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Machtkampf bei AutozuliefererGericht erlaubt Einstieg von Chinesen bei Grammer

Übernahmen aus China gelten oft als Schreckgespenst. Bei dem Autozulieferer Grammer ist der Investor Ningbo Jifeng aber der weiße Ritter – in einer Abwehrschlacht gegen die Familie Hastor, die die Macht übernehmen will. 19.05.2017 - 13:05 Uhr

Grammer hat vor Gericht einen wichtigen Etappensieg erreicht.

Foto: dpa

Das Landgericht Nürnberg-Fürth erlaubt vorerst den Einstieg des chinesischen Investors Ningbo Jifeng bei Grammer. Eine einstweilige Verfügung dagegen hoben die Richter am Freitag auf, wie die Nürnberger Justiz mitteilte. Die Chinesen agieren im Ringen um den Oberpfälzer Autozulieferer als "weißer Ritter" im Abwehrkampf gegen Investmentvehikel der bosnischen Hastor-Familie. Der Rechtsstreit dürfte mit der Entscheidung noch nicht vorbei sein, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Fast gleichzeitig kündigte die Finanzmarktaufsicht Bafin an, die Aktiengeschäfte mit Grammer-Papieren nach dem Gezänk der vergangenen Monate genauer unter die Lupe zu nehmen. "Wir werden uns das - routinemäßig – auf möglichen Marktmissbrauch (Insiderhandel, Marktmanipulation) hin ansehen", erklärte eine Behördensprecherin. Zuletzt hatte sich Grammer beklagt, seit der Attacke der Bosnier leide das Neugeschäft. Diese zweifelten die Aussage an und kritisierten dafür scharf das Grammer-Management.

Bisher war das Machtgefüge in der Autobranche wie zementiert: Die wenigen großen Hersteller stehen einer Menge kleiner Zulieferer gegenüber und können ihnen mit ihrer Einkaufsmacht die Bedingungen diktieren. Doch voriges Jahr bekamen diese Beziehungen Risse, als die Prevent-Gruppe im Streit mit Volkswagen die Lieferung von Getriebegehäusen und Sitzbezügen einstellte und die Produktion bei den Wolfsburgern teilweise lahmlegte.

Grammer

"Neuaufträge im Wert von 300 Millionen Euro fehlen"

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Nun hat sich die bosnische Unternehmerfamilie Hastor, zu der Prevent gehört, ein neues Ziel gesucht: Sie will den bayerischen Zulieferer Grammer unter ihre Kontrolle bringen. Das lässt die Alarmglocken in der Branche schrillen – die Hastors gelten seit dem VW-Vorfall als feindlich. Denn alle großen Autobauer, darunter VW, BMW und Daimler, beziehen ihre Kopfstützen von Grammer. Die Amberger Firma stemmt sich mit aller Kraft gegen die Übernahme. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch steht ein Showdown im Machtkampf um Grammer an.

rtr
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