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AktienrückkaufMunich Re erwartet Gewinnrückgang

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich wegen der Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche 2016 auf den dritten Gewinnrückgang in Folge ein. 16.03.2016 - 08:22 Uhr

Munich Re rechnet 2016 mit merklichem Gewinnrückgang.

Foto: dpa

Die Dauerniedrigzinsen und der Preiskampf in der Branche machen die Münchener Rück vorsichtig. Der weltgrößte Rückversicherer plant für 2016 mit einem Gewinnrückgang auf 2,3 bis 2,8 Milliarden Euro, wie er zur Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in München mitteilte.

Das sei angesichts der Lage "ein durchaus ambitioniertes Ziel", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. Im vergangenen Jahr war der Nettogewinn nur leicht auf 3,1 Milliarden Euro gesunken und hatte die Expertenprognosen übertroffen. Die Bayern hatten davon profitiert, dass sie nur halb so viel für Naturkatastrophen und andere Großschäden zahlen mussten wie geplant.
Vor allem die 215 Milliarden Euro schweren Kapitalanlagen dürften im laufenden Jahr deutlich weniger abwerfen als 2015.

Joachim Wenning folgt auf Bomhard

Führungswechsel bei MunichRe

Die Münchener Rück rechnet daraus nur noch mit einem Gewinn von sieben Milliarden Euro, das wäre eine Rendite von drei Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 7,5 Milliarden. Aber auch für das Kerngeschäft in der Rückversicherung gibt sich der Konzern zurückhaltender: 2015 hatte er noch 3,3 Milliarden Euro damit verdient, 2016 sind nur noch 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro eingeplant. Die Münchener Rück könne "nicht erneut mit einer unterdurchschnittlichen Belastung aus Naturkatastrophen wie im Jahr 2015 rechnen", sagte von Bomhard, der im April 2017 von Vorstandsmitglied Joachim Wenning abgelöst werden soll.
Die Kosten für den angekündigten Umbau des Erstversicherers Ergo sind in den Prognosen noch nicht enthalten. Der neue Chef des Sorgenkindes im Konzern, Markus Rieß, will spätestens im Juni die Pläne vorstellen, mit denen die Nummer zwei unter den deutschen Versicherern künftig mehr Gewinn erwirtschaften soll. Eine Firmenwert-Abschreibung von fast einer halben Milliarde Euro hatte Ergo im vergangenen Jahr in die Verlustzone gedrückt. Für 2016 ist bisher ein Gewinn von 250 bis 350 Millionen Euro geplant.

Münchener Rück

Chef Bomhard geht nicht in die Verlängerung

Die Münchener Rück setzt ihre milliardenschweren Aktienrückkäufe mit unverändertem Tempo fort. Seit 2006 hat sie eigene Aktien für 8,9 Milliarden Euro zurückgekauft und damit überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückgegeben. Die Rückversicherungsbranche leidet unter einer Flut von Kapital, mit der neue Anbieter wie Hedgefonds in den Markt drängen. Nach der Hauptversammlung im April folgt unmittelbar das nächste Rückkaufprogramm: Bis April 2017 will die Münchener Rück dann erneut Aktien für eine Milliarde Euro erwerben. Das wären zum heutigen Aktienkurs 5,4 Millionen Aktien oder 3,2 Prozent des Grundkapitals.

dpa, rtr
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