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Streit mit KonzernmutterBen & Jerry's künftig vielleicht auch ohne Ben

Als die Gründer ihre Eismarke Ben & Jerry's an Unilever verkauften, sicherten sie sich das Recht auf politischen Aktivismus. Einer der beiden sah sich gegängelt und ging. Der andere folgt vielleicht. 31.10.2025 - 10:14 Uhr
Politischer Protest: Ben Cohen, Mitbegründer von Ben & Jerry's, wird von der Polizei in Gewahrsam genommen, weil er den Eingang zum Justizministerium blockiert hat (Archiv). Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Die Eismarke Ben & Jerry's verliert nach fast einem halben Jahrhundert möglicherweise bald auch ihren zweiten Mitgründer. Sollte der von Ben Cohen und dem Co-Gründer Jerry Greenfield angestrebte Rückkauf vom Lebensmittelmulti Unilever nicht gelingen, werde er „nicht Teil einer Firma bleiben, die ihre soziale Mission nicht verwirklichen kann“, sagte Cohen der „Süddeutschen Zeitung“.

Greenfield hatte schon im September seinen Rückzug bekanntgegeben – mit dem Vorwurf, Unilever habe politische Aktivitäten unterbunden. „Jerry hat ein großes Herz und eine niedrige Toleranz für Konflikte. Er konnte diese ganze Situation nur schwer ertragen“, wird Cohen in der Zeitung zitiert.

Die beiden Gründer der Eiscrememarke haben eine Kampagne namens „Free Ben & Jerry’s“ gestartet. „Die Mission der Kampagne ist einfach“, heißt es auf deren Webseite. „Die Magnum Ice Cream Company soll Ben & Jerry's erlauben, ein unabhängiges Unternehmen zu werden, mit sozial orientierten Investoren, das wieder frei ist, seine soziale Mission zu erfüllen und seine Markenwerte ohne Kompromisse zu leben.“ Im Mai war Cohen beispielsweise bei einer Protestaktion gegen den Gaza-Krieg im US-Kongress festgenommen worden.

Ben & Jerry's „zum Schweigen gebracht worden“

Greenfield und Cohen hatten sich bei dem Verkauf an den Lebensmittelriesen im Jahr 2000 das Recht festschreiben lassen, für ihre Werte einzustehen. Beide blieben im Unternehmen – auch wenn sie das Geschäft nicht mehr steuerten.

Mehr als 20 Jahre lang habe man sich auch unter dem Dach von Unilever „für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte“ eingesetzt, begründete Greenfield seinen Rückzug im September. Jetzt sei Ben & Jerry's aber „zum Schweigen gebracht worden“, aus Angst, die Mächtigen zu verärgern.

Der Mutterkonzern wies die Vorwürfe damals zurück. Man sei anderer Meinung und habe ein „konstruktives Gespräch“ mit beiden Gründern gesucht, hieß es in einer Stellungnahme. Unilever will sein Eiscreme-Geschäft – inklusive Ben & Jerry's – bald in ein eigenständiges Unternehmen auslagern, hatte aber bislang keine Absicht zum Verkauf.

dpa
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