Wurst im Test: 7 von 20 Würsten bekommen ein "ungenügend"
Sieben von 20 Würsten erhielten im Test die Gesamtnote "ungenügend".
Foto: ZBWenn es nach Ökotest geht, sollten Verbraucher in dieser Grill-Saison lieber auf viele Grillwürstchen verzichten. Die Tester haben 20 gebrühte Grillwürste aus Schweinefleisch in deutschen Supermärkten, Discountern und Bioläden eingekauft und überprüft.
Das Ergebnis: Nur vier Produkte erhielten in der Gesamtbewertung ein "gut", eines ein "befriedigend". Jeweils vier Produkte bewerteten die Tester mit den Noten "ausreichend" beziehungsweise "mangelhaft". Sieben Grillwürste schnitten mit "ungenügend" ab.
Für die Bewertung mussten die Unternehmen einen Bogen mit 40 Fragen beantworten. Für die Inhaltsstoffe, die Art der Tierhaltung und die Transparenz der Unternehmen vergaben die Tester jeweils Noten, aus denen sich die Gesamtbewertung zusammensetzt.
Im Test fallen vor allem die konventionellen Produkte durch. Das liegt auch an der Massenproduktion. Die Rückverfolgbarkeit der Bratwürste und die Transparenz in Betrieben mit Zehntausenden Tieren seien nicht gegeben, kritisieren die Ökotester. Was das Tierwohl betrifft, fallen im Test alle Anbieter, die konventionell Wurst produzieren, durch – mit "ausreichend" bis "ungenügend".
Hohe Rückstände
Zudem kritisieren die Tester die Inhaltsstoffe vieler Würste. "Unnötige Phosphatzusätze und Mineralrückstände, teils sogar sehr stark erhöhte, ziehen vor allem die konventionellen Hersteller im Ergebnis runter", urteilen die Tester.
Besonders schlecht schnitt die Eberswalder Rostbratwurst ohne Darm ab: Laut Ökotest fanden die Laboranten in den Proben Phosphate, ungewöhnlich hohe Rückstände eines Antibiotikums sowie erhöhte Mineralölrückstände. "Da reicht ein ,ungenügend' kaum noch aus, diese Verpackung hätte so nicht verkauft werden dürfen", heißt es im Testbericht.
Keine Marinade übergießen
Egal ob im Park oder auf dem Balkon: So eine Rauchwolke sollte möglichst nicht zu sehen sein. Denn das stinkt nicht nur den Nachbarn, es ist auch ungesund. Vermeiden Sie, dass Säfte aus Fleisch und Marinaden in die Glut tropfen, und übergießen Sie das Grillgut erst recht nicht mit Saucen. Denn der blau-graue Rauch, der dabei aufsteigt, ist krebserregend.
Foto: dpaElektrogrill bevorzugen
Manch einer schwört noch immer auf den guten alten Holzkohlegrill - doch aus Gesundheitsgründen sollten Sie lieber einen Elektrogrill verwenden. Das geht nicht nur schneller, als das Brutzeln über offenem Feuer, es vermeidet auch die krebserregenden Giftstoffe im Rauch. Auch hier sollte man darauf achten, dass keine Marinaden auf die Heizstäbe tropfen. Wer auf rauchigen Geschmack nicht verzichten will, sollte lieber auf spezielle Barbecue-Saucen setzen.
Foto: ZBAluschalen nutzen
Damit die leckere Marinade an Fleisch oder Gemüse bleibt, kann man Aluschalen oder Alufolie nutzen. Das Grillgut bekommt trotzdem genug Hitze ab, bleibt aber saftiger und ungesunder Rauch wird vermieden.
Foto: FotoliaVor Hitze schützen
Gerade wenn gefeiert wird und das ein und andere Bier fließt, vergisst man gerne welche Hitze beim Grillen entsteht. Verwenden Sie stets Grillwerkzeug wie Zangen oder Wender, um Verbrennungen zu vermeiden. Auch eine gute Grillschürze schützt vor unangenehmer Hitze an Beinen und Bauch - dann müssen Sie nicht hektisch vor dem Grill herumtanzen oder eine verrenkte Haltung annehmen wie der Herr im Bild, um der Hitze zu entgehen.
Foto: dpaAuch Gemüse und Meeresfrüchte ausprobieren
Neben Würstchen und Co. lassen sich auch leckere Gemüsespieße, zum Beispiel mit Pilzen, Zucchini oder Paprika, Maiskolben oder Scampi grillen. Experimentieren Sie ein bisschen herum und bringen Sie Farbe auf den Grill.
Foto: FotoliaVorsicht beim Grillen mit Gas
Besonders leicht können hier Verletzungen entstehen, wenn unnötig Gas austritt. Stellen Sie sicher, dass alles dicht ist, der Grill auf einem stabilen Untergrund steht und nutzen Sie ihn nur im Freien.
Foto: FotoliaKräuter schützen vor krebserregenden Stoffen
Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano, aber auch Knoblauch, können die Entstehung von krebserregenden Stoffen im Grillgut verhindern. Eine Studie um den US-Forscher J. Scott Smith zeigte, dass Marinaden, die reichlich Antioxidantien enthalten, die Entstehung von krebserregenden Stoffen im Grillfleisch um bis zu 87 Prozent reduzieren können.
Foto: FotoliaKeine gepökelte Ware
Wiener Würstchen gehören zum Kartoffelsalat, aber nicht auf den Grill. Gepökelte Wurst- und Fleischwaren wie Knackwürste, Leberkäse, Kasseler und Co. sollten nicht gegrillt werden, da sie Nitritpökelsalze enthalten, die sich bei starker Hitzezufuhr zu den krebserregenden Nitrosaminen umbilden.
Foto: APZusätzliche tierische Fette vermeiden
Steaks, Würstchen, Kräuterbutter - da kommt ganz schön Fett zusammen. Schwere Mayonnaisen, Aioli und Co. sollten vermieden werden. Stattdessen lieber auf gesunde Pflanzenöle setzen. Hier muss man allerdings auf die Hitzebeständigkeit achten, wenn es auch auf den Grill soll. Rapsöl ist dafür gut geeignet, Distel- oder Olivenöl weniger.
Foto: CLARK/obsMageres Fleisch bevorzugen
Wer auf die schlanke Linie achten möchte, sollte auch beim Grillen auf Fleisch von Hühnchen oder Pute setzen - sie enthalten weniger Fett als rotes Fleisch. Außerdem produziert Geflügel auch weniger Saft, der in die Glut tropfen könnte.
Foto: dpa
Gut sind laut dem Verbrauchermagazin die Bio-Produkte: die Alnatura-Bratwürstchen, die Basic Rostbratwürstchen sowie die Packlhof Rostbratwürstl von Bioland und die Königshofer Original Nürnberger Bio Rostbratwürste erreichten in der Gesamtbewertung ein entsprechendes Ergebnis.
Immerhin: Alle Grillwürste enthalten laut Ökotest so viel Schweinefleisch wie versprochen und sind frei von besorgniserregenden Keimen, die resistent gegen Antibiotika sind.