“, sagte Analyst Piotr Matys vom Anlageberater In Touch.

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Bonds unter Druck – Gold und Bitcoin im Aufwind

Wegen der Zoll-Drohungen Trumps trennten sich Anleger unter anderem von kanadischen Anleihen. Dies trieb die Renditen der zehnjährigen Titel auf ein Sechs-Monats-Hoch von 3,513 Prozent. Ihre deutschen Pendants rentierten ebenfalls höher bei 2,691 Prozent. Der Aktienindex der Börse Toronto verlor 0,3 Prozent.

Gefragt war dagegen der „sichere Anlagehafen“ Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um ein Prozent auf 3357 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). „Jeder Kursrücksetzer wird derzeit als Kaufgelegenheit gesehen“, sagte Carlo Alberto De Casa, Analyst beim Online-Broker Swissquote.

Einige Investoren wichen auf Kryptowährungen aus. Bitcoin stieg um bis zu 4,6 Prozent auf 118.832 Dollar und markierte den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch. Der Erfolg börsengehandelter Bitcoin-Fonds (ETFs) und eine branchenfreundliche Regulierung durch den selbsternannten „Krypto-Präsidenten“ Trump sorgten für anhaltende Kursfantasie, erläuterte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Aufwärts ging es auch mit dem Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,6 Prozent auf 70,40 Dollar je Barrel (159 Liter). Analyst John Evans vom Brokerhaus PVM Oil Associates begründete dies mit einem Engpass kurzfristig verfügbaren Nachschubs. Die Reiselust der Verbraucher sei in der aktuellen Urlaubssaison ungebrochen.

Finanzwerte tiefer – „Jeans On“ für Levi Strauss

Bei den europäischen Unternehmen trennten sich Investoren unter anderem von konjunktursensiblen Finanzwerten. Im Dax gehörten Commerzbank und Deutsche Bank mit einem Minus von bis zu zwei Prozent zu den Verlierern. Die Titel der DNB Bank brachen in Oslo zeitweise sogar um neun Prozent ein, so stark wie seit dem Börsen-Crash vom März 2020 nicht mehr. Das norwegische Geldhaus hatte wegen fauler Kredite und enttäuschender Zinseinnahmen beim Quartalsergebnis die Markterwartungen verfehlt.

An der Wall Street steuerten die Aktien von Levi Strauss dagegen mit einem Plus von zeitweise knapp zwölf Prozent auf den größten Tagesgewinn seit drei Monaten zu. Der Jeans-Hersteller hatte nach überraschend starken Quartalsergebnissen seine Gesamtjahresziele angehoben. Analystin Dana Telsey vom Anlageberater Telsey bezeichnete die vorgelegten Zahlen als beeindruckend. Beim angehobenen Ausblick sei besonders ermutigend, dass darin die US-Einfuhrzölle enthalten seien. Das Unternehmen lässt seine Kleidungsstücke vor allem in Ostasien fertigen.

rtr
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