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Hunderte Stellen fallen wegTelekom baut Innovationssparte um

Mehr eigene Router statt Angebote wie „Musicload“: Telekom-Chef Höttges richtet die Innovationssparte neu aus – und bricht mit dem Kurs seines Vorgängers. 19.09.2014 - 12:20 Uhr

Timotheus Höttges baut nach T-Systems die zweite Abteilung im Telekom-Konzern kräftig um.

Foto: dpa

Telekom-Chef Timotheus Höttges richtet die Innovationsabteilung des Konzerns neu aus und bricht damit mit der Innovationsstrategie seines Vorgängers René Obermann. Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, werden bei der Restrukturierung der Abteilung „mehrere Hundert Stellen“ wegfallen.

Das von Obermann ausgegebene Ziel, neue Produkte für den Endverbraucher zu erfinden, wird demnach aufgegeben. Mit dem Musikdienst „Musicload“ und dem wenig erfolgreichen Messenger „Joyn“ wollte die Telekom weitere Kunden neben dem Stammgeschäft gewinnen. Künftig will Höttges im Endverbrauchergeschäft nur über Partnerschaften, etwa mit dem Streaming-Anbieter Spotify, seinen Kunden Dienste anbieten. Die hauseigene Produkt- und Innovationsabteilung soll sich dem Bericht zufolge auf „netztechnikaffine eigene Erfindungen“ wie etwa Router beschränken.

Warum der Ausbau des Internets für die Deutsche Telekom so teuer ist
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Deutsche Telekom: Beschleunigung auf 100 Megabit pro Sekunde für 24 Millionen Haushalte bis zum Jahr 2016; Investition: 6 Mrd. EuroKabel Deutschland/ Unitymedia: Mit marginaler Investition Beschleunigung auf 200 bis 300 Megabit pro Sekunde jederzeit möglich; Investition: <1 Mrd. Euro
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Deutsche Telekom: pro Anschluss 5-10 Euro/ MonatKabel Deutschland/ Unitymedia: pro Anschluss 0-5 Euro/ Monat

Bereits bei seiner Antrittsrede im Janaur wurde klar, dass Höttges der Bau eines integrierten Telekommunikationskonzerns vorschwebt, der nicht nur Privatkunden, sondern auch Geschäftskunden die besten Zugänge zu Festnetz, Mobilfunk und Internet bieten kann. „Dafür müssen wir uns neu aufstellen“, kündigte Höttges damals an. „Der Kunde interessiert sich überhaupt nicht dafür, ob ein Signal aus dem Mobilfunk, aus dem Festnetz oder aus dem Hotspot bekommt. Der Kunde will überall den schnellsten Zugang haben. Deshalb müssen wir die Netze integrieren. Dann haben wir einen Riesenvorteil gegenüber reinen Mobilfunkbetreibern und den TV-Kabelnetzbetreibern.“

Sein Credo: Ein Konzern wie die Telekom muss nicht versuchen mit Google und Facebook zu konkurrieren, sondern sich auf das konzentrieren, was andere Konzerne nicht haben: die Netze. Als Finanzvorstand und rechte Hand von Obermann konnte Höttges den Konzern lange beobachten und sah viele Erfindungen kommen und gehen. Das 2013 vorgestellte Angebot „Wlan-to-go“, bei dem DSL-Kunden ihre persönlichen Wlan-Hotspots in der Wohnung für fremde Besucher öffnen und dadurch ein quasi flächendeckendes Hotspot-Netz entstehen sollte, wartet noch auf ihren Durchbruch. Der 2011 vorgestellte Online-Kiosk Pageplace ist inzwischen wieder offline.

Mit solchen digitalen Diensten wollte Ex-Chef Obermann bis 2015 rund 30 Milliarden Euro umsetzen – ein Ziel, das die Telekom nicht erreichen wird und unter Höttges auch nicht erreichen will.

ses
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