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US-StudieHaare ausreißen schützt vor Glatze

Gegen erblich bedingten Haarausfall beim Mann ist kein Kraut gewachsen. Oder doch? Laut einer Studie aus den USA könnte eine ungewöhnliche Kur Abhilfe schaffen: Einfach die Haare ausreißen. 11.04.2015 - 12:22 Uhr

Männer mit Glatze sind besonders potent

Falsch – auch wenn das die betroffenen Männer gerne behaupten. Richtig ist: Erblich bedingt gibt es Männer, deren Haarwurzeln empfindlicher auf das Sexualhormon Testosteron reagieren und deren Haare deshalb kürzere Wachstumsphasen haben – die Folge: Haarausfall. Das Hormon wird aber direkt im Haarfollikel gebildet. Männer mit Glatze haben keinen höheren Testosteronspiegel im Blut als andere.

Foto: rtr

Baseballkappen fördern den Haarausfall

Falsch. Haare brauchen kein Licht, um zu wachsen. Baseballkappen oder Hüte zerstören höchsten die Frisur – das sieht doof aus, mehr aber auch nicht.

Foto: dpa

Männer mit Glatze strahlen Macht aus

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Albert Mannes führte 2012 an der Wharton Business School eine Studie durch und kam zu dem Ergebnis:  die Glatze steht für Größe, Achtung und Macht. Kahlköpfige wirkten dominanter und kräftiger. Die Probanden schätzen sie durchschnittlich 2,5 cm größer ein als sie waren. Andere Studien belegen allerdings das Gegenteil.

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Haarausfall ist harmlos

Das stimmt so nicht. Richtig ist, dass jeder Mensch täglich zwischen 80 und 120 Haare verliert. Das gehört zum normalen Wachstumszyklus. Wem die Haare aber büschelweise ausgehen oder wer kreisrunde, haarlose Stellen auf seinem Kopf entdeckt, sollte das ernst nehmen. Haarausfall kann ein Hinweis auf einseitige Ernährung sein, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion oder eine Störung des Immunsystems.

Foto: dpa

Gegen Haarausfall kann man nichts machen

Falsch. Sogar dem erblich bedingten Haarausfall, der Hautarzt spricht von  androgenetischer Alopezie, kann man vorbeugen. Mit den Wirkstoffen  Minoxidil und Finasterid lässt sich der Haarausfall verlangsamen oder stoppen. Statt dünnen Flaums können wieder kräftigere Haar nachwachsen. Wie gut das funktioniert, hängt vom Einzelfall ab. Sind die Haare weg, hilft wie Jürgen Klopp beweist eine Haarwurzeltransplantation.

Foto: dpa

Haarausfall ist ein reines Männerproblem

Nein. Auch Frauen leiden unter Haarausfall – der erblich bedingte Haarausfall ist zwar etwas seltener als bei Männern, dafür kommt es bei Frauen in der Pubertät oder nach der Geburt eines Kindes öfter zu Haarausfall. Damen sind wohl einfach geschickter im Kaschieren des Problems.

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Häufiges Haare schneiden macht die Haare kräftiger

Leider nein. Wer Haare verliert, wird den Prozess nicht dadurch stoppen können, die verbliebenen Haare möglichst häufig zu stutzen. Der Haarwuchs wird in den Haarwurzeln bestimmt, daher muss, wer etwas gegen den Haarverlust tun will, das Übel auch an eben dieser Wurzel packen.

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Alle Männer verlieren im Alter Haare

Das stimmt nur zum Teil. Etwa 20 Prozent der Männer leiden nicht unter hormonbedingtem Haarausfall. Richtig ist aber, dass bei Männern wie Frauen die Haare im Alter dünner und auch weniger werden.

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Häufiges Haarewaschen führt zu Haarausfall

Nein. Waschen Sie ihre Haar so oft sie wollen. Nur häufiges Färben, Dauerwellen oder aggressive Haarsprays können das Haar schädigen, führen aber auch nicht zu Haarausfall.

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Kopfmassagen regen den Haarwuchs an

Leider nein. Massagen regen die Durchblutung an, doch mangelnder Haarwuchs ist kein Problem schlecht durchbluteter Kopfhaut. Daher sind die Streicheleinheiten zwar angenehm, haben aber keinen Effekt auf die Haarproduktion in den Wurzeln.

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Wenn das Haar immer dünner wird und sich am Kopf lichte Stellen auftun, dann ist die Verzweiflung groß. Von Geheimratsecken, kreisrundem Haarausfall bis hin zur Glatze - wenn beim Mann die Haare ausfallen, hilft zum Leidwesen der Betroffenen kein Wässerchen.

Aus diesem Grund hat der Wissenschaftler Chih-Chiang Chen von der University of Southern California eine Kur getestet, die zwar etwas ungewöhnlich klingt, aber am Versuchsobjekt tatsächlich Wirkung zeigt. Die Lösung lautet folglich: Indem Sie sich einfach die Haare ausreißen, könnten Sie Ihrem kahler werdenden Schopf zu einem unermesslichen Wachstumsschub verhelfen.

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von Rebecca Eisert

Für die Studie rupften die Forscher Mäusen die Haare aus – bis zu 200 an der Zahl. In einem bestimmten Muster am Rücken waren es mal mehr und mal weniger pro Fläche. Alle gerupften Haare stammten aus einer nur fünf Millimeter großen runden Fläche. Erstaunlicherweise wuchsen kurz darauf genau an dieser Stelle viele Haare nach – und das in erheblichem Maße. Zwischen 450 und 1.300 neue Haare konnten am Rücken der Mäuse gezählt werden.

Schon vor dem beeindruckenden 3:0-Sieg im Dezember 2016 gegen RB Leipzig sorgte Bayerns Abwehrchef Mats Hummels für Aufsehen. Der Nationalspieler präsentierte sich 2016 im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga den überraschten Zuschauern mit blond gefärbten Haaren. „Ich bin glücklich, dass es nicht so schlimm aussieht wie befürchtet. Ich hatte richtig Bammel davor“, sagte Hummels im TV-Sender Sky. Er habe sich die neue Haarfarbe zulegen müssen, weil er eine Oktoberfest-Wette verloren habe.

Wer sich dagegen bewusst für eine solche Frisur entscheidet, will damit etwas ausdrücken. Ob langes, kurzes, oder gar kein Haar, ob Vokuhila oder Lockenkopf: jede einzelne Frisur verrät etwas über den Träger - denn der Mann von heute nutzt das Haar, soweit es denn noch vorhanden ist, als Persönlichkeitsmerkmal. Der Frisuren-Experte Armin Morbach hat für die WirtschaftsWoche zusammengefasst, was die Frisur über die Persönlichkeit eines Mannes aussagt. Armin Morbach ist der wohl bekannteste Hair- und Make-up-Artist Deutschlands. Als Schwarzkopf-Haarexperte ist er für die jährlichen Trendlooks verantwortlich.

Foto: dpa

Der Mutige - Berühmte Träger: Ben Kingsley (Foto), Vin Diesel, Mahatma Gandhi, Rolf Sachs

Frei nach dem Motto "Weniger ist mehr" laufen die haarlosen Herren durchs Leben. Männer mit ganz kurzen oder gar keinen Haaren werden als offene Typen wahrgenommen. Sie haben nichts zu verbergen und stehen zu dem, was sie tun. Laut Armin Morbach beweisen Männer mit Glatze Mut wenn sie sich für eine Komplettrasur entscheiden und lassen sich ihre Männlichkeit und ihr Selbstbewusstsein nicht durch ein paar schwache Haarwurzeln nehmen. "Außerdem", so Morbach, "sagt man Männern mit Glatzen mehr Testosteron nach."

Foto: AP

Der Intelligente - Berühmte Träger: Uli Hoeneß (Foto), Helmut Kohl, Silvio Berlusconi, Fürst Albert von Monaco
Die Halbglatze – jeder kennt sie, alle fürchten sie. Die ersten ausfallenden Haare sind für viele Männer der absolute Albtraum. Doch die Sorge ist völlig unberechtigt, denn Männer mit Halbglatze wirken nett, anständig, und intelligent. Einer Studie des Psychologen Ronald Henss zufolge, werden Männer mit Halbglatze allerdings durchschnittlich fünf Jahre älter geschätzt und als kleiner wahrgenommen als sie eigentlich sind. Dafür zeigt die Studie auch, dass Männer mit Halbglatze als bessere Familienväter und treuere Lebenspartner eingestuft werden.

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Der Erfahrene - Berühmte Träger: George Clooney (Foto), Franz Beckenbauer, Edmund Stoiber, Bill Clinton

Das weiße Haar – im gepflegtem Zustand wirkt es elegant und schön. Für Armin Morbach steht fest: "Männer, die zum Grau auch bei nicht allzu vorgeschrittenem Alter stehen, sind stolz auf Erreichtes im Leben." Sie haben es nicht nötig, "auf jung" zu machen und punkten vielmehr mit Intellekt und Erfahrung.

Foto: rtr

Der Unkomplizierte - Berühmte Träger: Olli Geißen (Foto), Jörg Pilawa, Vitali und Wladimir Klitschko

Der kurzhaarige Mann ist für Armin Morbach der "Praktiker" unter den Herren: "Er liebt es schnell, flexibel und ohne viel Tamtam". Daher sei der typische Fan der Kurzhaarfrisur genauso pflegeleicht wie seine Frisur. In Wladimir und Vitali Klitschko finden sich zudem zwei Anhänger der kurzen Haarpracht, die sich in der Vergangenheit als umgänglich und sympathisch erwiesen haben und somit Paradebeispiele des kurzhaarigen Mannes abgeben.

Foto: dpa

Der Machthungrige - Berühmte Träger : Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto), Michael Ballack, Rudi Assauer

Das Haar glänzt so sehr, dass es beinahe als Spiegel fungieren könnte. Das liegt jedoch nicht an besonders guter Pflege, sondern vielmehr an der halben Tube Gel inside. Achtung: Diese Typen streben nach beruflichem und privatem Erfolg! Sie sind von sich selbst und ihren Fähigkeiten überzeugt – manchmal gar davon eingenommen und ecken mit dieser latenten Arroganz bei Mitmenschen, vor allem aber im Kollegium auch schon mal an.

Foto: rtr

Der Seriöse - Berühmte Träger: Joachim Löw (Foto), Gerhard Schröder, Guido Westerwelle, Thomas de Maizière, Nicolas Sarkozy

Volles Haar – der Traum zahlreicher Männer. Wer über Geheimratsecken oder Haarausfall klagt, dürfte diese Typen beneiden. Denn deren Frisur strahlt obendrein Seriosität und Geradlinigkeit aus. "Meist achten diese Männer auf Niveau und Stil – in jeder Hinsicht sind sie wahre Klassiker“, so Morbach über den vollhaarigen Mann. Doch verbirgt sich hinter der Haarpracht oft auch eine Gefahr: Ihre Träger verlassen sich gern auf ihr positives Erscheinungsbild. Vorsicht ist bei diesem Typ also geboten, denn es kommt mehr darauf an, was im und nicht auf dem Kopf steckt.

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Der Individualist - Berühmte Träger: Ashton Kutcher (Foto), Justin Bieber

Duschen, abtrocknen – und fertig ist der Wuschelkopf. Zwar sieht man Männer mit längeren, verwuschelten Haaren im Büro eher selten, doch darf laut Experte Morbach davon ausgegangen werden, dass diese Männer lässig, cool und extrovertiert sind und gerne nach der Arbeit eine Runde mit den Kumpels kicken. Auch im Arbeitsalltag gehen die Wuschelköpfe alles mit Lockerheit an und vertreten ihre Ideale. Gut so. Denn solange er seine Arbeit erledigt, stellt der Individualist mit seiner Offenheit eine frische Komponente im sonst meist drögem Büroalltag dar.

Foto: rtr

Der Eitle - Berühmte Träger: David Beckham (Foto), Christiano Ronaldo
Männer mit langen, gestylten Haaren legen viel Wert auf ihr Äußeres und verfügen oft über Pflegeprodukte von denen Frau nur träumen kann. Ähnlich viel Wert wie auf sein Haupthaar legt dieser eitle Typ auch auf seine Kleidung. Oft stecken unter der Matte Trendsetter, die kreativ sind – aber auch gerne gegen den Strom schwimmen und deshalb "häufiger anecken", so Morbach.

Foto: dpa

Der Grund für dieses Phänomen liegt darin begründet, dass die auf Sparflamme programmierte Haarfollikel beim Ausreißen ein chemisches Stresssignal an ihre Umgebung aussendet. Die Kommunikation erfolgt mittels Entzündungsproteinen, die die Immunzellen zur Stelle des Rupfens lotsen. Wie die Analysen ergaben, lassen die von den Abwehrzellen abgegeben Botenstoffe neue Haare produzieren.

Der Forscher erklärt, dass erst weitere Test erfolgen müssten, um genauen Aufschluss darüber zu erlangen, inwieweit das erfolgreich bei Mäusen angewandte Experiment nun auf Männer zu übertragen sei. Ebenfalls werden weitere Untersuchungen folgen, um diese Methode auch  auf das Problem eines diffusen Haarausfalls bei Frauen anzuwenden, heißt es.

abs
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