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Eco-FashionWie aus Pilzen Leder wird

Ein Start-up stellt Leder aus Pilzfasern her. Das soll nicht nur dieselben Eigenschaften haben wie echtes Leder, sondern auch umweltfreundlicher sein.Ruth Herberg 02.09.2016 - 09:28 Uhr

Umwelt- und tierfreundlich: Das von MycoWorks entwickelte Pilzleder. (Foto: MycoWorks)

Foto: WirtschaftsWoche

Gesundheitsschädlich, nicht tierfreundlich und schlecht für die Umwelt: Leder hat unter Umwelt- und Tierschützern keinen guten Ruf. Veganes Leder scheint da eine willkommene Alternative zu sein. Viele Ersatzprodukte sind jedoch oft aus Kunststoffen hergestellt, für deren Produktion Unmengen an umweltschädlichem Erdöl nötig sind. Zudem kommen auch die Alternativen meist nicht ohne Chemie aus, denn auch hier werden in der Regel Weichmacher zugesetzt.

Dass es aber auch anders gehen kann, zeigt ein Unternehmen aus San Francisco: Das Start-up MycoWorks stellt ein lederähnliches Material her, das auf Pilzen basiert. „Genauer gesagt auf der Haut der Pilze“, sagt Phil Ross, einer der Gründer und kreativer Kopf von MycoWorks.

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Gewonnen  wird das „Leder“ aus Myzelen, den dichten Wurzelfasern der Pilze, die unter der Erde wachsen. Die Geflechte werden mit verschiedenen Abfallprodukten wie Maisschalen versetzt, die nach wenigen Tagen von den Pilzen überzogen sind. Die Masse kann dann in Form gepresst, getrocknet und gegerbt werden.

Phil Ross ist von seinem Pilzleder begeistert: „Das Material hat eine Formbarkeit, die tierisches Leder nicht erreicht“, sagt er. Das Ergebnis sehe zudem nicht nur aus wie Leder, sondern fühle sich auch so an. Glaubt man Ross, ist das Material außerdem wasserabweisend, reißfest und atmungsaktiv.

Mit dem Pilzleder will MycoWorks die Modeindustrie aufmischen. (Foto: MycoWorks)

Foto: WirtschaftsWoche

Aktuell arbeiten er und seine Kollegen daran, dass das Myzelenleder dieselbe Lebensdauer erreicht wie das tierische Pendant. Vor kurzem hat das Unternehmen bereits den ersten Geldbeutel aus Pilzleder vorgestellt und eine Kooperation mit zwei Schuhherstellern angekündigt.

Saubere Ökobilanz

Klingt nach einem Erfolgsmodell – bei der Ökobilanz jedoch kein Wunder: Weil es auf pflanzlichen Materialien basiert und zusätzlich biologische Abfallprodukte aufnimmt, ist das Myzelenleder im Vergleich zu echtem Leder und zu vielen Alternativprodukten tier- und umweltfreundlich. Die Idee, Pilze als Material zu verwenden, ist jedoch nicht neu: Ecoactive etwa nutzt die Myzelen bereits als Plastikersatz und stellt so Surfbretter und Einrichtungsgegenstände her.

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