Städteranking 2025: So entsteht der WiWo-Städtetest
Der große Kommunen-Check umfasst alle 71 kreisfreien Städte ab 100.000 Einwohnern. Er besteht aus drei Teilen: Das Niveauranking vergleicht die Istwerte ausgewählter Kennziffern, also etwa die aktuelle Jugendarbeitslosigkeit oder das Pro-Kopf-Wachstum.
Beim Dynamikranking hingegen geht es allein um die Veränderungsraten in fünf zurückliegenden Jahren – etwa wie sich Firmengründungen, Bauaktivitäten oder Produktivität entwickelt haben. So lässt sich zeigen, welche Standorte unabhängig von ihrer Ausgangslage punkten – und wer von der Substanz lebt.
Neu ist in diesem Jahr das Ranking zur Qualität der kommunalen Infrastruktur. Es vergleicht 18 Indikatoren aus den Bereichen Bildung/Forschung, Verkehr, Klima/Energie und Digitalisierung. Dies sind: Zustand der örtlichen Brücken, Zahl der E-Ladesäulen, installierte Solar- und Windleistung, Resilienz gegen Klimaschäden, Haltestellendichte im ÖPNV, Pkw-Fahrtzeit zum nächsten Bahnhof und Flughafen sowie zur nächsten Autobahn, Fahrradtauglichkeit, Glasfaser- und Mobilfunkversorgung, Smart-City-Aktivitäten, Zahl der Hochschulen und MINT-Institute, Kinderbetreuung, Zahl und digitale Ausstattung der örtlichen Schulen.
Bei Niveau und Dynamik erfolgt die Bewertung auf Basis von 87 Einzelindikatoren (Niveau: 51, Dynamik: 36), die in vier unterschiedlich gewichtete Bereiche einfließen: Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt, Lebensqualität. Die Gewichtung orientiert sich daran, wie stark die Indikatoren zu Beschäftigung und Wohlstand führen. Das Punktesystem berücksichtigt auch relative Unterschiede: Wer in einigen Bereichen knapp vorne liegt, in anderen jedoch weit hinten, belegt eher hintere Ränge. In Hannover, Aachen, und Saarbrücken beziehen sich die Daten nicht auf die Kernstadt, sondern auf eine kommunale Sonderform.
Und das sind die einzelnen Indikatoren:
- Arbeitsmarkt (Gewichtung 40 Prozent): örtliche Arbeitsplatzversorgung, Beschäftigungsentwicklung, Anteil der Hochqualifizierten, Jugendarbeitslosigkeit, Lehrstellendichte, Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss, Abiturquote, Beschäftigungsrate von Frauen, Arbeitslosen- und Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer, Zahl der Bürgergeldempfänger.
- Wirtschaftsstruktur (30 Prozent): Produktivität, BIP je Einwohner, Gründungsintensität, Insolvenzen, Arbeitskosten, kommunale Steuerkraft, Gewerbesteuersätze, Patentanmeldungen, Jobs in wissensintensiven Dienstleistungen.
- Immobilienmarkt (20 Prozent): Zahl und Entwicklung der Baugenehmigungen, Veränderung der Mieten, Wohnungsneubau, Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen, Verhältnis von Miet- und Immobilienpreisen, Anteil der Wohnkosten am Einkommen. Hohe Mieten und Preise werden in der Systematik des Rankings als Signal für Attraktivität positiv gewertet.
- Lebensqualität (10 Prozent): Zahl der Krankenhausbetten, Versorgung mit Kitaplätzen, Kriminalität, Lebenserwartung, Geburtenrate, Wohnfläche, Anteil naturnaher Flächen, Zahl der Gästeübernachtungen.
Hier finden Sie alle Beiträge zum Städteranking 2025 der WirtschaftsWoche.