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Nach Brexit-ReferendumBritish Airways wirbt mit Pfund-Crash

Was haben Luftfahrtaktien und die britische Währung gemeinsam? Sie sind an der Börse in den vergangenen Tagen heftig eingebrochen. Die Fluggesellschaft British Airways versucht aus der Not eine Tugend zu machen.Martin Dowideit 28.06.2016 - 10:21 Uhr Quelle: Handelsblatt

Platz 10: Finnland

Auf Platz 10 der Nettozahler der Europäischen Union landet Finnland mit 294 Millionen Euro im Jahr 2016 (2015: 570 Millionen Euro).

Quelle: Europäische Kommission, Stand: November 2017

Zur Datenerhebung: Auf der Ausgabenseite werden nur die in den Mitgliedsstaaten zurechenbaren Ausgaben berücksichtigt und außerdem die Verwaltungsausgaben abgezogen. Von diesen sogenannten operativen Ausgaben je Mitgliedsland wird der angepasste nationale Beitrag abgezogen. Zur Berechnung des angepassten nationalen Beitrags wird der Anteil jedes Landes an den nationalen Beiträgen insgesamt ermittelt. Mit diesem Anteil werden die gesamten operativen Ausgaben der EU multipliziert. Diese Berechnung erlaubt einen Vergleich zwischen den Mitgliedsstaaten.

Foto: dapd

Platz 9: Dänemark

2016 zahlte die Regierung in Kopenhagen etwa 783 Millionen Euro mehr an die Organe der EU, als das Land und seine Regionen aus den Fördertöpfen erhielten.

Foto: dapd

Platz 8: Österreich

Österreich zählt seit Jahren zu den Nettozahlern der EU. Die Alpenrepublik musste 2016 netto 791 Millionen Euro zahlen, weniger als im Vorjahr (2015: 962 Millionen).

Foto: dpa

Platz 7: Belgien

Im Durchschnitt zahlte Belgien zwischen 2004 und 2010 938 Millionen Euro mehr an die Staatengemeinschaft, als es durch Ausgleichs- und Subventionszahlungen erhielt. 2016 lag der Betrag mit 1,16 Milliarden Euro sogar deutlich über dem belgischen Durchschnittswert.

Foto: REUTERS

Platz 6: Schweden

Schweden ist mittlerweile mit 1,6 Milliarden Euro der sechstgrößte Nettozahler der Europäischen Union. 2015 war es mit 1,88 Milliarden Euro noch etwas mehr.

Foto: REUTERS

Platz 5: Niederlande

Netto zahlten die Niederlande 2016 rund 2,07 Milliarden Euro mehr in die EU-Kasse ein, als sie erhielten. Ihr Beitrag ist in den vergangenen Jahr stark gestiegen. 2009 waren es erst 1,488 Milliarden Euro.

Foto: AP

Platz 4: Italien

Auch das Euro-Krisenland gehört zu den Nettozahlern der EU: 2,3 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr. 2015 betrug die Differenz zwischen dem Beitrag in den Haushalt und den Rückflüssen aus den EU-Töpfen allerdings noch 3,27 Milliarden Euro.

Foto: REUTERS

Platz 3: Großbritannien

Trotz des Briten-Rabatts (London bekommt im Prinzip jedes Jahr 66 Prozent der Differenz zwischen seinen Zahlungen an den EU-Haushalt und seinen Rückflüssen daraus erstattet) zählt Großbritannien seit Jahren zu den größten Nettozahlern der EU. 5,6 Milliarden Euro betrug die Differenz im Jahr 2010, im Jahr 2014 waren es noch 4,93 Milliarden Euro.

2015 musste Großbritannien durch einen Einmaleffekt mit 11,7 Milliarden noch deutlich mehr zahlen. Vergangenes Jahr lag der Beitrag des Vereinigten Königreichs dann wieder stark unter diesem Wert: 5,6 Milliarden Euro mussten die Briten 2016 mehr an die EU überweisen, als sie zurückbekamen. Diese Zahl dürfte für die weiteren Brexit-Verhandlungen noch interessant werden.

Foto: dpa

Platz 2: Frankreich

Zweitgrößter Nettozahler war im vergangenen Jahr Frankreich mit 8,2 Milliarden Euro, was einem Anstieg um ganze 2 Milliarden Euro entspricht. 2015 landete das Land mit einem Nettozahlbetrag von 5,5 Milliarden Euro noch auf Platz drei.

Foto: REUTERS

Platz 1: Deutschland

Deutschland bleibt mit fast 13 Milliarden Euro mit großem Abstand der größte Netto-Zahler der Europäischen Union. Soviel zahlte Deutschland mehr an die Organe der EU, als das Land aus den Fördertöpfen erhielt. Der deutsche Nettobeitrag sank damit zwar leicht um eine viertel Milliarde Euro (2015: 13,21 Milliarden Euro), allerdings ist das EU-Budget im vergangenen Jahr auch erstmals seit Jahren deutlich auf 136 Milliarden Euro gesunken.

Auch im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2010 – hier liegt der Wert bei 7,38 Milliarden Euro – liegt Deutschland im Ranking der größten Nettozahler weit vorne. Das wird sich nicht ändern, im Gegenteil. Wenn Großbritannien aus der EU austritt, werden dessen Beiträge nicht zuletzt von Deutschland übernommen werden müssen.

Foto: dpa

Das britische Pfund hat schlimme Tage hinter sich. Mit Bekanntwerden der Ergebnisse des EU-Referendums in Großbritannien purzelte die Währung in der Nacht auf Freitag fast ins Bodenlose - von 1,50 Dollar auf 1,32 Dollar. Am Montag ging es sogar noch leicht unter diese Marke. Die Unsicherheit über die zukünftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union verschreckt Investoren.

Auch die Aktienmärkte sind in Mitleidenschaft gezogen worden, neben Finanztiteln vor allem Fluggesellschaften. Denn das Währungstief macht Flugreisen von der britischen Insel auf das europäische Festland oder zu anderen Kontinenten für Briten schlagartig teurer. Das Papier der British-Airways-Mutter IAG sackte allein am Montag um 16 Prozent ab. Mittlerweile notiert das Papier bei 370 Pence - 150 Pence niedriger als noch vergangenen Donnerstag.

Was tun, um möglichen Buchungsrückgängen zu entgegnen? British Airways macht aus der Not eine Tugend. Beim Kurznachrichtendienst Twitter wirbt die Fluggesellschaft am späten Montagabend für Reisen nach Großbritannien. Denn die seien durch den Pfund-Crash besonders attraktiv geworden. „Ihr Dollar hat Sie nie weiter gebracht“, schreibt die Airline. „Mit unserem drei Tage gültigen Angebot können Sie noch mehr von London sehen!“

Per Link werden die Internet-Nutzer auf ein Angebot geleitet, bei dem etwa Hin- und Rückflüge von Boston oder New York nach London ab 660 Dollar angeboten werden. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Die Kampfpreise gelten nur für Flüge ab August/September. Bis dahin könnte sich das Pfund natürlich wieder erholt haben. Für die nächsten Wochen erwarten Devisenexperten allerdings weitere Rückschläge in Richtung von 1,20 Dollar für die britische Währung.

Bereits vor dem Referendum am vergangenen Donnerstag habe der IAG-Konzern mit sinkenden Buchungsnachfragen zu kämpfen gehabt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der operative Gewinn werde auch wegen zu erwartender Folgen des Brexit-Votums und des schwankenden Marktumfelds nicht mehr so deutlich steigen wie im Jahr 2015. Am Dienstag senkte auch der Konkurrent Easyjet die Gewinnprognose, die Aktie kollabierte ebenfalls.

Der gefallene Kurs des Pfunds macht es für die britischen Gesellschaften etwa teurer, Kerosin zu kaufen, das in Dollar gehandelt wurde. Peter Morris, Chef der Beratungsfirma Ascend Flightglobal Consultancy, rechnet mit einem zehnprozentigen Rückgang der Fluggastzahlen von Großbritannien in die USA, berichtet die USA Today. In Folge dürfte die Zahl der transatlantischen Verbindungen schrumpfen.

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