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PreiskampfZwingt Edeka Nestlé in die Knie?

Im Ringen um die künftigen Einkaufspreise kommen sich Nestlé und der Einzelhändlerverband Agecore um Edeka und Coop offenbar näher. Beendet ist der Kampf der Giganten aber noch nicht. 17.04.2018 - 12:56 Uhr aktualisiert
Foto: dpa

Der Streit um Rabatte und Konditionen zwischen dem Einzelhändler Edeka und dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé geht weiter. Beide Seiten wollten sich am Dienstag nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. „Es ist noch nicht in trockenen Tüchern“, war aus Verhandlungskreisen zu hören. „Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist, und die Verhandlungen laufen noch.“ Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über eine bevorstehende Einigung berichtet. „Das kommentieren wir nicht“, sagte ein Edeka-Sprecher.

Das Branchenmedium „Lebensmittelzeitung“ berichtet, der Schweizer Nahrungsmittelhersteller sei zu Zugeständnissen bereit. Edeka hingegen bleibe vorsichtig und wolle „auch intern noch keine Einigung verkünden“.

Das Kräftemessen der Unternehmen sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Zwar sind erbitterte Auseinandersetzungen um die künftigen Preise in der Branche üblich. Neu war jedoch das Ausmaß: Deutschlands größter Lebensmittelhändler hatte sich mit europäischen Partnern wie Intermarché, Coop Schweiz oder Colruyt verbündet, um Nestlé zu Zugeständnissen bei Preisen und Konditionen zu zwingen und so seine Kosten im Einkauf zu senken.

Edeka gegen Nestlé

Wir lieben Druckmittel

von Henryk Hielscher und Silke Wettach

Zusammen wickeln die Mitglieder des Einkaufsclubs rund zwei Milliarden Euro Umsatz mit Nestlé ab. Zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Nescafé, Maggi, Thomy, Wagner Pizza und Vittel. „Der Streit zwischen Edeka und Nestle ist ein Kampf zwischen Giganten“, sagte Katharina Dröge, wettbewerbspolitische Sprecherin der Grünen, im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

In der Wahrnehmung der Kunden, hatte sich Edeka bereits rasch als Sieger herausgestellt. Das zeigen Daten, die die Marktforscher von YouGov für die WirtschaftsWoche ausgewertet haben. Schon vor der Auseinandersetzung hatte Nestlé demnach bei den Befragten keinen leichten Stand. Während der öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten wurde die Marke dann deutlich negativer wahrgenommen.

Der genossenschaftliche Edeka-Verbund steigerte indes 2017 seine Erlöse weiter. Der Gesamtumsatz kletterte um 5,4 Prozent und durchbrach mit 51,9 Milliarden Euro erstmals in der Unternehmensgeschichte die 50-Milliarden-Euro-Marke. Gut die Hälfte davon entfällt auf 3800 selbstständige Kaufleute mit 5800 Märkten, die um 4,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro zulegten. Die Discount-Tochter Netto erreichte ein Plus von 3,1 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Zusätzlichen Rückenwind hat dem Verbund auch die erfolgreiche Integration von 338 Filialen der zerschlagenen Handelskette Kaiser's Tengelmann beschert. Der Konzern-Jahresüberschuss sank leicht auf 328,2 Millionen Euro.



dpa, rtr, sha
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